Willkommen

auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



Flame of the Abyss

Episode 19


Aden


Shinji: EEEH? Rei hat Partei für Kurai ergriffen?

Shinji saß in einem Café in einer Seitengasse der Innenstadt. Vor sich stand ein Glas mit Cola. Ihm gegenüber mit einer Tasse Kaffee saß Ryo, den Ellbogen auf der Tischplatte abgestützt.

Ryo: Ja, hat er *schlicht sagt*
Shinji: Nur, damit ich jetzt wirklich nichts verwechsle, aber Kurai ist doch diese Frau, die dich heiraten soll, oder? Und damit sie eurem Vater nicht steckt, dass ihr beide nicht an Frauen interessiert seid, darf Rei mich auch nicht mehr bei sich übernachten lassen, richtig?
Ryo: Genauso ist es. Kurai ist von unserem Vater hergeschickt worden. Ich weiß nicht, was genau dahinter steckt, aber mit Sicherheit ist es nichts Gutes. Rei hat das selbst eingesehen und von sich aus bereits gesagt, dass er ihr nicht traut. *einen Schluck trinkt* Und trotzdem stand er gestern mit ihr in der Küche und hat sie mir gegenüber verteidigt.
Shinji: Rei ist nicht gerade der Typ, der anderen Leuten auf einmal vertraut. Von jetzt auf gleich dann der wohl verdächtigsten Person in eurem Haus zu vertrauen, ist da in der Tat sehr merkwürdig...
Ryo: Kurai hat selbst zugegeben, dass sie vorgestern Abend noch Rei im Krankenhaus besucht hat. Ich weiß nicht was oder wie, aber irgendetwas muss sie da mit Rei angestellt haben
Shinji: Aber wieso sollte sie das tun? *Stirn runzelt*
Ryo: Um mich in die Ecke zu drängen. Ihr ist bewusst, dass ich handeln muss, wenn sie eine Bedrohung für Rei darstellt
Shinji: Sie bringt also Rei auf ihre Seite, um dich dazu zu zwingen, die Heirat anzunehmen? Das... Diese Frau ist ja ein richtiges Miststück
Ryo: Gelinde gesagt, ja.
Shinji: Aber... wieso hast du mich hierher eingeladen? Ich mein... Es ist nett, dass du mich darüber informierst, aber was bringt das?
Ryo: Ich weiß, dass du gerade deine Abschlussprüfungen schreibst, aber ich möchte, dass du Rei so gut es geht von ihr fern hältst. Als sein Freund solltest du dazu am ehesten in der Lage sein
Shinji: Schon, aber... solltest du als großer Bruder nicht ähnliche viele Möglichkeiten haben?
Ryo: Wenn er mir vollends vertrauen würde, aber Rei stellt zu vieles bei mir in Frage. Außerdem, wenn Kurai ihn dazu bringen konnte, ihr zu vertrauen, würde es mich nicht wundern, wenn sie ihn nicht auch gegen mich aufhetzen könnte
Shinji: Verstehe... Aber wäre es nicht zu auffällig, wenn ich mich ständig an Rei hängen würde? Ich mein, ich halt mich doch derzeit von ihm fern, damit unsere Beziehung nicht auffliegt
Ryo: Ich denke, darüber musst du dir keine Gedanken mehr machen
Shinji: Eh?
Ryo: Kurai weiß sowohl von meiner Beziehung zu Toshiro, als auch davon, dass Rei fürs eigene Geschlecht schwingt.
Shinji: Eh? Woher?
Ryo: Das weiß ich nicht. Ein Grund mehr, misstrauisch zu sein. Ich glaube sogar, wenn du dich weiter von Rei fernhältst, würde ihr das nur in die Hand spielen
Shinji: Ach ja?
Ryo: Sie hat bereits mehrmals behauptet, dass ihr primäres Ziel eine Heirat in die Kojima-Familie ist. Wer am Ende ihr Gatte wird, ist ihr dabei im Grunde egal
Shinji: Warte... Du meinst... Wenn du nicht nachgibst, dann...
Ryo: Wird sie Rei erobern wollen. Und den ersten Schritt dafür hat sie scheinbar schon getan.
Shinji: Das ist ein Scherz!
Ryo: Wenn es einer wäre, säßen wir beide jetzt nicht hier
Shinji: *senkt den Blick* Aber Rei... ist MEIN Freund!
Ryo: *lächelt leicht* Umso eher ein Grund, dass du ihr weniger Chancen bei Rei gibst, findest du nicht?
Shinji: *nickt* Ich geb Rei nicht wieder her. Erst Recht keiner hinterlistigen alten Schlange. Ryo-san, ich werd mein Bestes geben, Rei zu verteidigen!
Ryo: Das freut mich zu hören. *wieder einen Schluck trinkt*
Shinji: Uhm, aber... darf ich vielleicht noch eine Frage stellen?
Ryo: Die da wäre?
Shinji: Du sagst es ja selbst. Rei vertraut dir nicht wirklich. Ich kann sein Misstrauen irgendwo nachvollziehen. Immerhin hast du ziemlich viel vor ihm geheim gehalten, wie zum Beispiel deine Beziehung zu Nakatsukasa-kun und du hast uns ziemlich zugerichtet mit "Nightmare"... Aber ich glaube, was Rei am meisten beschäftigt ist, wieso du euren Vater so sehr hasst... Daher...
Ryo: Du willst wissen, wieso ich unseren Vater so verabscheue?
Shinji: *den Blick leicht senkt* Es geht mich vermutlich nichts an. Ich... bin nur neugierig...

