Willkommen

auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



 Flame of the Abyss

OVA 02


About Death and Friendship


Wir befinden uns in einer Kleinstadt nahe Tokyos. Die Schulglocke klingelte und ein kleiner, 10-jähriger Junge verabschiedete sich von seinen Freunden und lief munter lachend von der Grundschule zurück nach Hause. Dort angekommen schmieß er sogleich seine Schultasche in eine Ecke und rannte in die Küche.

Kazuo: Mama~ wann gibt es Essen?
Yukiko: *lacht* Was denn? War die Schule etwa so anstrengend? *Gemüse schneidet* Es gibt Essen, wenn deine Schwester heimkommt
Kazuo: Und wann kommt Nee-san heim?
Yukiko: *auf die Uhr schaut* In etwa zwei Stunden
Kazuo: ._. Aber das ist ja noch ewig
Yukiko: *kichert* Tja, dann wirst du dich solange noch anders beschäftigen müssen.
Kazuo: Hmm ._. *sich einen Hocker holt* *vor die Küchenablage stellt* *draufklettert* Ich helfe dir ö^ö
Yukiko: Oh, wie süß von dir. Danke^^ *ihm das Gemüse hinhält* Magst du das abwaschen und in den Topf dort legen?
Kazuo: *nickt* Okay *das Gemüse abwäscht*

Gemeinsam bereiteten Kazuo und seine Mutter das Gemüse vor, ehe sie beide zufrieden ins Wohnzimmer gingen. Yukiko setzte sich an das Klavier, öffnete die Klappe für die Tastatur. Sofort stand Kazuo neugierig daneben.

Kazuo: Mama, spielst du mir wieder das eine Lied vor?
Yukiko: Du meinst dein Lieblingslied?
Kazuo: Ja Ö0Ö Kompte dün…
Yukiko: *kichert* Comptine d'une autre l'après midi… *anfängt das Lied zu spielen*
Kazuo: *gebannt lauscht*
Yukiko: *das Spiel beendet* Hat es dir gefallen?
Kazuo: *eifrig nickt* Ja. Das war ganz toll, Mama ^___^
Yukiko: *etwas zur Seite rückt* Spiel doch auch, Kazuo
Kazuo: Aber ich bin nicht so gut wie du, Mama ._.
Yukiko: Deswegen sollst du ja spielen. Übung macht den Meister, Kazu-chan^^
Kazuo: ._. *auf die Tasten schaut* *sich dann aber selbst zunickt* Okay ö^ö *anfängt zu spielen*

So saßen beide gemeinsam am Klavier und übten, bis schließlich die Haustür zu Hören war und die Tochter des Hauses, Anna, heim kam. Prompt stand Yukiko auf, lief in die Küche und kochte das Essen zu Ende. Nicht lange danach saßen alle drei gemeinsam am Küchentisch und aßen.

Yukiko: Und wie war die Schule, Anna?
Anna: Langweilig wie immer.
Yukiko: Nichts Neues?
Anna: Ich hab einen Test zurück bekommen. 73 Punkte.
Yukiko: Oh, das ist ja toll.
Kazuo: ö_ö Ich schaff in meinen Tests immer über 90 Punkte
Anna: << Deine Tests sind ja auch einfach.
Kazuo: Es gibt nicht viele in meiner Klasse, die über 90 Punkte schaffen >_<
Yukiko: Aber, aber. Bloß nicht streiten, ihr Zwei, ja?
Anna + Kazuo: Entschuldigung, Mama
Yukiko: So ists fein ^__^
Anna: Kommt Papa wieder spät heim?
Yukiko: *nickt* Im Büro ist zurzeit eine Menge los. Aber am Wochenende hat er sich frei genommen. Da werden wir dann alle zusammen an den Strand fahren, ja?
Kazuo: Au ja. An den Strand. Das wird toll!
Anna: *lächelt* Oh ja, das klingt echt toll^^
Yukiko: ^__^ Und du hast keinen netten Jungen, den du mit dahin schleppen könntest, Anna-chan?
Anna: ö//ö Mama!
Yukiko: Was denn? Das war eine ernste Frage.
Anna: Hmpf u//û Da gibt es niemanden
Yukiko: Unmöglich. Irgendeinen süßen Jungen muss es doch geben, der auf dich bezauberndes Mädchen steht.
Anna: … Nein, da ist niemand. Tut mir Leid, dich enttäuschen zu müssen, Mama
Yukiko: Oh, das ist aber schade…
Kazuo: Anna ist doch viel zu anstrengend, um einen abzukriegen
Anna: O_o Wie bitte? Woher willst du bitte schön genug Ahnung von sowas haben?
Kazuo: Ich hab genug Ahnung von sowas. Ich bekomm fast jede Woche eine Liebeserklärung u0u
Annna: O___o"
Yukiko: *kichert* Ohlala, Kazu-chan scheint ja ein ganz beliebter Herzensbrecher zu sein~
Anna: Oh man. Vom kleinen Bruder ausgestochen. Das ist hart… =_=

