Laut ertönten die Rufe der Leute, als das Schiff in den Hafen einfuhr, dabei durch jenen hindurch zum richtigen Steg geleitet wurde und schließlich zum Halten kam. Ein lautes Platschen und der Anker war im Wasser versenkt und die Mannschaft machte sich daran, den Landungssteg auszufahren.
Eine junge Frau lugte vorsichtig aus einer der unteren Lagerräume hervor, ließ den Blick über Deck fahren. Die Mannschaft war damit beschäftigt, die Passagiere von Bord zu geleiten und das Gepäck zu entladen. Breit grinste die Frau, ehe sie sich ihr langes blauschwarzes Haar hinters Ohr strich und ihrem Gefährten, einem jungen Mann mit pechschwarzen glatten Strähnen, ein Zeichen gab und schließlich losstürmte. Obwohl sie lief, war sie darauf bedacht, keinen Laut von sich zu geben, schlich sich hinter den Rücken der Crew zur Reling und sprang schließlich gekonnt von dort aus auf den Steg. Ihr Gefährte dicht hinter ihr. Und bevor jemand etwas hätte sagen können, liefen die Zwei auch schon den Steg entlang in Richtung der Stadt.
Saya: Ahahaha, wir sind da, wir sind da! Ich sagte doch, wir schaffen es her, ohne bemerkt zu werden, Ryo!
Ryo: *seufzt* Und dafür haben wir wochenlang nur das Minimum an allem gehabt. Minimum an Essen, Minimum an Pflege, Minimum an...
Saya: *ihn unterbricht* Jetzt hör schon auf zu nörgeln. Wir sind da und das ohne einen Yen zu bezahlen oder erwischt zu werden und das ist doch die Hauptsache!
Ryo: Nur, weil du keinen Yen zahlen wolltest. Dabei hättest du dir die Reise problemlos leisten können
Saya: Ich wollte aber nicht! Nachher erfährt mein Vater noch, wohin es mich verschlagen hat. Reicht doch, wenn wir Zwei es wissen.
Ryo: Achja?
Saya: Natürlich! *streckt die Arme aus* Willkommen in England! *lacht*
Ryo: *schüttelt leicht den Kopf* Eine halbe Weltreise... Wieso nochmal hat es uns hierher verschlagen?
Saya: Weil ich keine Lust hatte, dass mein Vater mich verheiratet. *grummelt* Es war mir eine Ehre, die Schwertkunst meiner Familie zu erlernen und so die Würde meiner Familie weiter zu bewahren, aber ich weigere mich, irgendeinen mir unbekannten Menschen zu heiraten, nur damit ich der Familie ein Kind gebären kann.
Ryo: Ist das nicht der normale Lauf der Dinge?
Saya: Ja, aber wenn mein Vater schon will, dass ich ihm Enkel schenke, dann wenigstens mit einem Mann, den ich mir selbst aussuche!
Ryo: Also wirst du nie heiraten, was?
Saya: Eh? *dreht sich zu ihm um* *läuft dabei rückwärts weiter die Straße entlang* Was soll das denn heißen?
Ryo: Dass dir kein Mann gut genug ist, damit du den Rest deines Lebens mit ihm verbringst.
Saya: Hmpf, so wählerisch bin ich gar nicht! Dich zum Beispiel würde ich heiraten!
Ryo: Ich dich aber nicht. *ihr die Zunge raus streckt*
Saya: Siehst du? *grinst* Es scheitert nicht immer an mir!
Ryo: Pff, sehr lustig.
Saya: *dreht sich wieder nach vorne* Davon abgesehen kann mir das ganze Thema jetzt erst einmal gestohlen bleiben. Wir sind in England. Wir sollten das Leben erst einmal genießen.
Ryo: Wir sollten erst einmal eine Unterkunft und etwas zu Essen finden. Und das am besten für möglichst wenig Geld, damit wir lange hinkommen.
Saya: Hm, stimmt, das sollten wir... *blickt sich um* Hast du eine Ahnung, wo wir etwas finden könnten?
Ryo: Ich bin genau wie du zum ersten Mal hier. Ich habe keine Ahnung.
Saya: Hm... *verengt die Augen* Und wir wissen auch gar nicht, wie hier die Zahlungsverhältnisse sind. Was ist billig und was ist teuer? Aaah~ Ryo, wir sind vollkommen aufgeschmissen!
Ryo: Das hätt ich dir auch schon von Anfang an sagen können, aber du hörst ja nie auf mich!
