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auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



Flame of the Abyss

Episode 03


Mizukis Traum


Shinji: Woher wollen wir denn wissen, dass Chloe-kun Recht hat? Es ist nur eine Vermutung. Er könnte auch völlig falsch liegen
Rei: Dafür klingt das, was er sagt aber ziemlich schlüssig, findest du nicht?
Shinji: Alles klingt schlüssig, wenn man es glauben will! Chloes Vermutung basiert allein auf seinem Eindruck, dass Damian eine ähnliche Besessenheit hat wie Zaira. Aber wer sagt, dass diese aus persönlichen Gründen ist?
Rei: *bleibt nachdenklich stehen* Weil es ziemlich dem nahe kommt, was Ryo ist...
Shinji: *auch stehen geblieben ist* Was meinst du damit?
Rei: Ryo ist seit Jahren mit Nakatsukasa zusammen gewesen. Sie kannten sich schon noch bevor Nakatsukasa eingeschult worden war. Und obwohl die Beiden so lange befreundet und sogar zusammen gewesen waren, hab ich nie auch nur im entferntesten mitbekommen, dass die beiden sich gekannt hatten. Er ist mein großer Bruder, aber ich habe keine Ahnung über sein Privatleben...
Shinji: Dann hat er eben nichts davon erzählt gehabt. Ich kann es irgendwie verstehen. Die Beiden sind neun Jahre auseinander. Ich würd an seiner Stelle auch nur ungern meinem kleinen Bruder meinen Freund vorstellen, der noch ne Runde jünger ist...
Rei: Und Damian? Die Beiden verstehen sich verdammt gut... Ich schätze, die Beiden kannten sich auch schon vor „Nightmare“. Immerhin musste Ryo ja irgendwie auf Cyrus gekommen sein als Mittel, um Damian für sich zu gewinnen
Shinji: Ryo-san und Damian befreundet? Könnte hinkommen... Über die „Red Streak“, richtig? Aber vielleicht war es auch nur eine Bekanntschaft. Damian ist ein potentieller Ringträger. Vielleicht hatte er ursprünglich auch einen Ring bekommen sollen? Dann wäre es verständlich, dass die Beiden einander vorgestellt wurden.
Rei: Shinji... Hör auf, das alles schön zu reden. Ich hab keine Ahnung, wer mein Bruder wirklich ist, selbst jetzt nicht. Und obwohl eigentlich alle Karten jetzt offen liegen sollten, wird uns immer noch etwas verschwiegen. Irgendetwas Wichtiges. Ich stimme Chloe zu. Das mit Kodan ist irgendetwas persönliches
Shinji: *seufzt* Ich weiß immer noch nicht so Recht...

Langsam setzten sie ihren Weg fort. Ein Stück weit gingen sie noch Seite an Seite, ehe sie sich an einer Kreuzung voneinander verabschiedeten und sie sich in Richtung ihrer jeweiligen Häuser aufmachten.

Am Abend waren Rei und Ryo beide im Trainingsraum des Kojima-Anwesens. Beide hatten ihre Tonfas gezückt. Rei griff immer wieder auf verschiedene Arten und Weisen an, während Ryo gekonnt und mühelos blockte oder auswich, dabei immer wieder Verbesserungsvorschläge gab.


