Willkommen

auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



Flame of the Abyss

Episode 04


Thirty-Six Days left


Munter rannte Miles durch die Gänge des Anwesens. Beinahe lief er dabei eine Bedienstete über den Haufen. Schnell rief er ihr eine Entschuldigung zu, dann war er auch schon um die Ecke gebogen. Zwei Gänge weiter und schlussendlich erreichte er eine der vielen Türen, die in den Garten hinein führten. Er stieß diese auf und rannte hinaus. Binnen weniger Sekunden hatte er auch in den nicht all zu entfernten Blumenbeeten jene Person gesichtet, nach der er auf der Suche war.

Miles: Finlay!
Finlay: *sich gerade von den Beeten aufrichtet* *zu ihm schaut*
Miles: *sich ihm einfach an den Hals schmeißt*
Finlay: Wow, immer langsam mit den jungen Pferden... *lachend sagt*

Finlay stolperte ein paar Schritte zurück, darum bemüht, nicht mitsamt Miles in den Armen den Weg zu Boden zu finden. Ein Lächeln zierte seine Lippen, als er sich wieder gefangen hatte. Miles blickte hinauf zu dem Mann mit den schulterlangen braunen Haaren, grinste breit.

Miles: Du bist wieder da! *erfreut sagt*
Finlay: Das Gleiche könnte ich von dir sagen. Ohne eine Ankündigung mit deinem Bruder nach England zu verreisen war nicht gerade höflich von dir.
Miles: *einen Schmollmund zieht* Ian hat es vor mir geheim gehalten. Ich habs in letzter Minute heraus gefunden und dann war keine Zeit mehr, mich zu verabschieden. *sieht mürrisch zur Seite* Aber kaum waren wir wieder zurück, warst du nicht da...
Finlay: *lacht leise* Gillian bat mich, einige Dinge zu besorgen. Die einzigen Händler liegen weit entfernt. Ich konnte nichts dafür, dass ich deshalb für ein paar Tage nicht da war.
Miles: *sieht ihn vorwurfsvoll an* Aber jetzt bist du wieder da! Aber mir Bescheid gesagt hast du trotzdem nicht!
Finlay: Hätt ich das tun müssen? Es ist nicht einmal Mittag und du hast schon von allein den Weg zu mir gefunden.
Miles: Weil Gillian es mir gesagt hat... *nuschelt*
Finlay: *seufzt theatralisch* Ich sehe schon, du bist eingeschnappt, hm?
Miles: *sieht kommentarlos weg*
Finlay: *löst sich etwas von Miles* *legt ihm eine Hand ans Kinn* Komm schon, seh mich wenigstens an... *Miles' Kopf etwas in seine Richtung zu ziehen versucht*
Miles: *der Bitte Folge leistet und wieder zu ihm schaut*
Finlay: Na also... Wie sonst könnte ich diese wunderschönen Smaragde sehen?
Miles: *unweigerlich errötet* Du bist doof... *verlegen nuschelt*
Finlay: *lächelt* Ich weiß...

Langsam beugte sich Finlay vor, während er Miles' Kinn etwas anhob und schließlich ihre Lippen miteinander verschloss. Sanft war der Kuss, fast schon zärtlich. Miles schloss dabei die Augen, stellte sich etwas auf die Zehenspitzen, um sich Finlay entgegen zu lehnen. Doch nicht allzu lang danach löste sich der Ältere der Beiden wieder, lächelte charmant zum Blonden hinab.

Finlay: Verzeihst du mir, dass ich dir nicht Bescheid gegeben habe?
Miles: *kneift verlegen die Lippen zusammen* *nickt aber*
Finlay: Das freut mich *ihm einen Stirnkuss gibt*
Miles: *zu ihm schaut* Hast du eigentlich die beiden Neuen schon getroffen? Die Japaner?
Finlay: Japaner? Nein, noch nicht. Gillian hat mir zwar erzählt, dass es einen neuen Flammennutzer gibt, aber sonst nichts weiter. Sind es etwa Zwei?
Miles: *schüttelt den Kopf* Nee, sie sind zu Zweit hergekommen, aber nur die Frau kann Flammen benutzen. Der Mann ist lediglich ihr Bewacher oder so...Jedenfalls, sie heißen Saya und Kojima.
Finlay: Oh, wie interessant... Und aus Japan, sagst du? Ich würde die Beiden nur zu gerne einmal kennen lernen...