Am Wochenende war es dann soweit. Die ganze Familie Kanbara lud ein paar Schwimmsachen in den Kofferraum und mit lautem Lachen und guter Laune ging die Fahrt zum Strand los. Es war schon ein Stückchen dorthin zu kommen, aber immerhin waren Zimmer in einem schönen Hotel gebucht und mit Sicherheit wurde es ein wunderbares Wochenende.

Kazuo: *über alles Mögliche redet, was er am Strand machen möchte*
Anna: *darüber die Augen verdreht* *aus dem Fenster starrt*
Yukiko: *Kazuo zuhört* *dabei auch nach hinten zu ihm schielt*
Hideaki: *am Rande zuhört* *konzentriert das Auto fährt*
Yukiko: *zwischenzeitlich zu ihm schaut* Hideaki, alles in Ordnung?
Hideaki: *kurz zu ihr lächelt* Alles Bestens, Schatz. Es war gestern nur eine lange Nacht im Büro
Yukiko: Willst du dann nicht lieber zur nächsten Raststätte fahren und ich übernehm das Steuer?
Hideaki: *abwinkt* Ach was. Autofahren sollte ich noch hinkriegen. Mach dir keine Sorgen, Schatz^^
Yukiko: Oh, wenn du das sagst. Aber wenn es doch zu viel wird, sag Bescheid, ja?^^
Hideaki: Natürlich, mach ich^^
Anna: *aufschreit* Vorsicht, Papa!
Hidekai: *aufschaut*
Auto: *rasend und schlitternd auf sie zukommt*
Hideaki: *das Lenkrad umreißt*

Hideaki versuchte noch, dem fremden Auto auszuweichen, doch es war zu spät. Mit viel zu hoher Geschwindigkeit prallte das andere Fahrzeug in den Wagen der Kanbaras. Splittern und Scheppern war zu hören. Der Wagen überschlug sich. Einmal. Zweimal. Schlitterte dabei von der Fahrbahn in die Straßenabsperrung- Erneut war lautes Krachen zu hören und schließlich kam das Auto wieder zum Stehen.
Annas Kopf schmerzte. Alles drehte sich. Nur langsam machte sie die Augen auf, schaute sich um. Was war passiert? Ihr Blick glitt nach vorn, wo sie kaum was erkennen konnte. Was war mit der Front ihres Autos passiert? Alles wirkte zerdellt, zerbrochen und zerquetscht. Ihre Eltern in diesen Trümmern eingeklemmt. Anna lief es eiskalt über den Rücken. Hastig drehte sie sich zur Seite. Ihr Bruder hing im Sicherheitsgurt, den Kopf gegen die Scheibe gelehnt. Blut floß ihm die Stirn runter.


Anna: Nein… nein nein nein… *den Gurt löst* *mit etwas Gewalt die Tür öffnet* *rausspringt* Kazuo! *zur anderen Autoseite rennt* *Kazuo aus dem Wagen holt* *sich umschaut*
Auto: *in der vorderen Hälfte völlig zertrümmert ist*
Anna: *in ihren Taschen kramt* Handy. Handy. Handy…
Passant: *ihr auf die Schulter fasst* Der Krankenwagen ist alarmiert
Anna: *aufschreckt* *zu ihm schaut* Was?
Passant: Ich hab den Unfall gesehen und angehalten. Ich hab den Notruf bereits gemacht
Anna: *Tränen in den Augen hat* Danke… *aufspringt* Meine Eltern. Wir müssen meine Eltern da raus holen
Passant: *Anna festhält* Vorsicht, junge Dame. Das sieht schlimm aus. Besser, wir bewegen sie nicht, ehe nicht die Ärzte hier sind. Nachher machen wir noch was falsch
Anna: Aber…
Passant: Es wird schon alles wieder gut werden, Kleine. Ruhe bewahren. Bleib bei dem Jungen
Anna: *neben Kazuo wieder zu Boden sackt* Was ist passiert? *wispert* *weint*