Ryo musterte Shinji einen Moment lang abwägend. Dann winkte er kurz einer Kellnerin zu und bestellte noch einen Kaffee, wie auch zwei Stück Kuchen. Nur wenig später standen zwei Teller vor ihnen. Shinji blickte verdutzt auf die Leckerei hinab, ehe er einen Bissen nahm.

Ryo: Du kennst unseren Vater nicht, oder?
Shinji: *den Kopf schüttelt* Nein, überhaupt nicht
Ryo: Dein Vater hat dir auch nichts über ihn erzählt?
Shinji: Wieso sollte er?
Ryo: Die beiden waren gemeinsam Wächter.
Shinji: *verdutzt aufschaut* Ernsthaft? Oh, ehm... wahrscheinlich nur logisch. Immerhin werden die Ringe ja in den Familien weiter gereicht
Ryo: In den meisten Fällen zumindest.
Shinji: Komisch, dass Dad nie etwas davon gesagt hat, wo er doch weiß, dass Rei der Wolkenwächter ist
Ryo: Dein Vater ist etwas aus der Reihe gesprungen. In Folge dessen hat er auch den Kontakt zur "Red Streak" oder den anderen Wächtern gekappt. Toshiros Vater war ihm bis zu jenem Zeitpunkt auch ein guter Freund
Shinji: Wieso sollte Dad das auf einmal getan haben?
Ryo: Fällt dir wirklich keine Antwort ein?
Shinji: *legt die Gabel beiseite* Ich... Mein Dad hat einmal von seinem Misstrauen zur "Red Streak" gesprochen... Daraufhin hatte ich den Verdacht, dass... dass meine Mutter vielleicht gar nicht an einer Krankheit gestorben ist, sondern von... von der "Red Streak" umgebracht wurde...
Ryo: *nachdenklich ein Stück Kuchen isst*
Shinji: *ihn ansieht* Ryo-san, dass du das Thema so abgelenkt hast... Heißt das, du weißt etwas darüber?
Ryo: Ich habe nicht abgelenkt. Das ist lediglich eine kleine Umleitung... *sieht ihn ernst an* Mein Vater, Kojima Seijiro, ist ein egoistischer Bastard, dem nichts heilig ist, um das zu bekommen, was er will. Und das ist in erster Linie Macht.
Shinji: Was meinst du damit?
Ryo: Ich kenne die Gründe nicht, aber deine Mutter, Hino Ayaka, war ihm in seinen Plänen ein Dorn im Auge. Also hat er seinen Einfluss bei der "Red Streak" genutzt und sie letztendlich umgebracht.
Shinji: *seine Gabel fallen lässt* W-Was?
Ryo: Es zählt nicht, wer am anderen Ende der Leine stand und die Tat wirklich begannen hat, mein Vater ist es, der das alles veranlasst hat. Er ist der Mörder deiner Mutter.
Shinji: *sieht ihn sprachlos an* Das... ist ein schlechter Scherz...
Ryo: Leider nein, Shinji-kun.
Shinji: *senkt den Kopf* Das... *ringt nach Worten* Weiß Dad, wer meine Mutter auf dem Gewissen hat?
Ryo: Ich weiß es nicht und ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob es ratsam wäre, ihn zu fragen.
Shinji: Das hatte ich nicht vor... Ich hab ihn ja nicht einmal bei meinem Verdacht über Mutters Tod gefragt... Aber das... Ryo-san, ist das der Grund, wieso du deinen Vater so hasst?