Saya: Warum bist du dann überhaupt mitgekommen, wenn dir klar war, dass das ein Desaster wird?
Ryo: Weil irgendeiner ja da sein muss, der auf dich aufpasst! Dich kann man doch nirgends allein hinziehen lassen!
Zwei Stunden später und die Beiden hatten sich in einer Gaststätte am Rand der Stadt wieder gefunden, hatten sich mehr oder weniger den Weg zu jener angeblich günstigen Unterkunft erfragt.
Saya: Was soll das heißen, sie können uns kein Zimmer geben? *verwirrt fragt*
Rezeptionist: Miss, für ein Zimmer für zwei Personen ist das Geld nicht ausreichend.
Saya: Aber das ist alles, was wir haben. In unserer Heimat ist die Summe ausreichend, um mehrere Nächte Unterkunft zu erhalten!
Rezeptionist: Nun, das hier ist nicht China. Hier kosten manche Dinge eben mehr.
Saya: Ch-China? Wir kommen doch nicht aus China! *empört sagt* Wir sind verdammt nochmal aus Japan!
Rezeptionist: Verzeihung, Miss. Asiaten sind für uns Europäer nur schwer auseinander zu halten.
Saya: *empört etwas darauf erwidern will*
Ryo: *ihr eine Hand auf die Schulter elgt* Ruhig Blut, Saya. *bestimmend sagt* *zum Rezeptionist schaut* Können Sie uns irgendeinen Rat geben, wie wir mit dem, was wir haben, weiter kommen?
Rezeptionist: Mit dem bisschen Geld wird das in dieser Stadt hier nichts. Ein guter Fußmarsch ins nächste Dorf dürfte eurem Budget eher entsprechen.
Ryo: Ich vermute, das wäre ein ordentlicher Fußmarsch?
Rezeptionist: Mit Sicherheit wird das nichts vor Anbruch der Nacht und bei Dunkelheit schließen Gasthöfe für gewöhnlich die Tore.
???: Vielleicht sollte dann doch hier ein Zimmer zur Verfügung gestellt werden
Saya und Ryo schauten Beide überrascht zur Seite, als sich ein junger Mann mit blondem Zopf zu ihnen gesellte, Saya dabei ein charmantes Lächeln schenkte. Dann aber blickte er selbst zum Rezeptionisten.
Mann: Ein Zimmer für die Beiden. Die Rechnung übernehme ich.
Rezeptionist: *überrascht schaut* Mr. McMillain, ist das ihr Ernst?
McMillain: Natürlich. Ich scherze selten in Angelegenheiten, die Geld betreffen.
Rezeptionist: Wenn Sie das sagen... Dann... steht Zimmer 203 zur Verfügung *den Schüssel vom Brett nimmt und Ryo reicht*
Ryo: *den Schlüssel entgegen nimmt* Uhm... vielen Dank...
Saya: *sich an den Mann wendet* Womit haben wir eine solche Geste verdient? *neugierig fragt*
McMillain: Ich verstehe bisweilen die Schwierigkeiten, die die Reise in ein unbekanntes Land mit sich führt. Wir Briten sind nicht unbedingt die hilfreichsten Leute, da wollte ich ein wenig Gastfreundlichkeit zeigen.
Ryo: Niemand gibt aus Gastfreundlichkeit so viel Geld für zwei Fremde aus. Wo ist der Haken?
McMillain: Ich bestehe auf ein gemeinsames Abendessen. Um 18 Uhr im "Silbernen Fuchs". Das Restaurant ist gleich hier die Hauptstraße entlang. Man kann es nicht verfehlen.
???: Ian! Wo bist du?
McMillain: Oh, ich werde gerufen. Also dann... bis heute Abend...
Und mit einem kurzen Nicken wandte sich der junge Mann ab. Mit einem Rufen gab er seinen Standpunkt zur Kenntnis und nur kurz darauf war ein blonder Junge, nur wenige Jahre jünger als der Mann selbst aufgetaucht, schien sich mit grimmiger Miene zu beschweren, ehe er McMillain am Arm packte und in Richtung des Ausgangs zerrte.
Ryo blickte dem Geschehen noch kurz nach, ehe er mit gerunzelter Stirn zu Saya blickte.
Ryo: Ich vertraue diesem Kerl nicht
Saya: Er hat uns unser Zimmer bezahlt. Er kann nicht so verkehrt sein.