Es dauerte gut eine Viertelstunde, dann war der Rettungswagen da. Sofort wurden Hideaki und Yukiko aus dem Autowrack geborgen und mit den Krankenwagen weggebracht. Ein weiterer Rettungswagen wurde für den Fahrer des anderen Autos gebraucht und in einem letzten Wagen wurden Kazuo und Anna weggebracht.
Es stellte sich heraus, dass Kazuo nur eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung hatte. In Ohnmacht gefallen war er durch den Schock. Anna war auch mit einer ausgekugelten Schulter und einem geprellten Arm davon gekommen. Umso schlimmer hatte es dafür ihre Eltern erwischt. Die beiden erfuhren, dass das fremde Auto frontal in die Fahrerseite des eigenen Autos gekracht war. Hideaki hatte es dabei nahezu sofort getötet. Yukikos Wunden hatte sie sich größtenteils zugezogen, als der Wagen in Folge gegen die Straßenabsperrung geschlittert und daran zerbrochen war. Die Ärzte hatten im Krankenhaus noch mehrmals Widerbelebungsmaßnahmen versucht, doch letzten Endes verstarb Yukiko noch am selben Tag.


Kazuo: *am Klavier sitzt* *ein paar Tasten drückt* *seufzt* Nee-san… Kommen Mama und Papa wirklich nicht mehr wieder?
Anna: *schluckt* Nein, Kazuo… Sie werden nie wieder kommen
Kazuo: *Tränen in die Augen steigen* Aber… wieso? Warum ist das passiert?
Anna: Ich weiß es nicht… Manchmal… ist das Leben wirklich unfair…
Kazuo: *anfängt zu heulen* Ich vermisse Mama…
Anna: *zu Kazuo geht* *ihn umarmt* Ich vermisse sie auch…

Die kommenden Wochen waren die blanke Hölle für Anna und Kazuo. Nicht nur mussten die Beiden irgendwie mit der Beerdigung fertig werden und zusehen, wie es mit der Schule weiterging, nein, leider gab es auch noch etlichen Ärger mit dem Gericht, da der Fahrer des anderen Autos, der auf wundersame Weise überlebt hatte, für sein Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen wurde.
Zudem meldeten sich nicht lange nach allem auch noch die Ämter zu Wort, die schließlich wissen wollten, wie es für die beiden Waisenkinder ohne Verwandtschaft nun weiterging. Ruhe hatten sie zumindest keine.