Ryo: Es ist einer von vielen Gründen. Zu meinem Bedauern ist deine Mutter nicht die einzige Leiche, die seinen Weg gepflastert hat. *düster blickt* Meine eigene Mutter zählt ebenfalls dazu
Shinji: *den Kopf hochrasen lässt* Was?
Ryo: Ich weiß nicht, wie er es gedreht hat, aber ich weiß, dass er langsam aber sicher Reis und meine Mutter vergiftet hat. Rei glaubt bis heute, sie sei aus gesundheitlichen Gründen zusammen gebrochen. Und solange ich nicht weiß, wie ich unseren Vater aufgehalten bekomme, würde ich es gerne dabei belassen. Er hegt bereits genug Groll, dass unser Vater nicht einmal bei der Beerdigung war. Und Kodan bereitet uns auch genug Ärger, dass Rei dieses Wissen gerade nicht gebrauchen kann
Shinji: *blickt missmutig drein* *nickt leicht* Verstehe... Ich werde nichts sagen...
Ryo: *lächelt matt* Vielen Dank, Shinji-kun
Shinji: Du... Du hast einmal gesagt, dass euer Vater beschlossen hatte, Rei den Ring zu geben. Stimmt das?
Ryo: Er ist nur sehr selten daheim, darum kann ich diesen Mann nur schwer einschätzen, aber ich denke, er hat irgendwie erfahren, dass ich ihm auf die Schliche gekommen war. Ein Wächter, der der "Red Streak" Misstrauen gegenüber ihm einflüstert, konnte er nicht gebrauchen, also schmiedete er Intrigen, die mich als unpassend für den Ring darstellten, meine Reputation als potentiellen Ringträger schwächten und den Ring letztlich Rei zuspielten, ohne mir die Chance zu geben, etwas dagegen sagen zu können.
Shinji: Wie mies...
Ryo: Nun, es ist vermutlich mitunter mein eigener Fehler, weil ich unachtsam gewesen war
Shinji: Aber jetzt verstehe ich das alles auch etwas mehr. Als Kodan sich beim Skyfall Tower als wahrer Täter bekannt hat, hat das deine Reputation wieder rein gewaschen. Und mit Damians Team als Verbündete ist dein Einfluss bei der "Red Streak" wieder gestiegen. Also wurde Kurai von deinem Vater hergeschickt, damit sie sich an dich ranheftet und dafür sorgt, dass die Position deines Vaters weiter gesichert ist
Ryo: In der Tat. Das hast du gut beobachtet, Shinji-kun
Shinji: *die Fäuste ballt* So eine verdammte Unverschämtheit!
Ryo: Gegen meinen Vater kann man derweil nicht viel machen, aber gegen Kurai. Ich schätze, ich habe nun vollends deine Unterstützung, Rei vor ihr zu bewahren, oder?
Shinji: Woraus du dich verlassen kannst!

Hastig schritt Nagaya den Gang entlang, musterte dabei den Stapel Blätter, den er in der Hand hatte. Er war gerade bei Fusasaki gewesen und hatte sich von ihm alles ausdrucken lassen, wollte nun Kodan Bericht erstatten. Vor der Tür besagten Mannes blieb er auch stehen, klopfte an und wartete auf eine Antwort.