Ryo: Saya, du bist zu gutgläubig
Saya: Und du bist zu misstrauisch. Was soll schon groß passieren? Wir sind zwei ausgebildete Schwertkämpfer. Wenn uns irgendjemand etwas antun möchte, wissen wir uns zu wehren.
Ryo: Damit ist nicht gegeben, dass das auch in einem fremden Land funktionieren wird
Saya: Nur nicht zu optimistisch. Wir haben eine Unterkunft und unser Abendessen steht ebenfalls fest. Sicher wird hier alles noch weiter bergauf gehen. Und jetzt komm, ich will unser Zimmer sehen!
Ryo seufzte leise, folgte aber Saya langsam die Treppen hoch ins obere Stockwerk. Saya konnte noch so sehr guter Dinge sein, Ryo konnte sich allerdings nicht des Gefühls verwehren, dass hinter der Einladung dieses Mannes mehr stand, als er ihnen anfangs zugestanden hatte.
Ian: Ich hoffe, dass Essen ist nach eurem Geschmack. Leider sind asiatische Gerichte hier so gut wie nirgens zu finden.
Saya: Damit haben wir schon gerechnet. Aber einmal andere Speisen zu kosten, hat auch etwas für sich. Vielen Dank für diese Einladung, Macu...Millain-dono.
Ian: Oh, bitte, ihr könnt mich ruhig Ian nennen. *lächelt* Ich schätze, das ist einfacher für euch.
Saya: Ian... *langsam wiederholt* Das ist in der Tat einfacher. Wir sind zwar sehr geübt in der englischen Sprache, aber Namen fallen mir doch noch schwer
Ian: Das macht nichts. Euer Englisch ist aber wirklich bemerkenswert gut. Und trotzdem ist dies euer erster Aufenthalt in Großbritannien?
Ryo: Wir stammen aus gehobenen Familien. Dort wird man weitsichtig gelehrt. Die Sprache eines Landes zu lernen, das wirtschaftlich noch nützlich werden könnte, ist lediglich ein kluger Schachzug
Ian: *leise lacht* Klug in der Tat. Ich bin beeindruckt. *ihnen allen ein Glas Wein einschenkt* Ist es erlaubt zu fragen, wie es dazu kommt, dass zwei Mitglieder gehobener Familien eine so weite Reise zurück legen und dann so wenig Geld bei sich tragen?
Ryo: *leicht die Augen verengt*
Saya: Sagen wir, unsere Reise ist nicht ganz geplant gewesen *munter antwortet*
Ryo: Saya!
Saya: Was denn?
Ryo: Es ist nicht nötig, jede seiner Fragen zu beantworten.
Saya: Aber wenn er doch fragt...
Ryo: Unsere Umstände sind immer noch unsere Angelegenheiten! *zu Ian schaut* Und selbst wenn wir dankbar für die finanzielle Unterstützung sind, heißt das nicht, dass wir dazu verpflichtet sind, alles von uns Preis zu geben
Ian: Damit habe ich auch nicht gerechnet, Mr. Ryo.
Ryo: Kojima.
Ian: Bitte?
Ryo: Mein Name lautet Kojima. Ich bevorzuge es, wenn nur Freunde mich beim Vornamen nennen.
Ian: *verwundert schaut* *dann aber einen verstehenden Laut macht* Oh, ich dachte, Ryo sei der Nachname. In Japan werden Namen andersrum gesagt? Faszinierend. Dann entschuldige ich mich natürlich für die ungewollte Intimität, Mr. Kojima
Ryo: *nur leise schnaubt*
Saya: *etwas missmutig zu ihm schaut*
Ian: *zu Saya blickt* Dann gehe ich richtig davon aus, wenn dein Nachname Hino ist, richtig?
Saya: *wieder zu Ian schaut* *leicht nickt* Ja, das ist richtig. Aber Saya ist in Ordnung, Ian-dono.
Ian: Das freut mich, Miss Saya.
Saya lächelte nur leicht, hob dabei ihr Weinglas an und trank einen tiefen Schluck. Ryo schenkte seinem Glas keinerlei Beachtung. Er musterte Saya aufmerksam, doch als diese munter weiter aß, richtete er seine Augen wieder auf ihren Wohltäter, sah ihn misstrauisch an.
Ryo: Ich will immer noch wissen, weshalb wir wirklich eingeladen worden sind.
Ian: Mr. Kojima, Sie sind niemand, der an den guten Willen der Menschen glaubt, oder?
Ryo: Nicht, wenn es darum geht, sein Geld für zwei zufällige Ausländer auszugeben.