Anna: Kazuo, ich muss mit dir reden
Kazuo: *sich aufs Sofa setzt* Ist es wegen dem Geld?
Anna: *stockt* Woher…
Kazuo: Ich bin doch auch die meiste Zeit zuhause, Nee-san. Ich bekomm eine Menge mit
Anna: *seufzt* Stimmt… Weißt du, Kazuo… Wenn wir nicht den Strom und das Wasser bezahlen können, dann werden sie uns nicht allein wohnen lassen. Sie würden uns in ein Waisenhaus stecken
Kazuo: Und da bleiben wir nicht zusammen?
Anna: … Es ist möglich, dass du noch adoptiert wirst. Dann hättest du ein neues Zuhause und neue Eltern. Aber ich bin zu alt. Ich werde vermutlich nur kurz dort sein und dann schicken sie mich fort
Kazuo: … Ich will nicht, dass sie uns trennen
Anna: Das will ich doch auch nicht. Aber deshalb will ich ja mit dir reden. Unsere Eltern hatten eine alte Bekannte. Sie ist schon etwas älter, aber Mama und Papa haben vermerkt, dass sie unsere Ansprechperson sein soll, falls ihnen was geschieht. Und ich habe vor kurzem mit ihr telefoniert
Kazuo: Und?
Anna: Es besteht die Möglichkeit, dass wir uns etwas vorfinanzieren können und anschließend über Wasser halten, wenn ich arbeiten gehe
Kazuo: Aber arbeiten und zur Schule gehen ist doch schwer
Anna: Ich werde nicht mehr zur Schule gehen. Die Oberstufe ist zu teuer. Ich werde sie abbrechen und einen Job suchen. Und damit werde ich uns Geld verdienen und davon werde ich auch genug zurücklegen, damit du deinen Abschluss machen kannst
Kazuo: Aber… du wolltest doch studieren ö_ö
Anna: Das… werde ich leider nicht mehr können. Den Traum wirst du mir erfüllen müssen, Nii-chan
Kazuo: … Werden wir… hier bleiben können?
Anna: *schluckt* Es… tut mir Leid, Kazuo… Aber das Haus ist zu teuer. Ich… Es fällt mir wirklich schwer, aber ich wollte es verkaufen und damit eine Wohnung finanzieren
Kazuo: Aber… das hier ist unser Zuhause
Anna: Ich weiß, Kazuo, ich weiß. Aber ich werde uns das Haus nicht halten können. Und spätestens wenn ich die Rechnungen hier nicht mehr bezahlen kann, werden sie uns das Haus wegnehmen
Kazuo: Und in ein Heim stecken?
Anna: Ja…
Kazuo: *die Lippen zusammen kneift* Also… haben wir gar keine andere Wahl…
Anna: Ich wünschte, wir hätten eine…
Kazuo: Aber… das Klavier bleibt doch, oder?
Anna: *zum Klavier schaut* Es ist sehr teuer. Wenn wir es verkaufen, wäre das eine Menge Geld… Aber Mama hat es viel zu sehr geliebt. Natürlich behalten wir es
Kazuo: Das ist wenigstens etwas…..
Anna: Ja, etwas…
Kazuo: *aufschaut* Bleiben wir hier in der Stadt?
Anna: Die alte Bekannte könnte mir einen Job und eine günstige, aber gute Wohnung besorgen. Aber das wäre in Niigata
Kazuo: Ist das weit weg?
Anna: Ein gutes Stück. Ich fürchte, du wirst deine Freunde hier so schnell nicht wieder sehen
Kazuo: Das macht nichts. Wirklich Freunde hatte ich eh keine
Anna: Eh? Wie meinst du das?
Kazuo: Die anderen Jungs haben mich nie wirklich gemocht und die Mädchen doch nur wegen meinem Aussehen. Ich werd niemanden hier vermissen.
Anna: . . . Kazuo… *ihn umarmt* Ich werde mein Bestes geben, uns in Niigata ein gutes Leben zu bescheren!
Kazuo: *die Umarmung erwidert* Nee-san…

So wie der Plan beschlossen war, so wurde er auch durchgeführt. Anna meldete sich gleich am nächsten Tag bei der alten Bekannten und schaffte es, mit ihrer Hilfe den Kaufvertrag für das Haus aufzustellen. Es dauerte nicht lange und das Haus war verkauft. Die Sachen waren gepackt und es ging für Anna und Kazuo auf nach Niigata. Die ersten Tage wohnten sie bei jener Bekannten, einer älteren Frau mit zwei Katzen. Ihre Sachen hatten sie gar nicht erst ausgepackt, da sie direkt weiterzogen, kaum war der Mietvertrag für die kleine Zweizimmerwohnung unterschrieben. Noch in derselben Woche fand Anna eine feste Stelle und begann mit der Arbeit. Kazuo derweil wurde an seiner neuen Grundschule angemeldet.

Kazuo: *in der Pause allein dasitzt* *sein Bento isst*
Junge: *zu ihm kommt* Hey, kann ich mit dir zusammen essen?
Kazuo: *aufschaut* Warum solltest du das wollen?
Junge: Ich weiß nicht… Vielleicht können wir Freunde werden
Kazuo: Freunde? Wieso sollten wir?
Junge: Ähm… Weil du so allein traurig aussiehst.
Kazuo: *schnaubt* Wenn du Mitleid hast, dann hau ab. Ich brauch sowas nicht
Junge: QQ Aber… ich mein es doch ernst. Darf ich denn nicht dein Freund werden?
Kazuo: Ich brauch keine Freunde. Also verschwinde
Junge: . . . *da steht* *mit dem Fuß im Boden scharrt* *dann aber aufblickt* Sag mal, magst du Sushi?
Kazuo: Eh?
Junge: Ob du Sushi magst? Ich weiß, wo es ganz ganz leckeres Sushi gibt. Das Beste der ganzen Stadt. Ich lade dich ein
Kazuo: Sushi?
Junge: Also? Bitte sag ja. Lass uns nach der Schule Sushi essen gehen
Kazuo: Hmpf, du hörst sonst nie auf, oder? Also gut. Gehen wir Sushi essen
Junge: Juchu! Ich geh mit Kanbara-kun Sushi essen! *hüpft*
Kazuo: oô //Der scheint sich ja echt zu freuen. Merkwürdiger Junge…//