Ryo saß in der Bibliothek. Saya war mal wieder mit Gillian und Ian beschäftigt, ließ sich irgendetwas über die Flammen erklären. Selbst nutzte er seine damit gewonnene Freizeit dafür, hier zu sitzen und in einem der unzähligen Bücher zu lesen, die hier die Regale füllten.

Finlay: Das sieht nach schwerer Lektüre aus für jemanden, für den Englisch keine Muttersprache ist
Ryo: *aufschaut* Nur weil ich Ausländer bin, heißt das nicht, ich könnte nicht gut in fremden Sprachen sein
Finlay: Natürlich. Ich wollte nicht unhöflich wirken. Mein Beileid.
Ryo: *eine Augenbraue hebt*
Finlay: Ich bin Finlay Sullivan. Freut mich, die Bekanntschaft zu machen.
Ryo: Ryo Kojima. Ebenfalls.
Finlay: Miles hat mir von dir erzählt. Du bist der Begleitschutz für Miss Saya, richtig?
Ryo: So ungefähr kann man es nennen.
Finlay: Hm, da gibt sich mir die Frage... Ist Miss Saya von adeliger Herkunft? Oder weshalb benötigt sie einen Begleiter?
Ryo: *das Buch zuklappt* Erstens, keine Dame sollte je allein reisen, zu ihrem eigenen Wohl. Zweitens, handelt Saya gern schneller als sie denken kann und braucht daher wen, der auf sie aufpasst. Und drittens, glaube ich nicht, dass ihre oder meine Herkunft für irgendjemanden von Interesse sein sollten.
Finlay: *verdutzt blinzelt* *nicht mit einer so schnippischen Antwort gerechnet hatte* Natürlich... Ich bitte um Verzeihung. Ich wollte nicht aufdringlich wirken
Ryo: Schon gut
Finlay: Es passiert nur selten, dass Leute aus so fernen Landen kommen und dann nur in so kleiner Anzahl unterwegs sind
Ryo: Du bist auch einer dieser Flammennutzer, oder?
Finlay: *über die plötzliche Frage stutzt* Ja. Mein Lehrmeister hat die Flammen entdeckt...
Ryo: Dann bist du in diesen... "ketzterischen Forschungen" involviert. Für jemanden, der an soviel Geheimnistuerei beteiligt ist, stellst du erstaunlich viele Fragen
Finlay: *lächelt schief* Miles hat wohl nicht gelogen, als er dich als misstrauisch betitelt hat. *hebt abwehrend die Hände* Ich bin einfach nur ein Forscher. Neugier und Fragen liegen in meiner Natur
Ryo: Dann werde ich dich enttäuschen müssen. Deine Antworten findest du nicht bei mir.
Finlay: Kein Menschenfreund, huh?
Ryo: Kein Freund von zuvielen Fragen.
Finlay: Hm, das kann ich nachvollziehen. Ich hoffe trotzdem auf ein gutes Miteinander.
Ryo: *leicht die Augen verengt* Das werden wir noch sehen...

