Episode 16: Nachdem Toshiro gefangen genommen wurde
Als Toshiro zu sich kam, fand er sich in einem kleinen, schlichten Raum wieder. Es gab ein Bett, auf welchem er lag, und mehr nicht. Er seufzte leise, rieb sich die Stirn und richtete sich auf. Sein Kopf dröhnte ihm enorm, doch da jegliches Fluchen eh ungehört bleiben würde, schwieg er.
Wie lange er so da saß, das wusste er nicht. Vermutlich eine halbe Ewigkeit, ehe ein Schlüssel zu hören war und sich kurz darauf die Zimmertür öffnete. Herein kam Ryo, der die Tür auch prompt hinter sich wieder schloss, sofort auf Toshiro zu kam und ihn mit besorgtem Blick musterte.
Ryo: Toshiro, geht es dir gut?
Toshiro: Ich glaub, wir müssen nochmal über die Methoden sprechen, mit denen hier gearbeitet werden...
Ryo: *lächelt entschuldigend* Wenn sie nicht grob geworden wären, wäre es nicht überzeugend gewesen...
Toshiro: Eine Platzpatrone gegen die Stirn? Was, wenn mich das umgebracht hätte?
Ryo: Ich habe vollstes Vertrauen in Wyatts Fähigkeiten
Toshiro: Ich weniger. Zumal er kurz zuvor mit einer echten Kugel auf deinen Bruder geschossen hat
Ryo: Ja, und Kanbara hat abgefangen. Wyatt hat mir bereits versichert, dass er bei Rei auf keine lebensbedrohliche Region gezielt hatte.
Toshiro: Und du glaubst, man könnte seinen Worten wirklich Glauben schenken?
Ryo: Niemand ist gestorben, und die Wächter sind davon überzeugt, dass du in Schwierigkeiten steckst. Für mich scheint alles nach Plan gelaufen zu sein
Toshiro: *zieht eine Schnute* Ich fand es trotzdem leichtsinnig
Ryo: *lächelt* *ihm durch das Haar wuschelt* Was für eine angenehme Abwechslung, dass mal nicht ich derjenige bin, der Zweifel an der Ausführung hat
Toshiro: Du färbst halt ab
Ryo: *sich neben ihn setzt* Etwas mehr Vorsicht kann sicher nicht schaden
Toshiro: *sich an ihn anlehnt* Was passiert jetzt?
Ryo: Du gibst mir deinen Ring und lässt dich ein bisschen herumschubsen. Wenn die Zeit gekommen ist, wirst du wieder freigelassen
Toshiro: Einfach so?
Ryo: *lächelt* Es wird im Zuge eines Austausches sein
Toshiro: Die anderen Wächter werden jetzt sicher übervorsichtig sein. Wie willst du dann an einen weiteren kommen?
Ryo: Wir tauschen dich nicht durch einen Wächter aus *lächelt ihn an* Ich habe jemand anderen im Kopf, der wunderbar als Druckmittel herhalten wird
Toshiro: *fragend schaut* Okay...
Ryo: *ihm einen Stirnkuss gibt* Vertrau mir einfach. Der Plan wird funktionieren...
Episode 16: Nachdem Kazuo seine Nachricht gesendet hat
Masashi lag daheim auf seinem Bett. Von der anderen Seite der Tür her hörte man das Klappern von Geschirr und leise Stimmen. Mizuki half ihrer Mutter beim Spülen, sprach mit ihr dabei über Gott und die Welt. Masashi interessierte es nicht. Er hatte die Augen geschlossen und döste vor sich hin. Erst das Vibrieren seines Handys ließ ihn wieder aufschauen. Neugierig nahm er das Handy in die Hand und hob eine Augenbraue, als er sah, dass er eine Nachricht von einer unbekannten Nummer bekommen hatte. Prompt öffnete er diese und las sie.
"Ich möchte noch einmal mit dir über die Ringe sprechen. Wann können wir uns treffen? Kanbara."
Beinahe sofort zogen sich Masashis Lippen nach oben. Endlich. Das war es, worauf er gewartet hatte. Was auch immer passiert sein mochte, aber endlich hatte Kanbara den Köder geschnappt.