Am Nachmittag gingen sie gemeinsam zu besagtem Sushi-Restaurant. Kazuo überlegte die ganze Zeit, wie der Junge wohl hieß. Er wusste, dass er in derselben Klasse war, aber das war es auch schon. An den Namen konnte er sich nicht erinnern, aber wenn es ihn nicht täuschte, dann war er einer der Jungs, der von allen gemocht wurde.
Sie kamen am Restaurant an und setzten sich an einen Tisch. Der Besitzer kam herbei und nahm Kazuos Bestellung auf, ehe er wieder in der Ecke verschwand.


Kazuo: Eh? Bestellst du nichts?
Junge: Doch, schon… Aber ich brauch nicht zu sagen, was ich mag. Das weiß er schon längst
Kazuo: Dann isst du wohl öfter hier, oder?
Junge: Nahezu jeden Tag ^^
Kazuo: Wow… //Der muss wirklich Geld haben, wenn er sich jeden Tag Sushi leisten kann…//
Mann: *zwei Teller voller Sushi bringt* Guten Appetit, ihr Beiden^^
Junge: Danke^^
Kazuo: Danke… *das Sushi probiert*
Junge: Und und und? Schmeckt es?
Kazuo: *nickt* Das ist echt mega lecker!
Junge: Ja, nicht? Es ist das beste Sushi der Stadt
Kazuo: qq D-Danke… dass du mich eingeladen hast…
Junge: Keine Ursache. Das mach ich doch gern^^
Kazuo: Aber ich war so fies zu dir und und… Wie kann ich mich revanchieren?
Junge: Du brauchst dich nicht zu revanchieren. Aber wenn du magst, dann kannst du mein Freund werden
Kazuo: Das… meinst du wirklich ernst, oder?
Junge: Natürlich ö^ö
Kazuo: Aber wieso ich?
Junge: *zuckt mit den Schultern* Du hast keine Freunde. Ich hab keine Freunde. Dann können wir uns doch anfreunden
Kazuo: Eh? Aber du bist doch ziemlich beliebt…
Junge: Nur weil ich Baseball spiele und Kendo mache… Die Leute mögen mich und ich komm gut mit ihnen klar, aber es gibt niemanden, den ich wirklich Freund nenne und den ich nach Hause einladen würde
Kazuo: Und mich würdest du nach Hause einladen?
Junge: Jep. Wenn du willst, dann zeig ich dir nach dem Essen mein Zimmer
Kazuo: Oh, klar, warum nicht? *weiter isst* Oh, ähm… das ist mir was peinlich, aber… wie war nochmal dein Name? >_<
Junge: Hm? *lacht* Hino. Hino Shinji^^
Kazuo: Dann… kann ich dich Shinji-kun nennen?
Shinji: Natürlich, Kazuo-kun^^
Kazuo: Dann… danke für die Einladung, Shinji-kun^^ *weiter isst*
Shinji: Keine Ursache. Sag einfach Bescheid, wenn du Lust auf Sushi hast und ich lad dich wieder ein. *auch isst*
Kazuo: Aber… *aufgegessen hat* Sushi ist doch teuer. Du kannst mich doch nicht immer einladen!
Shinji: Wieso nicht? Hey, alter Mann. Darf Kazuo-kun hier öfter essen?
Mann: Nenn mich nicht alter Mann, Junge! *an die Theke kommt* Aber wenn dein Freund was essen will, dann ist er immer willkommen!^^
Shinji: *grinst Kazuo an* Siehst du? Alles bestens
Kazuo: Aber…
Shinji: Kein Aber. Komm mit nach oben, dann zeig ich dir mein Zimmer
Kazuo: Eh? Oben?
Shinji: ^__^ Hab ich das nicht gesagt? Das da ist mein Vater. Ich wohne gleich hier über dem Restaurant
Kazuo: W-Wow, wie cool!