Nagaya: *den Raum betritt* Kodan-sama, ich habe die gewünschten Informationen.
Kodan: *auf dem Sofa sitzt* *eine Augenbraue hebt* Und?
Nagaya: Ehrlich gesagt, gibt es nahezu nichts.
Kodan: Nahezu nichts?
Nagaya: Nun... *Kodan die Papiere reicht* Es ist bestätigt, dass es bei der "Red Streak" einen Jungen namens Aden Smith gibt, allerdings...
Kodan: *überfliegt alles* Keine Geburtsdaten?
Nagaya: Man weiß weder, wo er geboren wurde, noch wann. Sein genaues Alter ist nicht bekannt und ein Foto gibt es auch nicht. Entweder ist seine Akte bei der "Red Streak" vollkommen geschwärzt oder nie ausgefüllt worden
Kodan: Dann ist Aden Smith vermutlich auch nicht sein echter Name. *lächelt* Keinerlei Infos, keinerlei Bilder. Der perfekte Geheimagent. Die "Red Streak" ist sicher stolz darauf, einen solchen Fang gemacht zu haben.
Nagaya: Da wir aus den Servern der "Red Streak" nicht schlau geworden sind, hat Fusasaki sich daran gemacht, alle Überwachungskameras, bei denen wir Aufzeichnungen der Wächter oder der Agenten haben, durchzugehen. Auf vielen fanden wir Hinweise darauf, dass neben den sichtbaren Personen auch noch weitere Personen anwesend sind, aber stets im toten Winkel.
Kodan: *blättert die Papiere durch* Jemand, der von Natur aus blind für das künstliche Auge ist... *stoppt beim letzten*
Nagaya: Das einzige Bild, dass wir von ihm haben, hat Fusasaki aus der gehackten Kamera des Hino-Restaurants. Allerdings gibt es keinen Moment, bei dem sein Gesicht wirklich zu sehen ist...
Kodan: *mustert das Foto genauer* Das ist auch nicht nötig...
Nagaya: Bitte?
Kodan: *lächelt etwas breiter* Das Bild hier reicht vollkommen für mich, um ihn zu erkennen. Ich erinner mich wieder an ihn.
Nagaya: Erinnern?

// Flashback //

Ein leeres Gebäude, erschüttert von den Explosionen einer Bombe. Ein geräumtes Stockwerk. Ein Junge mit schulterlangen schwarzen Haaren und einer feuerroten Strähne...

Aden: Du bist doch ein Wächter! *überrascht auf Englisch sagt*
Masashi: Ja, bin ich... *ebenfalls auf Englisch sagt* „Red Streak“?
Aden: *nickt* Aden Smith.

// Flashback Ende //

Kodan: Er war beim Skyfall Tower. Ich habe ihn damals gegen Kojima Rei aufgehetzt. Ein naiver und schwacher Junge. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er so talentiert ist...
Nagaya: Wenn er naiv und schwach ist, wie kann er als talentiert betitelt werden?
Kodan: Schauspielkunst, Nagaya-kun. Ich weiß nicht, wie viel von seiner Naivität wirklich gespielt ist, aber allein von meinem ersten Eindruck her war ich der Überzeugung, dass er ein Unschuldsengel ist. Irgendein beliebiges Kind in den Rängen dieser Organisation. *gibt Nagaya die Blätter zurück* Dass er aus Instinkt heraus jede Kamera meidet und eine leere Akte besitzt, lassen mich anders denken. Ich frage mich, wie viel von seinem Charakter wirklich echt ist?
Nagaya: *richtet sich die Brille* Was sollen wir mit ihm tun, Kodan-sama?
Kodan: Fürs Erste versucht ihr, ihn zu beobachten. Je mehr wir über ihn erfahren können, desto besser wäre es.
Nagaya: Stellt er eine Bedrohung da?
Kodan: Bisher noch nicht. Aber ich werde ihn beizeiten sicherlich auf die Probe stellen. Dass der Sonnenring allerdings in die Hände einer solchen Person geraten ist, könnte es etwas komplizierter machen
Nagaya: *den Blick leicht senkt*
Kodan: Wir sollten unseren Plan etwas aufschieben
Nagaya: *stockt* Aufschieben?
Kodan: Wir werden erst einmal abwarten, beobachten. Die Zeit ist noch nicht reif. Zumal uns ein kleiner Zwischenschritt fehlt. Ein Schritt, bei dem das richtige Timing von Notwendigkeit sein wird
Nagaya: Das richtige Timing?