Sofort hatte Masashi auf die Tasten getippt, eine Antwort geschickt und dabei um ein morgiges Treffen gefragt. Ja, nun hatte er seine Chance, Kazuo zu angeln. Er würde sie sicher nicht verspielen.
Episode 17: Als Kazuo sich mit Masashi traf
Kazuo sah überrascht zu Masashi. Masashi hingegen lächelte nur mit seiner gewöhnlichen Selbstsicherheit. Er wandte sich langsam wieder von Kazuo ab, ging ein paar Schritte auf Abstand.
Masashi: Was glaubst du, woher wusste Nakatsukasa, wer die Wächter sind?
Kazuo: Eh? Ehm... Shinji hat ihm davon erzählt.
Masashi: Oh, ja, von Kojima und von dir und... *zu Mizuki schielt* Von uns... Aber woher wusste er von den Anderen? Woher wusste er von Hino?
Kazuo: Von Shinji? *denkt nach* Nakatsukasa ist einfach auf Shinji zugekommen. Kurz nach den ersten Angriffen von "Nightmare"...
Masashi: Und das, obwohl Hino nie etwas von einem Ring verlauten gelassen hatte, oder?
Kazuo: Nein...
Masashi: Aber Hino ist nicht der Einzige. Was ist mit dem anderen Wächter?
Kazuo: Dem anderen... Toyama? Soweit ich weiß, sind Nakatsukasa und Toyama Nachbarn.
Masashi: Nachbarn... Weißt du, ich kann ja nachvollziehen, wenn sich zwei Wächter per Zufall in der Schule kennen lernen und anfreunden. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man direkt nebeneinander wohnt?
Kazuo: Naja, wenn die Familien sich vorher kannten...
Masashi: Mit Toyama ist der Sonnenring zum ersten Mal in den Händen seiner Familie. Es gleicht fast schon Zufall, dass Toyama zum Träger wurde
Kazuo: Vielleicht wurde er zum Träger, weil Nakatsukasa direkt neben ihm wohnte?
Masashi: Nope. Laut meinen eigenen Recherchen kam der Sonnenring vor etwa fünf, sechs Jahren nach Niigata. Und weißt du, wann Nakatsukasa hierher kam? Vor etwa drei Jahren
Kazuo: Du meinst, er ist absichtlich neben Toyama eingezogen?
Masashi: Nun, in der Tat mag es Zufall sein, dass der Ring bei Toyama gelandet ist und Toyama direkt neben der Familie Nakatsukasa lebt. Aber Nakatsukasa Toshiro gehörte ursprünglich nicht zu dem Haushalt.
Kazuo: Hä?
Masashi: *geht zu seinem Schreibtisch in der Ecke* *kramt einen dünnen Ordner hervor* *reicht diesen schließlich Kazuo* Nakatsukasa behauptet, der ältere Bruder von Nakatsukasa Ayumi und Yosui zu sein. Der Sohn von ihren Eltern. Tatsächlich aber ist er...
Kazuo: *das Blatt mustert* lediglich ihr Cousin... aus Tokyo...
Masashi: Ganz genau. In Tokyo hat er alles gehabt. Seine Familie dort scheint perfekt zu sein, in seiner Schule lief alles bestens, nirgends ein Anzeichen von Problemen und trotzdem ist er zielgenau nach Niigata gekommen.
Kazuo: Vielleicht hat er erfahren, dass die anderen Ringe hier sind und wollte, dass alle in der Nähe sind...
Masashi: Mit Sicherheit. Aber woher wusste er, wo alle Ringe sind? Wie konnte er so zielgenau zu Hino gehen? Wenn mich nicht alles täuscht, gab es nur einen Ringträger, auf den sich anfangs alle Ziele konzentriert haben...
Kazuo: Shinji... Warte mal... *überrascht zu Masashi schaut* Willst du gerade darauf hinaus, dass Nakatsukasa unser Feind ist? "Nightmare" hat ihn entführt! Warum sollten sie ihren eigenen Verbündeten angreifen?
Masashi: Um euch Panik zu bereiten. Was wäre einfacher, als einen Ringträger zu fangen, der in alles eingeweiht ist und einfach mitspielt? Ein einfaches Spiel für "Nightmare" und ihr alle glaubt, sie seien übermächtig und ihr hättet keine Chance.