Von da an verbrachten Shinji und Kazuo die Pausen zusammen und immer öfter kam Kazuo zu Shinji nach Hause. Bei dem so traurigen und abweisenden Jungen war immer öfter ein Lächeln zu sehen, doch egal wie oft Shinji nachfragte, Kazuo lud ihn nie zu sich nach Hause ein. Es dauerte fast ein Jahr, bis Kazuo sich doch überrungen und Shinji mit zu sich nach Hause genommen hatte.

Kazuo: *die Wohnung aufschließt* Es ist noch niemand da
Shinji: Oh, heißt das, dass in deiner Familie alle arbeiten gehen?
Kazuo: *kurz bedrückt schaut* Kann man so sagen… *in sein Zimmer geht* Das ist mein Zimmer
Shinji: *sich umschaut* *das Klavier sieht* Wow, Kazuo, kannst du etwa Klavier spielen?
Kazuo: Ich konnte es mal… Aber ich hab aufgehört zu spielen
Shinji: Echt? Wie schade… Dann kannst du mir also nichts mehr vorspielen?
Kazuo: Nein, kann ich nicht
Shinji: Hm, schade *Arme hinterm Kopf verschränkt* Dein Zimmer wirkt ziemlich trist. Hast du keinen Dekokram oder so, den du aufstellen kannst?
Kazuo: Dafür müsste ich mir erst welchen kaufen und dafür hab ich kein Geld *sich aufs Bett setzt*
Shinji: Etwa auch kein Taschengeld? ö.ö
Kazuo: Ich bekomm kein Taschengeld. Wenn ich etwas haben möchte, muss ich vorher fragen… *etwas traurig zu Boden schaut* ob wir genug Geld haben, weißt du…
Shinji: Oh… //Also sind seine Eltern nicht sehr wohlhabend…//

Es war eine Tür zu hören und kurz darauf kam Anna ins Zimmer.

Anna: Kazuo, ich bin wieder da. *Shinji sieht* Nanu? Besuch?
Shinji: *sich kurz verbeugt* Ich bin Hino Shinji. Ich bin ein Freund von Kazuo
Anna: *kurz verwundert schaut* Also… das ist Shinji-kun, von dem du immer erzählt hast? *lächelt* Hallo, Shinji-kun. Ich bin Anna, Kazuos große Schwester. Freut mich, dich kennen zu lernen
Shinji: Freut mich ebenfalls^^
Anna: Bleibst du zum Essen hier?
Shinji: Ich denke schon…
Anna: Ist gut, dann koch ich für dich mit.
Kazuo: War die Arbeit heute so früh schon aus?
Anna: *seufzt* Ja, ich hab mit meinem Chef gesprochen und es geschafft, meine Schichten zu ändern. Ich arbeite Mittwochs nicht mehr ganztägig, sondern nur noch halbtätig. Dafür bin ich Samstags morgens auch fort.
Kazuo: Ich dachte, die Wochenenden wolltest du dir frei halten
Anna: Schon, aber ich habe noch einen Nebenjob in einem Restaurant zum Kellnern angenommen. Den hab ich Mittwochs und Samstag abends und Sonntag den ganzen Tag
Kazuo: Aber dann hast du ja gar nicht mehr frei ö.ö
Anna: *Kazuo durchs Haar wuschelt* Wird schon, Bruderlein^^ Und jetzt mach ich uns erstmal etwas zu Essen! *in die Küche geht*
Kazuo: *etwas missmutig Anna nachsieht*
Shinji: *sich etwas verlegen räuspert* Ähm… deine Schwester arbeitet auch?
Kazuo: *seufzt* *wieder zu Boden sieht* Nicht auch… Es sind nur meine Schwester und ich… Und sie arbeitet immer so hart, um für meinen Schulabschluss zu sparen. Damit ich später auch auf die Oberschule gehen kann…
Shinji: Oh… Was… ist denn mit deinen Eltern?
Kazuo: *schluckt* Die… die sind letztes Jahr… da sind sie…
Shinji: *sich aufs Bett setzt* *Kazuo umarmt* Das tut mir Leid…
Kazuo: *etwas überrascht ist*
Shinji: Weißt du… ich war fünf, als ich meine Mutter verloren habe. Ich kenne einen Teil des Schmerzes. Wenn es ganz schlimm wird, dann kannst du immer zu mir kommen, ja?
Kazuo: *schluckt* Shinji… Danke…

Jener Tag markierte einen neuen Tag in der Freundschaft der Beiden. Von da an trafen sie sich auch öfter bei Kazuo, lachten mehr zusammen und manchmal rief Kazuo auch mitten in der Nacht Shinji an und weinte sich leise bei ihm aus, weil er viel zu sehr seine Eltern vermisste.
Die Grundschule endete für beide und gemeinsam traten sie ihre Schulzeit an der Seijo-Mittelschule an. Auch hier war Shinji im Baseball und im Kendo Club und wurde recht schnell zu einem der beliebtesten Leute der Schule. Aber trotz allen Ruhms blieb er der Freundschaft zu Kazuo treu und gemeinsam verbrachten sie nahezu jeden Tag.