Rei: Warum wird uns Wächtern eigentlich nichts erzählt? *mit einem Mal fragt*
Ryo: Wovon redest du, Brüderchen? *ruhig fragt*
Rei: Über Kodan. Du bist ihm auf die Schliche gekommen. Aber warum erfahren wir mit keinem Wort, wie du das geschafft hast?
Ryo: Weil es euch nichts nützt. *nüchtern sagt* Es spielt keine Rolle, wie ich auf ihn aufmerksam wurde, jetzt, wo er so oder so seine Deckung auffliegen gelassen hat
Rei: 'Deckung auffliegen'? Wenn er das wirklich gemacht hätte, dann könnten wir offen Jagd auf ihn machen, aber der Kerl ist perfekt untergetaucht. Warum könnt ihr ihn nicht wieder so aufspüren, wie du es die letzten Jahre gemacht hast?
Ryo: Er hat seine Strategie gewechselt
Rei: Ach ja?
Ryo: Glaubst du mir etwa nicht?
Rei: Ich frage mich nur trotzdem, wieso du mir nicht vom Anfang der Geschichte erzählst
Ryo: Weil es da nichts zu erzählen gibt
Rei: Wohl eher, weil du nichts erzählen willst. *verengt die Augen* Ihr kanntet euch, nicht wahr? Und dann hat er irgendeine Nummer gedreht, die dich aufgeregt hat. Deswegen willst du auch niemandem etwas sagen. Das hier ist eine persönliche Vendetta deinerseits. Wegen damals, wegen deiner Flammen... und wegen Nakatsukasa
Ryo: REI! *bedrohlich schreit* *tief durchatmet* Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass ich ihn von früher kenne, aber ich kann dir versichern, dass dem nicht so ist. Ich bin auf Ungereimtheiten in Vorfällen der „Red Streak“ gestolpert und habe diese weiter verfolgt. So bin ich auf Kodan gekommen. Aber solche Fehler erlaubt er sich jetzt mit Sicherheit nicht mehr
Rei: Und warum konntest du das jetzt erst erzählen? Ryo, ich hab keine Lust mehr auf diese Vertuschungen. Red endlich mit mir Klartext
Ryo: Ich rede mit dir, wie ich will.
Rei: Also war das gerade eine Lüge
Ryo: Könntest du vielleicht aufhören, alles was ich sage in Frage zu stellen?
Rei: Nein.
Ryo: *seufzt* Wieso nur?
Rei: Weil du mir in den letzten Monaten gut gezeigt hast, dass du ein ausgezeichneter Lügner bist
Ryo: *verdreht die Augen* Wenn ich deiner Meinung nach nur lüge, warum fragst du mich dann überhaupt noch nach der Wahrheit? *steckt die Tonfas weg* Unser Training ist beendet. Üb noch ein wenig deine Flammen und dann geh schlafen
Rei: *schnaubt* *ihm nachsieht* Klar...

An anderer Stelle hatte die Familie Toyama gerade das Abendessen beendet, als es an der Tür klingelte. Etwas verwirrt machte sich Haruto daran, die Tür zu öffnen, nur um noch überraschter zu schauen, als sein Trainer vor ihm stand.

Haruto: Coach! Was machen Sie denn hier?
Coach: Mit dir reden, Toyama. Kann ich kurz reinkommen?
Haruto: Ehm, klar...

Haruto führte seinen Trainer geradewegs ins Wohnzimmer. Seine Mutter lugte aus der Küche neugierig herein, hob kurz eine Augenbraue.

Mutter: Haruto, wer ist denn unser Besuch?
Coach: Entschuldigen Sie die späte Störung, Toyama-san. Ich bin der Coach des Seijo-Boxclubs.
Mutter: Harutos Coach? Er hat doch nicht etwas angestellt, oder? *besorgt fragt*
Coach: *den Kopf schüttelt* Nein, ich komme wegen etwas Anderem. *zu Haruto schaut* Du hast dich beim letzten Turnier richtig klasse gemacht!
Haruto: *erinnert sich zurück* Na ja, man tut, was man tun muss, huh?
Coach: Genau die richtige Einstellung fürs Boxen! Darum komm ich auch mit guten Nachrichten
Haruto: Ach ja?
Coach: Ja. Bei dem Turnier war im Publikum ein Bekannter von mir. Ein Coach vom Hiro Sports College in Tokio.
Haruto: Ehm... okay?
Coach: Er war begeistert von dir, Toyama. So sehr, dass er dir sogar ein Stipendium für sein College anbietet
Haruto: W-Warte, was? Ein... Ein Stipendium für das HSC?
Coach: Ganz genau! Wenn du jede deiner Abschlussprüfungen mit mindestens 60 Punkten pro Prüfung bestehst, ist alles in Butter und du hast den Platz in Tokio. Vorausgesetzt, du nimmst das Angebot an
Mutter: *Stumm zugehört hatte* Das Hiro Sports College... Das ist doch ein sehr berühmtes und etabliertes Sportcollege, oder?
Coach: Das wohl beste, an welchem man als junger Sportler landen kann
Mutter: Oh, das ist doch wunderbar! Nicht wahr, Haruto?
Haruto: Du machst dir keine Gedanken darüber, dass ich dann nach Tokio ziehen müsste?
Mutter: Aber nein... Du bist ein vernünftiger Junge. Ich bin mir sicher, du kannst gut auf dich aufpassen. Du solltest das Angebot annehmen. Profisportler zu werden ist doch dein großer Traum!
Haruto: Ja... ist es...
Mutter: Na, dann zeig doch einmal etwas mehr Begeisterung!
Haruto: Ich... ich freu mich ja, es ist nur... Die Nachricht kommt ziemlich überraschend...
Coach: Und etwas spät, ich weiß. Aber mein Kollege musste sich ziemlich anstrengen, damit er da was reißen konnte. Toyama, so eine Chance bekommst du nie wieder. Denk also gut drüber nach, was du machen willst
Haruto: *nickt* Natürlich, werde ich.