Kazuo: *den Blick senkt* Aber...
Masashi: Kanbara-kun...*wieder auf ihn zukommt* Ihr habt euch "Nightmare" gestellt und es ging schief. Wessen Idee war es, einen Gegner anzugreifen, gegen den ihr noch jeden Kampf verloren habt?
Kazuo: Nakatsukasas...
Masashi: Was für eine Überraschung... *nahe an dessen Gesicht sagt*
Kazuo: *schweigt*
Masashi: Ich sagte dir, was ich denke. Nakatsukasa Toshiro steckt mit "Nightmare" unter einer Decke. Darum rennt er auch so offen herum und spricht über die Ringe, als wäre es kein Geheimnis und kein Risiko. Weil er genau weiß, dass er selbst nichts zu befürchten hat. Dass er nun entführt wurde, ist auch nur ein weiterer Trick. Am Ende wird er uns alle hintergehen, um uns die Ringe wegzunehmen. Niemand misstraut schließlich einem kleinen unschuldigen Jungen, nicht wahr? *Kazuo ins Ohr gewispert hatte*
Kazuo: *erschaudert* *ballt die Hände etwas* D-Das stimmt...
Masashi: *lächelt breit* Also? *lehnt sich wieder zurück* Ich wollte mir ursprünglich das Spiel noch etwas anschauen, bevor ich mich einmische, aber wenn du um meine Hilfe bittest... Ich bin mir sicher, Nakatsukasa wird uns verraten. Und dann will ich ihn tot sehen, wie es sich für verräterische Ratten wie ihn gehört. Das ist der einzige Preis nach dem ich frage. Also, nimmst du meine Hilfe an?
Episode 17: Nachdem Ryo Shinji ausgeknockt hat
Ryo: *in Toshiros Raum gestürmt kommt* *die Tür hinter sich zuknallen lässt*
Toshiro: *vom Bett aufschreckt* Ryo-san! Ist etwas passiert?
Ryo: Kanbara hat sich auf Fukano eingelassen
Toshiro: Eh? Du meinst, Kanbara-senpai hat zugesagt, mich auszuliefern?
Ryo: Die Wächter hatten eine Versammlung. Die Fukanos waren auch dabei. Angeblich hätten sie die Bedingungen neu verhandelt. Ich glaube das nicht *sich neben Toshiro setzt* Ich weiß nicht, was er Kanbara erzählt hat, aber es hat gereicht, dass sich Kanbara bereit erklärt hat, dich auszuliefern
Toshiro: ... Aber ich werde mich nicht ausliefern, oder?
Ryo: Das werde ich nicht zulassen! *schnaubt* Aber wenigstens weiß ich nun, dass er es wirklich ist... Nur er würde es schaffen, so etwas zu vollbringen. Kanbara passt perfekt in sein Muster...
Toshiro: *Ryo mustert* Was für ein Muster?
Ryo: *Toshiro durchs Haar wuschelt* Nur eine Vermutung, die ich gehabt hatte
Toshiro: Okay... Was machen wir jetzt?
Ryo: ... Shinji-kun hat erfahren, dass ich zu "Nightmare" gehöre. Ich habe ihn ausgeschaltet
Toshiro: Eh? Was meinst du damit?
Ryo: Nur ein, zwei Schläge mit meinen Flammen. Nichts Tragisches. Aber das heißt, dass wir schneller handeln müssen
Toshiro: Schneller handeln... Das heißt?
Ryo: Ein, zwei Tage höchstens, dann bist du wieder auf freiem Fuß. Du wirst ihnen den Weg zum Versteck zeigen und sie alle hierher locken. Stell dich schon einmal darauf ein, dass wir bald von hier fort müssen
Toshiro: Darauf bin ich schon längst eingestellt. Ich werde Ayumi vermissen, aber das ist in Ordnung.
Ryo: Und Toyama?
Toshiro: *zuckt mit den Schultern* Ich wusste, worauf ich mich einlasse, wenn ich mich mit ihm anfreunde...
Ryo: *zieht Toshiro zu sich* Es tut mir Leid, dass ich dir so viel zumute
Toshiro: *lehnt sich an ihn* Das braucht es nicht. Ich würde alles für dich tun, Ryo-san
Ryo: Ich weiß...