Saya: Flammen verbrauchen Energie. Es ist, als würde man sehr lange laufen. Wenn man den Körper nicht ausreichend trainiert hat und er zu wenig Ausdauer hat, dann ist man erschöpft und fällt nach dem gebrauch der Flammen in Ohnmacht. Darum heißt es für mich täglich trainieren und mich an den Gebrauch der Flammen gewöhnen!
Ryo: *in seinem Zimmer auf dem Sofa sitzt* Wundervoll. Das Training wird dir sicher nicht schaden
Saya: *ihm gegenüber sitzt und nun empört anschaut* Was soll das denn heißen?
Ryo: Dass du dein Training viel zu sehr schleifen lässt. So viel verschwendetes Potential... Vielleicht wird unsere Reise hierher ja doch noch was Gutes an sich haben
Saya: *einen Schmollmund zieht* Du tust so, als sei alles hier schrecklich... Dabei wohnen wir in einem großen Haus mit genug Essen und die Leute sind auch alle nett.
Ryo: Die Leute sind nett, weil sie dich gebrauchen können. Ich bin nur ein Schamrotzer hier. Zurzeit zumindest.
Saya: Zurzeit?
Ryo: Ich habe angefragt, ob ich als Bediensteter aushelfen kann. Immer nur den ganzen Tag herumsitzen und nichts tun, macht mich noch wahnsinnig.
Saya: *amüsiert schnaubt* Du willst als Bediensteter aushelfen? Du hast doch keine Ahnung, wie man einen Besen hält. Immerhin hat unser feiner Herr doch auch immer alles für sich getan bekommen~
Ryo: *sieht sie finster an* Sagt das Weib, was sich als Kind wie eine Prinzessin benommen hat!
Saya: Ey!
Ryo: *seufzt leise* Vielleicht, wenn ich mich mit den Angestellten anfreunde, erfahre ich mehr über die Leute hier. So ganz kommt mir das Ganze nicht geheuer vor.
Saya: Das tat es noch nie...
Ryo: Ja, aber je mehr ich von denen kennen lerne, desto vorsichtiger werde ich
Saya: Also Yu-dono fand ich sehr sympathisch
Ryo: *zieht eine Augenbraue hoch*
Saya: Was?
Ryo: Nichts. Überhaupt nichts.
Saya: Hmpf. *verschränkt die Arme und schaut weg*
Ryo: Halt dich von diesem Sullivan fern.
Saya: Sullivan?
Ryo: Finlay. Anscheinend auch ein Flammennutzer. Von dem, was er mir gesagt hat, war es wohl sein Lehrmeister, der die Flammen und die Steine entdeckt hat.
Saya: Was denn? Und deshalb soll ich mich von ihm fernhalten?
Ryo: Saya, erinnerst du dich noch daran, als man uns diese Ringe gezeigt hat? Diese magischen Steine sind deswegen in dieser Form, weil ein Experiment missglückt ist. Und dieser Finlay war wahrscheinlich derjenige, der daran beteiligt ist. Und jetzt ist er in aller Seelenruhe hier und schaut zu wie McMillain-dono seine eigenen Spielchen damit betreibt.
Saya: Vielleicht, um aufzupassen, dass nicht nochmal ein Unglück passiert?
Ryo: Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Wir wissen nicht, wer das Experiment initialisiert hatte. Und wir wissen nicht, was aus diesem Lehrmeister geworden ist. Je länger wir hier sind und je mehr Leute wir kennen lernen, desto mehr Fragen kommen auf. Und niemand beantwortet sie...
Saya: Ach, die Antworten erfahren wir sicher noch früh genug...
Ryo: Und wenn nicht? Außerdem irritiert dieser Kerl mich einfach. Von Anfang an hat er direkt Fragen gestellt, die sonst keiner hier gestellt hat. Über unsere Herkunft und über dich... Ich kann es nicht in Worte fassen, aber wenn ich diesen Kerl ansehe, dann wird mir mulmig. Als ob mich etwas vor ihm warnen will. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm
Saya: Ach, jetzt hör doch auf! *abrupt aufsteht* Dein Misstrauen steigt dir zu Kopf! Alle hier sind freundlich, nirgends droht uns Gefahr und wir sind hier sicher. Warum kannst du nicht einmal in deinem Leben die Sorgen sein lassen und genießen, dass die Welt dir Gutes will? Wir sind nicht mehr in Japan. Niemand hier weiß irgendetwas über uns. Auf uns warten einfach ein paar geruhsame Wochen mit neuen Bekanntschaften und wenn ich genug über meine Fähigkeiten weiß, können wir wieder nach Hause zurück und endlich unser Leben so leben, wie wir es wollen.
Ryo: Saya... So einfach ist das nicht
Saya: Doch! Doch genau das ist es. Es ist einfach. Du wilslt das nur nicht sehen. Es gibt keine Probleme und du willst das nicht wahr haben, also suchst du verzweifelt nach irgendetwas, was du zu einem Problem machen kannst. *senkt den Kopf* Ryo, das hier ist die Chance meines Lebens. Ich kann zum ersten Mal sein, wer ich bin und wenn ich wirklich magische Fähigkeiten habe und sie erlerne, dann kann ich erhobenen Hauptes heimkehren, ohne Schande und mein Vater wird mir nicht mehr seinen Willen aufzwingen können... Kannst du mir dieses Glück nicht gönnen?
Ryo: *stockt* Saya...
Saya: *sich von ihm abwendet* Ich hab keine Lust mehr auf diese Diskussion, ich gehe.
Ryo: Wa- *aufspringt* Saya, warte mal
Saya: Vergiss es! Wir können morgen wieder reden, wenn du dich wieder etwas einbekommen hast.