Und damit verabschiedete sich der Coach wieder und verließ das Haus. Toyama blickte noch einen Moment auf die Tür, dann verabschiedete er sich allerdings in sein Zimmer und schmiss sich aufs Bett. Ein Stipendium am HSC in Tokio. Das war die mit Abstand beste Nachricht seit langem und doch fand er nicht ganz seine Freude daran. Sein Blick fiel auf seine Hand, an welcher der Sonnenring war. Er war ein Wächter. Er hatte Verpflichtungen. Und das war noch nicht einmal das Problem. Haruto war zuversichtlich, dass er sicher auch für eine Weile woanders leben konnte, als die anderen Wächter. Nein, das Problem war Kodan. Solange dieser da war, konnte Haruto unmöglich Niigata verlassen. Was, wenn Kodan ihm folgte und ihn allein in Tokio stellte? Haruto hatte dann vermutlich nicht den Hauch einer Chance und er durfte seinen Ring nicht auch noch verlieren. Aber sein Coach hatte Recht. Wenn er dieses Angebot nicht annahm, dann war sein Weg, eine Sportlerkarriere anzunehmen um ein vielfaches schwerer. Er seufzte. Was nur sollte er tun?

Währenddessen saßen die Mitglieder des Kanbara-Haushaltes allesamt beim Essen. Anna blickte dabei etwas missmutig in die Runde. Kazuo schaute vehement auf seinen Teller und aß davon, während Chloe eher lustlos in seinem Essen herumstocherte und immer wieder unsichere Blicke zu Kazuo warf. Leise seufzte sie. Eigentlich hatte sie gehofft, Chloes Anwesenheit würde Kazuo und seiner Amnesie irgendwie helfen, aber stattdessen schien es genau das Gegenteil zu bewirken. Kazuo schottete sich noch mehr von allem ab, als jemals zuvor. Und sie konnte nicht einmal sagen, wieso er das tat. Es war zum Haare raufen.
Als Kazuo sein Essen beendet hatte, stand er direkt auf und verließ den Raum, verzog sich in sein eigenes Zimmer. Das Klicken seines Schlosses war dabei deutlich zu hören. Chloe verzog das Gesicht.


Anna: Er hat abgeschlossen...
Chloe: Ja... *blickt auf seinen Teller* Jedes Gespräch von uns heute ist im Streit geendet...
Anna: Das erklärt zumindest, warum er so eine schlechte Laune hat...
Chloe: Ich wünschte nur, seine schlechte Laune würde sich nicht nur auf mich konzentrieren
Anna: Das tut es nicht, Chloe-kun, mach dir darum keinen Kopf. Du bist nur der Einzige, der mit ihm zu Reden versucht. Natürlich hast du dann das Gefühl, dass er nur mit dir streitet
Chloe: Streitet er mit dir auch?
Anna: Nein... Aber ich bin seine große Schwester. Das gilt nicht.
Chloe: *seufzt* *schiebt seinen Teller von sich* Ich versuch es einfach nochmal
Anna: Ich wünsch dir viel Glück dabei...

Chloe stand auf und schritt zu Kazuos Zimmer. Kurz lauschte er am Holz. Er konnte nichts hören, also vermutete er, dass Kazuo Hausaufgaben oder dergleichen machte. Kurz klopfte er an, ehe er sich auch schon direkt an die Tür lehnte und daran zu Boden rutschte. Er wusste auch so, dass Kazuo nicht aufmachen würde. Er wollte lediglich seine Aufmerksamkeit.