Toshiro: Ich liebe dich, Ryo-san
Ryo: *lächelt* Ich dich auch....
Episode 18: Als Daisuke Ryos Anruf erhielt
Im Fernsehen ertönte das Gelächter einer Comedy-Show, als Anna mit zwei Tassen Tee aus der Küche kam. Sie hatte die eine Tasse vor Daisuke auf den Tisch gestellt und sich gerade mit ihrer eigenen neben ihren Freund gesetzt, als Daisukes Handy klingelte. Kurz entschuldigte Daisuke sich, stand auf und ging etwas auf Abstand.
Daisuke: Ja? ... Was? ... Aber... Nein, ist in Ordnung. Ich habe verstanden... Ist gut... *auflegt* *seufzt*
Anna: War das deine Arbeit?
Daisuke: Mehr oder weniger, ja
Anna: *zu ihm schaut* Ist alles in Ordnung?
Daisuke: *einen Moment noch missmutig blickt* *dann aber lächelt* Ja, alles in Ordnung
Anna: Es klang irgendwie nicht danach...
Daisuke: ... Anna... Ich hab dich gern, wirklich. Aber ich fürchte, das wird keinen Unterschied machen
Anna: *die Stirn runzelt* Wovon redest du, Daisuke?
Daisuke: Wusstest du, dass dein Bruder im Besitz eines magischen Ringes ist? Er ist ein so genannter "Wächter"
Anna: Was?
Daisuke: Und ich gehör zu einer kleinen Gruppe, die hinter dem Ring her ist. Der Anruf gerade war von meinem Boss. Meine Mission hat sich etwas abgeändert
Anna: *langsam aufgestanden war* Was genau meinst du? Daisuke, ich verstehe nicht...
Daisuke: Ganz einfach. Es ist wie in einem Film. Kazuo gehört zu den Guten. Ich gehör zu den Bösen. Und dich muss ich jetzt mitnehmen. Als Druckmittel für ihn.
Anna: Das ist ein schlechter Scherz...
Daisuke: Es ist keiner. Also... wir können es auf die einfache Tour machen und du kommst einfach mit oder wir nehmen die harte Tour und ich knock dich aus
Anna: *den Kopf schüttelt* Du willst mich auf den Arm nehmen...
Daisuke: *langsam auf sie zukommt* Nicht einmal ansatzweise
Anna: Bleib gefälligst da stehen! *ihre Tasse nach ihm wirft*
Daisuke: *der Tasse ausweicht* *ums Sofa herum kommt* Also die harte Tour, huh?
Anna: Du Bastard! *den Rand des Wohnzimmertisches packt* *ihn in Daisukes Richtung umwirft*
Daisuke: *etwas zurück weicht*
Hastig lief Anna um die andere Seite des Sofas herum, versuchte, in Richtung Haustür zu rennen. Doch Daisuke war schneller, hatte sie eingeholt und am Arm gepackt. Anna schrie laut auf, versuchte, zuzuschlagen. Daisuke fing den Schlag ab. Eine gekonnte Beinbewegung und er hatte Anna auf den Boden befördert, hielt sie fast schon schraubstockhaft fest. Er schenkte ihr einen letzten bedauerlichen Blick, dann hatte er die Faust auch schon erhoben und mit Wucht zugeschlagen. Anna rührte sich nicht mehr. Schnell hatte Daisuke kontrolliert, dass sie wirklich nur bewusstlos war, bevor er tief durchatmete.
Er ging in die Küche, nahm sich vom Block für EInkaufszettel ein leeres Blatt und schrieb eine kurze Nachricht darauf, welche er im Wohnzimmer platzierte. Ein letztes Mal blickte er durch den Raum, den er vermutlich nie wieder betreten würde, dann machte er sich daran, Anna zum Versteck zu schaffen.
Episode 18: Als Kuroe bei Kazuo übernachtete
Kazuo saß auf seinem Bett. Die Beine eng angezogen und mit den Armen umschlossen, blickte er abwesend in die Leere. Leise öffnete sich seine Zimmertür und Kuroe kam herein, ein Handtuch auf den Schultern.
Kuroe: Danke, dass ich das Bad nutzen durfte...