Laut knallte die Tür ins Schloss, als Saya aus dem Zimmer gestürmt war. Ryo sah ihr überrascht nach, seufzte dann aber und ließ den Kopf hängen. So hatte er sich seinen Abend mit Sicherheit nicht vorgestellt.
Saya derweil stapfte eingeschnappt den Gang entlang. In ihren gedanken evrfluchte sie immer und immer wieder Ryo für seinen Misstrauen, achtete so nicht darauf, wohin sie ging. Sie bog hastig um eine Ecke, nur um mit einem Mal in jemanden hineinzulaufen. Mit einem überraschten Laut prallte sie nach hinten, verlor das Gleichgewicht und fiel beinahe hin - hätten nicht zwei starke Hände nach ihren Armen gegriffen und sie statt nach hinten fallen zu lassen, instinktiv nach vorne zu sich gezogen.


Yu: Das ging ja noch einmal gut...
Saya: *rot anläuft* Yu-dono!
Yu: *sie freundlich anlächelt* Ist alles in Ordnung?
Saya: *verlegen weg sieht* Ja, alles bestens...
Yu: Gut. *sie loslässt und einen Schritt zurück weicht* Wird es künftig eine Gewohnheit werden, dass wir uns bei jeder Begegnung in die Arme fallen?
Saya: Das... War eigentlich keine Absicht *nuschelt* Ich hab nicht darauf geachtet, wohin ich ging
Yu: Ah, das ist aber nicht gerade gut. Nachher übersiehst du noch eine Treppe
Saya: Ich glaube nicht, dass das passieren wird
Yu: Nicht?
Saya: *streicht sich eine ihrer Strähnen hinters Ohr* *grinst ihn leicht an* Schließlich scheinst du doch immer vorher da zu sein und mich vor solchen Gefahren zu hindern
Yu: *kurz stutzt* *dann aber leise lacht* Ja, in der Tat scheint es so.
Saya: *auch leise kichert*
Yu: Spielen du und Mr. Kojima wieder Ein Spiel oder was war es diesmal, was dich deine Umgebung vergessen ließ?
Saya: Oh, ehm, kein Spiel. Eher... *ihr Lächeln verliert* Ryo und ich hatten eine kleine Auseinandersetzung und ich bin davon gestürmt.
Yu: Das tut mir Leid...
Saya: Nein, ist schon gut. Sowas passiert häufiger. Wir vertragen uns schon noch wieder. Morgen wird alles wieder gut sein. Das ist es schon immer gewesen.
Yu: Dann hoffe ich, dass es auch weiter so sein wird
Saya: Danke.
Yu: Ich vermute, dein Abend steht damit zur freien Verfügung?
Saya: Huh? Ehm, ja... Ich hab zumindest nichts weiter geplant...
Yu: Darf ich dann vielleicht um einen gemeinsamen Spaziergang bitten?
Saya: Eh?
Yu: Wir hatten noch nicht wirklich die Gelegenheit, uns besser kennen zu lernen. Ich würde das gerne nachholen. Vorrausgesetzt das Interesse besteht.
Saya: N-Natürlich! Gerne! *ein paar hilflose fuchtelnde Bewegungen macht* Nach dir?

Yu belächelte das Ganze einfach, bevor er sich langsam wieder in ebwegung setzte. Saya folgte ihm auf gleicher Höhe und gemeinsam gingen sie so zum nächstbesten Ausgang in den Garten, um dort im Abendrot ein wenig umher zu wandern. Sie unterhielten sich dabei über die verschiedensten Dinge. Über die Flammen und wie genau sie ihren Weg auf das McMillain-Anwesen gefunden hatten. Yu berichtete von seinem Lehrmeister und wie es ihn zur Medizin gebracht hatte, während Saya ein paar Geschichten von sich und Ryo zum Besten gab. Lange unterhielten sie sich so, bis die Sonne untergegangen war und die kühle Nachtluft sie wieder nach drinnen geleitete, wo sie sich voneinander verabschiedeten und schließlich den Weg in ihre Zimmer fanden...