Chloe: Kazuo? Weißt du, ich will dir wirklich nichts Böses.
Kazuo: Ich will grad nicht reden *grummelt*
Chloe: Das kann ich verstehen. Würdest du mir trotzdem zuhören?
Kazuo: Ich verspreche nichts
Chloe: *lächelt kurz* Ich weiß, du hast das mit mir und unserer Beziehung und das alles vermutlich in den falschen Hals gekriegt. Und das tut mir auch wirklich Leid. Es war nur so ein großer Schock, dass du mich vergessen hast, da wollte ich einfach so schnell wie möglich alles klar stellen. Ich war naiv und dachte, du würdest alles sofort akzeptieren. Ich vergaß ganz, dass ich doch eigentlich wieder von vorne anfangen musste...
Kazuo: Schlau beobachtet. Entschuldigung akzeptiert. Sonst noch was?
Chloe: *ein weiteres Seufzen unterdrückt* Ich erinner mich noch gut an meinen ersten Tag in Niigata. Ich sollte mich mit den Wächtern anfreunden und wurde dafür auf der Seijo eingeschult. Damals wusste ich lediglich von Shinji-kun und Rei-kun als Ringträger. Ich hielt es für einen Glückstreffer in Shinji-kuns Klasse gelandet zu sein. Damals an dem Tag hattest du ziemlichen Streit mit Shinji-kun. Dadurch bist du mir aufgefallen. Ich verstand aus euren Worten, dass ihr befreundet ward, also dachte ich, wenn ich dich anspreche, könnte ich mehr über ihn erfahren. Du ließt dich darauf ein, den Nachmittag mit mir zu verbringen. Doch statt mehr über Shinji-kun zu erfahren, hast du mich einfach in eine Spielhalle geschleppt. Meine erste Spielhalle überhaupt. Und es hatte ungeheuren Spaß gemacht. In dem Moment hatte ich meine Aufgabe, meinen Job, ich hatte das alles vergessen und hatte einfach Spaß... Dass du mir das ermöglicht hast, hab ich dir nie vergessen. Ich glaube, das war schon der Punkt, an welchem ich mich in dich verliebt habe. Und jeder weitere Moment mit dir war Segen für mich...

Chloe stoppte kurz im Reden. Kazuo hatte ihn kein einziges Mal unterbrochen und Chloe war sich nicht sicher, ob der Andere ihm wirklich zuhörte. Doch er ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, sondern setzte schließlich wieder an, seine Worte fortzuführen.

Chloe: Als ich erfuhr, dass du auch ein Wächter bist, da war ich auf der einen Seite unglaublich glücklich, aber auf der anderen auch unglaublich traurig. Ich hab mich gefreut, dass wir durch den Ring mehr Zeit miteinander verbringen konnten, eine gemeinsame Verantwortung hatten. Aber gleichzeitig war mir bewusst, in was für Gefahren und Pflichten du damit stecktest und ich wollte dich am liebsten vor all den damit verbundenen Sorgen bewahrt wissen. Ich war zweigeteilt... Ich hätte dir den Ring am liebsten ausgeredet, aber da ich dich nicht verlieren wollte, ließ ich es bleiben. So konnte ich wenigstens an deiner Seite bleiben. Und das, Kazuo, will ich jetzt auch noch. Du bist ein Wächter. Das ist eine Verantwortung, die nicht einfach so von dir genommen werden kann. Und ich bin ein Agent der „Red Streak“, dessen Aufgabe es ist, den Wächtern immerzu beizustehen. Aber bei dir bleiben, auf dich aufpassen, das mache ich nicht, weil ich dazu verpflichtet bin. Ich mache es, weil ich dich liebe und du mir wichtig bist. Darum, Kazuo, kannst du auch noch so fies zu mir sein und noch so grausam. An meinen Gefühlen wirst du nichts mehr ändern können. Ich werde dich lieben und so stur wie du bist, so stur kann ich auch sein. Du wirst mich nicht mehr los. *wieder aufsteht* Das wollte ich nur noch einmal klar gestellt haben. Gute Nacht.

Und damit entfernte sich Chloe wieder, machte sich auf den Weg ins Wohnzimmer. Kazuo derweil starrte auf die Tür, hinter welcher bis gerade noch die Stimme des Anderen erklungen hatte. Er hatte die ganze Zeit stumm zugehört und er musste Chloe eins lassen: Seine Worte hatten ziemlichen Eindruck geschindet. Vielleicht war Chloe ja doch jemand, mit dem er noch auskommen konnte. Zumindest war es vielleicht nicht so verkehrt, dem Jungen eine Chance zu geben. Insgeheim nahm sich Kazuo vor, nicht mehr ganz so giftig gegenüber dem Blonden zu sein. Und mit diesem Vorsatz machte Kazuo schließlich seine Hausaufgaben weiter und ging anschließend schlafen.

Mizuki lag ebenfalls schon längst im Bett. Sie hatte den ganzen Tag damit verbracht, das Haus von Grund auf einmal zu putzen. Dementsprechend erschöpft war sie am Ende gewesen. Doch Erholung fand sie keine. Immer und immer wieder wälzte sie sich im Bett, konnte nicht ruhig liegen bleiben. In ihrem Kopf rasten die Bilder herum. Alpträume, die sie fest in ihrem Griff hatten...