Kazuo: Schon gut...
Kuroe: *sich neben Kazuo setzt* Anna-san geht es sicher gut...
Kazuo: Das weiß keiner...
Kuroe: Man darf nur nicht negativ denken...
Kazuo: *seufzt* Ich hab außer ihr keine Familie mehr, Kuroe! Meine Eltern sind tot. Ohne Anna bin ich aufgeschmissen. Ich kann nichts, ich hab kein Geld, ich...
Kuroe: *umarmt ihn* Du hast mich! *ihn unterbricht* Im schlimmsten Fall... k-kommst du zu mir. Das wird gehen. Ich verspreche es! *ihn etwas fester drückt* Aber ich bin mir sicher, du bekommst Anna-san zurück. Ganz bestimmt!
Kazuo: *schluckt* *zögerlich die Umarmung erwidert* Danke, Kuroe...
Kuroe: Dafür musst du mir nicht danken... Dafür sind Freunde doch da, oder?
Kazuo: *das Gesicht an Kuroes Brust vergräbt* Ja... *leise sagt* Und ich bin gerade sehr dankbar dafür, dass wir Freunde sind...
Kuroe: *den Blick leicht senkt* Ich auch, Kazuo-kun...
Eine Weile saßen sie einfach nur da, bevor sich Kazuo doch von Kuroe löste und ihn matt anlächelte. Kuroe erwiderte das Lächeln sanft, bevor er vorschlug, dass sie beide zusammen ein paar Spiele spielten. Kazuo nickte dazu nur und den Rest des Abends versuchten sie sich mit verschiedenen Playstation-Spielen abzulenken, bis ihnen vor Müdigkeit die Augen zufielen.
Episode 20: Als Anna in Gefangenschaft war
Langsam schritt Daisuke die Gänge entlang. In seinen Händen hielt er ein Tablett mit einer Schüssel Reis, einem Teller Fleisch und einer Flasche Wasser. Vor einer Zelle blieb er damit stehen, blickte hinab zu Anna, welche am anderen Ende an der Wand saß. Den Kopf hatte sie in den hochgezogenen Beinen vergraben. Doch nun blickte sie langsam auf. Ihr Blick verdüsterte sich direkt, als sie Daisuke erkannte.
Anna: Was willst du?
Daisuke: Ich will dir dein Essen bringen
Anna: Keinen Hunger! *wegsieht*
Daisuke stellte das Tablett auf den Boden und schob es unter einem passenden Loch in der Zellenwand hindurch auf Annas Seite.
Daisuke: Du solltest etwas essen... Ich weiß nicht, wann du hier wieder raus kommst...
Anna: Jetzt tu nicht so, als seist du besorgt um mich, du Mistkerl!
Daisuke: *sieht sie missmutig an* Und was, wenn ich wirklich besorgt bin?
Anna: *kalt lacht* Natürlich. Du kommst wie Prince Charming in mein Leben und mimst den perfekten Freund und auf einmal machst du das alles kaputt. Du entführst mich und sperrst mich in eine Zelle und lässt mich hier versauern und nur weil du mir etwas zu Essen bringst, soll ich dir glauben, dass du irgendwas von deinen Liebeslügen ernst gemeint hast?
Daisuke: . . . Ich weiß, es klingt nicht überzeugend...
Anna: Nicht einmal ansatzweise *kalt sagt*
Daisuke: Anna, wenn ich eine andere Wahl gehabt hätte...
Anna: Die hattest du! Du hattest die Wahl, dem Befehl zu gehorchen oder nicht. Du hast dich für Ersteres entschieden. Ich will keine Entschuldigungen von dir mehr hören. Ich... ich... *zittert leicht* *schluckt ihre Tränen runter* Du bist für mich gestorben, Kamen...
Daisuke: *senkt den Blick* Ich verstehe... *wendet sich von der Zelle ab* Ich würde mich trotzdem freuen, würdest du auf einen Hungerstreik verzichtet. Dir selbst zuliebe...
Und mit diesen Worten ging Daisuke wieder, hielt den Blick gesenkt. Doch er blickte sich nicht mehr um und er ignorierte auch das leise Schluchzen, welches hinter ihm aus jener Zelle erklang...