Ian: Und ich dachte, wir Schotten seien stur und misstrauisch... *leise lacht* Nun, es stimmt, dass es keine reine Gastfreundlichkeit war, die mich dazu hingeleitet hat, aber ich versichere euch, dass ich keine schlechten Absichten hege
Ryo: Das obliegt immer noch unserer eigenen Einschätzung
Saya: Ryo, findest du nicht, dass du allmählich unhöflich bist?
Ryo: Ich hab gar nicht erst angefangen, höflich zu werden, Saya
Saya: Das macht es nicht besser!
Ian: Bitte, kein Streit. Miss Saya, ich kann das Misstrauen deines Freundes vollkommen nachvollziehen und ich werde ihm deshalb nichts vorhalten. Im Gegenteil, ich finde es eher amüsant, wie sehr er auf euren Schutz bedacht ist.
Ryo: Nun, da Saya nicht darauf achtet, bleibt es an mir, achtsam für zwei zu sein.
Ian: Das ist eine gesunde Einstellung
Ryo: Wird sie mir auch sagen, was Ihr wirklich plant, McMillain-dono?
Ian: *lächelt* Ich denke schon
Ryo: Dann bin ich ja gespannt
Ian: Nun... ich besitze ein großes Anwesen in Schottland. Und ich suche nach Leuten, die mich bei meiner Forschung unterstützen wollen
Ryo: Versuchstiere?
Ian: Oh, keineswegs. Ich habe kein Interesse an Menschenexperimenten.
Ryo: Dann verstehe ich nicht, wieso ausgerechnet zwei Fremde behilflich sein sollen
Saya: Das wäre eine Frage, die ich auch stellen würde *mit vollem Mund sagt*
Ryo: Saya... Ich glaub, wenn du nichts Hilfreiches sagst, wird sich keiner beschweren, wenn du einfach weiter isst und zuhörst
Ian: Wie unverblümt, Mr. Kojima...
Saya: *Ryo finster anschaut* Ich bins von ihm gewohnt *zu Ian sagt* *dann aber weiter isst*
Ian: *das Ganze nur belächelt* Wo waren wir stehen geblieben?
Ryo: Wieso ausgerechnet wir?
Ian: Richtig. Deshalb!
Ian kramte kurz in seiner Hosentasche, holte schließlich einen kleinen silbernen Gegenstand hervor. Auf den ersten Blick wirkte er, wie ein kleiner Kompass, doch als Ian ihn aufklappte, war keine Nadel zu sehen, sondern ein Juwel, das schwach leuchtete, dabei ständig zwischen blauer und orangener Farbe wechselte und ein leises Surren von sich gab.
Ryos Augen weiteten sich in Überraschung. Saya ließ ihr Besteck fallen und gab einen faszinierenden Laut von sich, beugte sich etwas weiter über den Tisch vor, um das Ganze besser betrachten zu können.
Ryo: Was ist das? *vorsichtig fragt*
Ian: Ich nenne es einen Flammenkompass. *das Gerät wieder zuklappen lässt* Mr. Kojima, Miss Saya, glaubt ihr an Magie?
Ryo: *die Augen leicht verengt*
Saya: In unserer Heimat gibt es viele Mythen und Sagen und ich bin der Überzeugung, dass in jeder dieser Geschichten ein Funken Wahrheit steckt. Vielleicht gibt es keine Dämonen oder Götter, aber das Übernatürliche existiert mit Sicherheit.
Ian: Diese Ansicht kann ich nur bestätigen. Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Wissenschaft der Alchemie. Entgegen der Annahme vieler ist das mehr, als nur das Mischen irgendwelcher Zaubertränke und etlichem Hokuspokus mit merkwürdigen Worten und am Ende wird aus einem Stein pures Gold. Magie existiert. Die Alchemie hat es bewiesen und in meinen Forschungen kam ich zu der Erkenntnis, dass es Menschen mit magischen Potenzial gibt und Menschen ohne dieses.
Ryo: Also Menschen, die Magie wirken können und jene, die es nicht können?
Ian: So kann man es nennen. Wobei der Begriff der Magie sehr streng limitiert ist. Bisher beläuft es sich auf kleinere Tricks. Wenn man sich ein bisschen mehr spezialisiert, dann kann man auch etwas größeres bewirken, aber die Varietät fehlt. Mein Ziel ist es, andere Menschen mit Magie zu finden und zu sehen, was deren Fähigkeiten sind. Ich will die Unterschiede herausfinden und alles über die Variationen erfahren, was es gibt.