Kazuo: *am Handy telefoniert* Was zum Henker stellst du denn bitte schön an, du Depp?
Shinji: *lacht* Es war ja keine Absicht. Ich bin einfach unglücklich gefallen
Kazuo: Unglücklich gefallen? Das nennt man schon absolute Dummheit oô
Shinji: Es tut mir ja Leid. Kommst du mich denn besuchen?
Kazuo: Bin schon auf dem Weg…
Shinji: Du bist der Beste, Kazuo^^
Kazuo: Spar dir die Reden für wenn ich da bin… *auflegt*
Typ: *ankommt* Ey, Blondie
Kazuo: Hm? Meinst du mich?
Typ: Wie wäre es mit einem Deal? Du gibst mir deine Kohle und ich verprügel dich dafür nicht
Kazuo: Netter Deal, aber ich lehne ab. Hab kein Geld bei mir. Sorry, Kumpel *weitergehen will*
Typ: Woah woah woah, nicht so schnell, Blondie. Keine Kohle gleich Prügel. Mach dich lieber auf was gefasst
Kazuo: oô Dann komm doch her, wenn du dich traust, einen jüngeren anzugreifen
Typ: Worauf du dich verlassen kannst *auf Kazuo losgeht*

Etwa eine halbe Stunde später stand ein lädierter Kazuo im Krankenhaus, besuchte dort Shinji, welcher sich beim Baseball-Training den Fuß angebrochen hatte.

Shinji: Wie siehst du denn aus?
Kazuo: Bin in eine Prügelei geraten…
Shinji: Wie das?
Kazuo: *zuckt mit den Schultern* Typ wollte Geld. Ich hab Nein gesagt. Er hat angefangen. Ich hab gewonnen.
Shinji: .___. Ich hoffe, das kommt nicht wieder vor…
Kazuo: . . .
Shinji: Kazuo?
Kazuo: Ehrlich gesagt… War es eine Genugtuung. Wenn ich nochmal die Chance für sowas hab, ergreif ich sie
Shinji: Aber… das ist gefährlich!
Kazuo: *zuckt mit den Schultern* Vielleicht ist es genau das, was ich brauche… Tut mir echt Leid, Shinji
Shinji: *seufzt* Schon gut… Aber schau, dass du dich nicht zu sehr bei sowas verletzt, ja?
Kazuo: *grinst* Keine Sorge, ich bin nicht so leicht unterzukriegen!

Die Zeit verging und Kazuo geriet immer öfter in Prügeleien. Meistens ließ er sich anschließend von Shinji wieder zusammenflicken, doch wirklich geheim halten konnte er diese ständigen Rangeleien nicht. Wann immer Anna auffiel, dass Kazuo sich schon wieder geprügelt hatte, rügte sie ihn zurecht. Kazuo ignorierte sie und so verschlechterte sich auch das Verhältnis der Beiden. Kazuo nahm es einfach hin. Er lebte der Ansicht nach, dass sie eh keine richtige Familie mehr waren, nicht zuletzt, da Anna eh pausenlos weg war und arbeitete und damit Kazuo allein ließ. Shinji war für Kazuo der einzige Anhaltspunkt, um überhaupt weiterzumachen…