Die kommenden Tage über fielen Saya und Ryo immer mehr in einen alltäglichen Trott. Saya war täglich mit Training beschäftigt, war dabei stets entweder mit Gillian oder Ian zugange. Während sie sich Nachmittags dann gern etwas Zeit nahm und Ryo von allem berichtete, verbrachte sie beinahe jeden Abend zusammen mit Yu, spazierte dabei entweder durch den Garten, ließ sich von ihm ein wenig Kung Fu beibringen oder trank einfach mal eine Tasse Tee, während sie über die verschiedensten Dinge sprachen.
Ryo währenddessen verbrachte seine Vormittage stets damit, den Bediensteten im Haus zu helfen. Mal half er bei der Wäsche, mal beim putzen, mehrmals half er sogar bei den Vorbereitungen fürs Essen mit, tauschte mit den Köchen dabei Rezepte untereinander aus. Auch mit den Hausmädchen freundete er sich recht schnell an, erfuhr so meist schon am Morgen den neusten Klatsch des vergangenen Abends. So erfuhr er auch, dass Finlay seit geraumer Zeit hier wohnte, öfters mal im Garten bei den Beeten aushalf und ansonsten seine Freizti mit Miles verbrachte. Die Beiden schienen in dem Punkt fast schon unzertrennlich. Auch erfuhr er, dass dem ein oder anderen Hausangestellten ebenfalls nicht ganz wohl war, wenn er einmal mit Finlay in Kontakt kam, doch wieso genau konnte keiner konkret sagen. Ryo hatte das alles mit Missmut hingenommen, es jedoch bevorzugt, Saya nicht weiter damit auf die Nerven zu gehen. Stattdessen beobachtete er meist aus der Ferne heraus, wie sich seine Freundin immer mehr Yu annäherte. Selbst suchte er auch ab und an den Kontakt zu dem Chinesen, kam aber meist nicht über ein paar freundschaftliche Worte hinaus. Zumindest schien ihm der Mediziner wesentlich weniger verdächtig als die meisten anderen Bewohner dieses Hauses, weswegen er fast schon mit Zufriedenheit sah, dass das die Person war, die Saya von all den neuen Bekanntschaften am meisten bevorzugte. Selbst freundete er sich mehr mit Gillian an. Die gemeinsamen Abende beim Tee, wo sie sich über ihre Kulturen austauschten, waren stets eine willkommene Abwechslung zu den sonstigen Dingen, die ihn beschäftigten und seine Gedanken einnahmen...


Gillian: Morgen wird die letzte unserer bisher gefundenden Flammennutzern auftauchen.
Ryo: *seine Tasse Tee abstellt* Und du sagst mir das, weil?
Gillian: Ich dachte, es würde dich interessieren. Miss Saya schien nicht den Anschein zu machen, als hätte sie dir davon erzählen wollen
Ryo: Sie hält mich über ihren Fortschritt am Laufenden, aber ansonsten erzählt sie mir nicht sehr viel.
Gillian: Ein Streit?
Ryo: Eine Meinungsverschiedenheit. Aber ich respektiere ihre Entscheidung, mich nicht in alles einzuweihen.
Gillian: Ich bin mir sicher, das meiste wäre eh nichts Neues für dich. Außerhalb des Hauses sind die Bediensteten zwar sehr verschwiegen, aber innerhalb dieser Mauern verbreiten sich alle Ereignisse wie ein Lauffeuer
Ryo: *amüsiert schnaubt* Das in der Tat
Gillian: Ein brillianter Schachzug von dir, dich mit allen anzufreunden *einen Schluck seines Tees trinkt*
Ryo: Man tut, was man tun kann
Gillian: *leise lacht* Jedenfalls... Unsere letzte Verbündete kehrt morgen zurück. Ihre Nachricht kam heute an.
Ryo: Eine Frau, huh? Gibt es irgendetwas zu ihr zu sagen oder werde ich bei ihr genauso ins offene Messer laufen wie bei jedem anderen?
Gillian: *munter lächelt* Ich glaube, sie IST ein offenes Messer. Ihr Name ist Zero und wenn ich sie beschreiben müsste... Sie wäre dein charakterliches Ebenbild. Genauso misstrauisch und vorsichtig und genauso scharf mit Zunge und Schwert
Ryo: *grinst* Klingt wie eine Frau anch meinem Geschmack
Gillian: Das dachte ich mir. Auf jeden fall bedeutet das, dass morgen alle Flammennutzer versammelt sind. Und damit wird morgen auch eine Antwort von allen bezüglich der Ringe verlangt
Ryo: Ich verstehe... Bis morgen müssen sich alle entschieden haben, ob sie eurem Plan folgen oder nicht
Gillian: Genauso ist es
Ryo: *eine anchdenkliche Miene bekommt*
Gillian: Hat dir Saya etwas über ihre Antwort gesagt?
Ryo: Nein, gar nichts... *seufzt* Aber so wie ich sie kenne...
Gillian: Wird sie zusagen?
Ryo: Ich befürchte ja
Gillian: *einen Moment schweigt* Nun, ich kann dir nicht oft genug versichern, dass ich alles in meiner Macht tun werde, dass die Sicherheit der Rignträger gewährleistet ist
Ryo: Ich weiß... *aus dem Fenster schaut* Nur wer sagt mir, dass deine Macht auch ausreichend ist...



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