Kodan schielte herüber zur Wand, seitlich vom Sofa, an welcher ein Tisch stand. Auf dem Tisch selbst war nichts außer einer Vorrichtung, die wie ein skurriles Gerüst aus Reifen und Kugeln bestand. Hätte man Nagaya gefragt, er hätte es als etwas abgetan, dass vielleicht eine Art Planetenkalender war, doch wirklich wissen tat er es nicht. Ihm war bewusst, dass sich die Reifen drehten und damit die darauf befestigten Kugeln in verschiedene Konstellationen brachte, aber für Planeten waren doch ein paar viele Kugeln daran befestigt. Er hatte nie nach dem Sinn dieses Gerüsts gefragt, doch nun erschien es ihm, als ob es in der Tat ein Kalender oder eine andere Art von Zeitmesser war. Weshalb sonst sollte Kodan dorthin schauen, wenn er von dem richtigen Timing sprach?

Kodan: *lacht leise* In etwa einer Woche werden wir zuschlagen.
Nagaya: Einer Woche...
Kodan: Sorg dafür, dass bis dahin alles soweit angerichtet ist. Fehler sind absolut inakzeptabel
Nagaya: Natürlich, Kodan-sama. Ich werde mich sofort vergewissern, dass alles in Bearbeitung ist
Kodan: Wundervoll. *sich zurück lehnt* Ich kann es kaum erwarten...

Gelangweilt lag Kazuo auf seinem Bett, hatte Hyo-chan auf seiner Brust liegen, während er selbst überlegte, was er tun konnte. Mehr aus Neugierde hatte er sein Handy heraus gekramt, blickte auf das Display, auf welchem groß die derzeitige Uhrzeit angegeben war. 18:59. Sicher rief Anna bald zum Abendessen. Er hörte sie schon seit einer kleinen Weile in der Küche werkeln. Von Chloe hatte er noch nichts mitbekommen. Er hatte nach der Schule gesagt, dass er Damian zum Krankenhaus begleiten, dort einen Höflichkeitsbesuch abstatten würde. Seitdem war der Blonde noch nicht wieder zurück gekehrt.
Mit einem Mal blinkte das Display ds Handys auf. Kazuo hätte es beinahe fallen lassen. Verdutzt blickte er auf die kleine Eins, die sich neben einem Briefsymbol anzeigte. Eine neue Nachricht? Weshalb hatte er eine neue Nachricht? Sofort öffnete er sie neugierig, las ihren Inhalt. Leicht runzelte er die Stirn, steckte dann aber das Handy wieder weg. Langsam, um Hyo-chan nicht zu erschrecken, richtete er sich auf, gab der Katze Zeit, von allein von ihm runter zu gehen, ehe er aufstand und aus dem Zimmer ging.


Kazuo: *durch die Wohnung schaut* Oi, Anna? Ist Chloe noch nicht wieder da?
Anna: Chloe-kun? Soweit ich weiß hat er Damian heute nach Hause begleitet. Anscheinend ist eine Bekannte aus England hergekommen und er wollte die Chance nutzen, sie einmal zu begrüßen
Kazuo: Verstehe... Weißt du denn, wann er wieder kommt?
Anna: Er wollte zum Abendessen wieder da sein
Haustür: *Geräusche von sich gibt*
Chloe: Ich bin wieder da
Anna: Ah, Chloe-kun, schön, dass du wieder da bist. Kazuo hat schon nach dir gefragt
Chloe: Eh? *zu den Beiden kommt* Kazuo?
Kazuo: Uhm... Nur aus reiner Neugierde *etwas mürrisch beiseite schaut*
Chloe: *lächelt* Natürlich... Wenn du reden willst, dann können wir uns gern ins Wohnzimmer setzen
Kazuo: *einen Moment lang abwägt* Naa, da das Essen eh gleich fertig ist, würde es sich auch nicht lohnen, wieder in mein Zimmer zu gehen...

Chloe lächelte nur darüber. Sie ließen Anna in Ruhe weiter kochen und setzten sich, wie gesagt, im Wohnzimmer aufs Sofa. Chloe musterte Kazuo dabei neugierig, welcher sich unterwegs nochmal Hyo-chan geschnappt und nun wieder auf seinem Schoß platziert hatte.