Masashi: Mizuki, du bist doch meine kleine Schwester... Niemals könnte ich ohne dich zurecht kommen... *sie in eine Umarmung zieht*
Mizuki: Masa-nii... *sich an ihn lehnt* Du wirst mich also nie allein lassen?
Masashi: Nein, niemals...

Die Worte hallten dumpf nach, als Mizuki mit einem Mal nach vorne stolperte. Masashi hatte sich einfach in Luft aufgelöst. Verwirrt blickte Mizuki sich um, bemerkte dabei, dass sie bei sich zuhause in der Küche stand. Am Herd stand ihre Mutter, ihr den Rücken zugewandt. Mizuki schluckte.

Mizuki: Mutter...
Mutter: *kurz in ihren Bewegungen stoppt* Ah, Mizuki, du bist wieder daheim. Wie schön. Ich koch dir gerade Pudding. Er ist gleich fertig.
Mizuki: *sich umblickt* Wo ist Masashi?
Mutter: Wer?
Mizuki: *stockt* Masashi... Wo ist mein Bruder?
Mutter: Bruder? Du hast keinen Bruder, Mizuki. Du bist allein...
Mizuki: Was? *weicht einen Schritt zurück* Das stimmt nicht! Ich bin nicht allein!
Mutter: Doch, das bist du. Gaaaanz alllleeeiiiiin...

Die Stimme ihrer Mutter verzerrte sich bei den letzten Worten. Mizuki kreischte panisch auf, als sie sah, wie ihre Mutter ihr dabei den Kopf zuwandte, ohne jedoch den Körper zu bewegen. Das Gesicht ihrer Mutter war langgezogen, die Augenhöhlen leer. Um sie herum begann alles zu zerfließen und sich rot zu färben, während auch ihre Mutter langsam in sich zusammenfloss. Mizuki kreischte immer mehr, wich vollkommen erschrocken zurück. Sie stolperte, doch bevor sie fiel, hatten zwei starke Hände sie von hinten an den Oberarmen gepackt und aufgefangen.

Weibliche Stimme: Vorsicht, bevor du dir noch weh tust... *sanft sagt*

Mizuki blickte abrupt nach hinten. Nur am Rande merkte sie, dass um sie herum nur Schwärze herrschte. Ihr Blick lag einzig und allein auf der Frau vor ihr. Sie trug alte japanische Kleidung. Ihr Haar war lang und von einem bläulichen Schwarz. Mit einem sanften Lächeln blickte sie auf Mizuki herab. Langsam ließ die Frau Mizuki wieder los, wich dabei zurück. Mizuki hob die Hand. Sie wollte fragen, wer die Frau war, da sprühte zwischen ihnen eine gewaltige Flammensäule auf. Mizuki schrie abermals auf. Die Frau war verschwunden. Stattdessen war um sie eine Höhle. Überall waren Schalen mit Feuer in diversen Farben gefüllt. Wetterflammen? Sie blickte sich verwirrt umher. Dieser Ort kam ihr bekannt vor, aber sie war noch nie hier gewesen. Oder etwa doch? Vorsichtig tat sie ein paar Schritte, bemerkte hinter sich etwas, das genau in der Mitte der Höhle stand und wie ein gewaltiger Altar wirkte. Ihre Augen weiteten sich, als sie sah, dass eine kleine Schale auf dem Altar stand. Und lichterloh brannten in dieser schwarze Flammen. Sie hatte noch nie zuvor schwarzes Feuer gesehen und es machte ihr unvorstellbare Angst. Sie blickte zu Boden, wollte sich irgendwie ablenken. Da bemerkte sie, wie eine Hand hinter dem Altar hervorlugte. Jemand lag dahinter am Boden! Sofort stürzte sie dorthin. Sie war noch nicht ganz um den Altar herum, da erkannte sie, dass jemand sich über den Körper gebeugt hatte. Dieser jemand richtete sich nun wieder auf.
Mizuki erstarrte. Lange braune Haare... Kodan? Mit einem Mal hallte ein lautes Lachen durch die Höhle, schallte von den Wänden wieder zurück, drang durch Mark und Bein.

Mizuki riss die Augen auf. Sie schnappte nach Luft, war vollkommen durchgeschwitzt. Nur ein schlechter Traum, redete sie sich ein. Nur ein schlechter Alptraum. Aber was für einer... Sie verstand nicht, was da passiert war. Aber sie wusste, dass sich zwei Dinge fest in ihr Gedächtnis eingebrannt hatten: Dieses schwarze Feuer und diese geheimnisvolle Frau. Was nur hatte das alles zu bedeuten?



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