Shinji: *auf seinem Bett liegt* *einen Manga liest* Sag mal, Kazuo…
Kazuo: *ans Bett gelehnt auf dem Boden sitzt* *ebenfalls liest* Was denn?
Shinji: Wirst du nach diesem Schuljahr eigentlich weiter machen mit der Schule?
Kazuo: Gute Frage… Schätze schon…
Shinji: Ach, echt? ö.ö
Kazuo: Ich hab ziemlich gute Noten. Wär eine Verschwendung, nicht weiterzumachen. Außerdem würde Anna mich köpfen, wenn ich wie sie die Oberschule abbreche
Shinji: Stimmt… Aber könnt ihr euch das leisten?
Kazuo: Anna hat all die Jahre Geld zurückgelegt und angespart. Sie sagt, davon könnte sie mir die Oberschule finanzieren. *zu Shinji sieht* Sie sagt sogar, wenn ich in eine Oberschule komme, würde ich auch Taschengeld bekommen
Shinji: Echt? Taschengeld? Cool!
Kazuo: *grinst* Es wird zwar nicht viel sein, aber es reicht, um ab und an mal ins Kino oder in die Spielhalle zu gehen
Shinji: Na, das ist doch klasse. Weißt du denn schon, welche Oberschule?
Kazuo: Ich dachte an die Seijo-High. Die ist ziemlich nahe und gar nicht mal so verkehrt.
Shinji: Die Seijo-High… *grinst* Das ist auch die, auf die ich wollte. Das heißt, wir werden beide noch länger zusammen zur Schule gehen
Kazuo: *nickt* Ja, das ist echt cool
Shinji: *sich aufrichtet* *Hände in die Luft streckt* Booyah, Kazuo und ich bleiben noch länger zusammen! *lacht*
Kazuo: *mitlacht* *dabei zu Shinji sieht* *für den Moment mit den Augen an Shinjis Lippen hängen bleibt* *stockt* //Was zum…// *wegsieht* //Was sollte das denn gerade?//

Am Abend lag Kazuo daheim auf seinem eigenen Bett. Als Anna zum Essen rief, stand er auf, ging in die Küche. Es war nicht viel, einfach nur ein wenig Ramen, aber es reichte für ein Abendmahl.

Anna: Und, wie war die Schule heute?
Kazuo: Wie immer… *zu Anna sieht* Sag mal, Anna… Hast du eigentlich jemals einen Freund gehabt?
Anna: *sich verschluckt* W-was?
Kazuo: Einen Freund. Ob du einen gehabt hast
Anna: *rot wird* Wie-wieso fragst du?
Kazuo: e_ê Du warst also mal verliebt?
Anna: Ja u//.//u Wieso fragst du?
Kazuo: //Wie kann sie bei all der Arbeit überhaupt mal verliebt sein? oô// Ich frag mich nur, wie das ist, wenn man verliebt ist
Anna: oô Okay… Wie war das noch bei mir…? Man freut sich tierisch, wenn die Person, die man liebt, einem Beachtung schenkt. Wenn man sie sieht oder ihre Stimme hört, dann schlägt das Herz höher. Und man kann eigentlich gar nicht mehr den Blick von ihr abwenden. *seufzt* Und man wünscht sich nichts sehnlicher, als von dieser Person geküsst zu werden…
Kazuo: *aufmerksam zuhört* Anna… Du warst verliebt, aber nicht mit der Person zusammen?
Anna: *schief lächelt* Es war ein Klassenkamerad von mir. Ich dachte immer, er hätte kein Interesse an mir. Als er erfuhr, dass ich die Schule abbrechen würde, kam er zu mir und gestand mir seine Liebe. Aber geändert hat das an meiner Entscheidung nichts
Kazuo: Eh? Du hättest mit ihm zusammen kommen können und hast es abgelehnt?
Anna: Ich musste schauen, wie es mit uns beiden weitergeht. Und egal, wie sehr ich ihn geliebt habe, du warst mir wichtiger.
Kazuo: Anna…
Anna: *seufzt leise* *lächelt dann aber wieder* Aber mach nicht so ein Gesicht. Vergessen wir das Ganze und essen wir weiter^^
Kazuo: Ja, klar… *weiterisst*

Nach dem Essen lag Kazuo noch eine Weile in seinem Bett, starrte die Decke an. Anna hatte ihr Liebesglück aufgegeben, nur für ihn. Auf einmal sah er seine Schwester in einem völlig anderen Licht. Alles, was sie bis heute getan hatte, hatte sie nur für ihn getan. Kazuo seufzte und drehte sich um. Verliebt sein… Wenn das, was Anna sagte, stimmte, dann… dann war er in Shinji verliebt! Er hatte sich tatsächlich in seinen besten und einzigen Freund verliebt. Das war gar nicht gut.

Kazuo: Shinji darf davon nichts erfahren… Ich werd mir nichts anmerken lassen dürfen… *seufzt* Shinji… Ich liebe dich…