Saya: Wow... Das klingt nach einem hohen Ziel...
Ian: Und einem schweren. Ich reise regelmäßig und oft durch das gesamte Land, aber magisch veranlagte Menschen sind sehr selten. Ich könnte an einer Hand abzählen, wieviele ich bereits getroffen habe.
Ryo: Und lass mich raten, einer von uns gehört dazu.
Ian: Vielleicht auch beide, aber ja. Dieser Flammenkompass leuchtet auf, wenn eine Person mit magischem Potenzial in der Nähe ist. Wenn ich eins festgestellt habe, dann dass er je nach Person dabei auch die Farbe wechselt. Das orange Leuchten stammt von mir. Aber dass er die Farbe wechselt, ist ein Zeichen dafür, dass noch eine weitere Person da ist.
Ryo: Und es ist sicher einer von uns? Es könnte auch jemand anders gewesen sein. Wir waren schließlich nicht die einzigen in der Pension.
Ian: Natürlich nicht, aber neben dem Rezeptionisten, den ich bereits kontrolliert hatte, ward ihr die einzigen bei der Anmeldung. Das Abendessen hier sollte noch einmal eine Bestätigung sein, dass der Stein auch an einem anderen Ort mit eurer Begleitung noch dieselben Farben hat. *lächelt leicht* Zumal er aufgehört hat, blau zu leuchten, als sich unsere Wege wieder trennten.
Saya: *funkelnde Augen bekommt* Also ist einer von uns magisch begabt? Einer von uns könnte tatsächlich Magie bewirken. Ryo, ist das nicht aufregend?
Ryo: *zweifelnd zu ihr sieht* Magie muss nichts Gutes verheißen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das so 'aufregend' finden soll, Saya
Saya: Weil du hinter allem immer direkt das Schlechte siehst, Ryo! *wieder zu Ian schaut* Wie kann man heraus finden, wer von uns das Potenzial hat? Oder was für Fähigkeiten?
Ian: *lacht leise* Nun, da die Menschen in diesem Land sehr abergläubisch sind und noch dazu sehr gesprächig, würde ich nicht unbedingt in einer so belebten Stadt versuchen, mit Magie zu experimentieren. Deshalb meine Einladung zu mir nach Hause. Wir können problemlos während der Reise dorthin über alles sprechen und auf meinem Anwesen kann ich euch dann alles zeigen und lehren, was ich weiß.
Saya: *zu Ryo schaut* Ryo!
Ryo: Saya, ich weiß wirklich nicht, ob...
Saya: Ich habe nicht vor, dieses Angebot abzulehnen. Das Ganze schreit nach Abenteuer und das ist genau das, wonach ich gesucht habe!
Ryo: *seufzt* Es könnte uns umbringen
Saya: Ich hab dir schon mal gesagt, dass wir Beide auf uns aufpassen können.
Ryo: Weil ein Schwert auch wunderbar gegen Magie funktioniert...
Saya: Ach, komm schon, Ryo... *ihn mit Dackelblick ansieht*
Ryo: *das Gesicht verzieht* Beim kleinsten Anzeichen von Gefahr werd ich mich nicht davor scheuen, dich an den Haaren wieder nach Hause zu ziehen
Saya: *breit grinst* Ist in Ordnung!
Ian: Seh ich damit meine Einladung als angenommen?
Saya: *ihn breit angrinst* Auf jeden Fall, Ian-dono! Ich kann es kaum erwarten, die Magie mit eigenen Augen zu sehen!
1. Juni 1808
Wir waren Wochen auf See gewesen. Wochen, in denen wir uns im Lagerraum eines Schiffes versteckt hatten, damit uns die Mannschaft nicht sah. Es war schwer, mit Vieh, Kisten voller Reis und Saya eingesperrt zu sein, aber heute hatte diese Reise ein Ende gefunden. Wir haben unser Ziel erreicht: England. Die Menschen hier sehen so anders aus. Die Gebäude, die Sprache... Es ist wie eine völlig fremde Welt. Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee war, hierher zu kommen, aber es wird mit Sicherheit eine großartige Erfahrung fürs Leben sein. Wir haben sogar eine Unterkunft gefunden, die uns ein Fremder bezahlt hat. Aien ist sein Name. (Ich weiß nicht, wie man ihn schreiben sollte.) Er lud uns zum Essen ein und erzählte uns von den Gepflogenheiten Englands. Er wirkt nett, aber etwas ist an ihm merkwürdig. Ich hoffe, wir haben uns nicht auf jemand falschen eingelassen.