Chloe: Also? Ist etwas Bestimmtes?
Kazuo: Wieso glaubst du das?
Chloe: Weil du seit deiner Amnesie nie mit mir gesprochen hast, wenn du nicht etwas wolltest
Kazuo: Hmpf. Wär wohl gelogen, wenn ich sagen würde, dass es diesmal anders ist...
Chloe: Also?
Kazuo: Ah, es ist wegen gestern... Dieser... Aden...
Chloe: Was ist mit ihm?
Kazuo: Ist irgendetwas passiert?
Chloe: Eh?
Kazuo: Na ja, er ist aufgetaucht, ihr habt gesprochen und danach hab ich dich den Rest des Tages nicht gesehen und heute warst du auch die ganze Zeit fort. Das wirkt irgendwie merkwürdig
Chloe: Ist es echt so offensichtlich? Oh man... *seufzt* Aden und mein Bruder haben sich wegen irgendwas gestritten und ich bekomm aus keinem der Beiden raus, um was es sich ging. Es bereitet mir etwas Sorgen, weil sie sich eigentlich noch nie gestritten haben und es selten gut ausgeht, wenn Robin auf jemanden wütend ist
Kazuo: Ach ja?
Chloe: *schief grinst* Mein Bruder hat einen verdammt langen Geduldsfaden und er hält viel aus, aber wenn er mal reißt, na ja... *schiebt mit einer Hand seinen Pony beiseite* Die Narbe hier ist ein Überbleibsel von meinem letzten Streit mit ihm
Kazuo: Okay... erklärt glaub ich, wieso du von einem schlechten Verhältnis zwischen euch sprichst... Also beunruhigt dich dieser Streit, weil du dir Sorgen um Aden machst?
Chloe: Hm, keine Ahnung... Ich mache mir Sorgen, weil es eine neue und ungewohnte Situation ist, aber ich weiß nicht, wer dabei derjenige ist, der dem anderen gefährlich werden könnte. Ich weiß, wozu mein Bruder im Stande ist, aber ich weiß es bei Aden überhaupt nicht
Kazuo: Nicht? Ihr... seid doch im selben Team, oder?
Chloe: Seit drei Jahren schon, ja. Aber Aden hängt mehr an Robin als an mir und da Robin und ich uns von Natur aus meiden, hab ich kaum was mit Aden zu tun. Er hat mit seinen Flammen noch keine Fähigkeit, ist aber mit seinem Klingenbumerang ein verdammt guter Kämpfer, der selbst mir Konkurrenz machen kann, aber im Gegenzug dafür ist er manchmal was unachtsam und leichtgläubig und hängt manchmal beim Verständnis von Situationen hinterher.
Kazuo: Bei so einer Beschreibung weiß man gar nicht, was man von ihm denken soll
Chloe: *lacht leise* Irgendwie, ne? Als ich ihn kennen gelernt habe, hatte ich keine Ahnung, wie ich mit ihm umgehen sollte. Er kam schon ein paar Jahre vor unserer Teamgründung zur "Red Streak". Kennen gelernt habe ich ihn als Robins bester Freund. Das hat mich ehrlich gesagt vorsichtig werden lassen. Ich glaub, danach haben wir nie wirklich eine Gelegenheit ergriffen, uns kennen zu lernen. Auf Missionen waren wir auch immer in unterschiedlichen Bereichen tätig. *stutzt kurz* Wenn ich so darüber nachdenke... Dann weiß ich irgendwie nichts über ihn... Merkwürdig...
Kazuo: *Chloe aufmerksam mustert* *allerdings nichts sagt*
Anna: *zu den Beiden kommt* Ihr seht aus, als ob ihr über etwas ziemlich nachdenkt. Warum kommt ihr nicht rüber und denkt beim Essen weiter nach? Oder erzählt mir mal davon, wie eure Prüfungen bisher liefen. Ich bin neugierig. Also hopp, hopp

Mit einem synchronen "Ok." standen die beiden Jungs auf, folgten Anna in die Küche und setzten sich an den Esstisch. Anna füllte jedem etwas auf den Teller, dann sah sie auch schon abwartend die Beiden an. Kazuo verdrehte kurz die Augen, erbarmte sich dann aber und fing an, davon zu erzählen, wie bisher die Prüfungswoche für ihn verlaufen war und was noch alles in den kommenden Tagen anstehen würde.



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