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auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



Flame of the Abyss

Episode 08


Eleven Days left


Den darauffolgenden Tag über machte Ryo nichts anderes, als Finlay heimlich zu beobachten. Schon vor dem Frühstück hatte Ryo in der Nähe von Finlays Zimmer gelauert, darauf gewartet, dass dieser es verließ, um in die Speisehalle zu gehen. Selbst hatte er die Chance genutzt, einmal kurz in das Zimmer zu schleichen und sich nach verdächtigen Dingen umzusehen. Sehr zu seinem Ärgernis war das meiste von Finlays Handnotizen in einer ihm unbekannten Sprache geschrieben. Er vermutete, dass es sich um eine der beheimateten Inselsprachen handeln musste, welche er jedoch nicht im geringsten verstand. Leise fluchte er darüber, konnte auch sonst nichts finden, dass ihm weiter half. Die Regale waren voll gestellt mit Büchern über Alchemie, aber auch ein paar Fachbücher über Meteorologie waren dabei. Nichts, das wirklich überraschend kam. Das Einzige, das wirklich Ryos Neugierde erweckte, war eine merkwürdige Apparatur, die auf einem kleinen Tisch in einer Ecke stand. Ein merkwürdiges Gerüst aus Reifen und Kugeln. Beim genaueren Betrachten stellte Ryo fest, dass sich manche der Kugeln bewegten und für einen Moment lang hielt er es für eine Art Planetenkalender. Doch schnell merkte er, dass es zu viele Kugeln waren, als dass sie das Sonnensystem hätten darstellen können. Was auch immer das für ein Gerät war, es schien keinen wirklichen Sinn zu machen. Und doch... die Kugeln schienen alle in beinahe einer Reihe zu stehen. Was wohl passieren würde, wenn sie tatsächlich parallel standen? Ryo schüttelte hastig den Kopf. Das war nichts, worüber er wirklich nachdenken wollte. Er mochte die Vorstellung nicht und es half ihm auch nicht in seiner jetzigen Situation weiter. Kurzerhand verließ er das Zimmer wieder, machte sich selbst auf den Weg in den Speisesaal und gesellte sich zu den Anderen zum Frühstück.
Nach dem Frühstück hatte er die Verfolgung Finlays aufgenommen. Für gewöhnlich kümmerte sich Finlay morgens um die Blumenbeete im Garten. Auch heute kam er dieser Tätigkeit nach, hatte wie so häufig dabei Miles zur Hilfe. Ryo stand etwas abseits der Beiden, übte ein paar Bewegungen mit seinem Schwert, ließ die Zwei jedoch kein einziges Mal aus den Augen.
Gegen Mittag war Finlay im Garten fertig. Miles war von Ian ins Haus gerufen worden, wohl für Unterricht, und auch Finlay begab sich langsam wieder ins Innere. Der Weg des Braunhaarigen führte ihn zurück in sein eigenes Zimmer, wo er die Tür abschloss und sich somit von der Außenwelt abriegelte. Ryo hatte darüber stumm geflucht, sich dann aber ans Holz gelehnt, in der Hoffnung, irgendetwas erlauschen zu können.


Finlay: Nicht mehr lange... Nicht mehr lange und... wird stürzen... Der Wille... genug...

Nahende Schritte waren es, die Ryo ablenkten. Schnell war er von der Tür weggegangen, war in die entgegengesetzte Richtung ausgewichen. Kurz lugte er noch um die Ecke, sah wie ein Bediensteter herum kam, dann hatte er sich selbst in Richtung Bibliothek entfernt. Finlay war zum Ende hin leiser geworden. Wahrscheinlich brachte es dann nichts, noch länger vor seiner Tür zu stehen und zu lauschen. Aber eins stand für Ryo trotzdem fest: Etwas stimmte mit Finlay nicht. Und das „nicht mehr lange“ war der beste Beweis dafür, dass Finlay irgendetwas im Schilde führte. Nur was, das konnte er nicht sagen. Er war sich jedoch sicher, je weiter man sich von Finlay fernhielt, desto besser.
Den restlichen Nachmittag über war Ryo immer mal wieder zu Finlays Zimmer gegangen, hatte jedoch nichts weiter herausbekommen. Und gegen Abend hatte er lediglich beobachten können, wie Finlay seine Zeit wieder mit Miles verbrachte. Miles, der scheinbar jeden freien Moment nutzte, um irgendwie an Finlay zu hängen. Ryo brauchte nur eins und eins zusammen zu zählen. Ihm war bewusst, dass die beiden etwas miteinander hatten, auch wenn es ihn zugegebenermaßen anwiderte. Der Gedanke, jemanden des gleichen Geschlechts zu lieben, war für ihn schlichtweg unnatürlich und er wollte nur ungern darüber nachdenken. Vielleicht war es hier in Schottland eine andere Ansicht in der Gesellschaft, etwas, was akzeptiert wurde. Er machte sich nicht die Mühe, darüber nachzufragen. Nichtsdestotrotz gefiel ihm die Beziehung der Beiden aber auch aus anderen Gründen nicht. Miles wirkte für Ryo wie ein Kind, das den Erwachsenen nacheiferte, ohne zu wissen, auf was es sich einließ. Saya war genauso. Nur dass Saya noch auf Ryos Warnungen hörte, wenn sie Stand und Fuß hatten. Miles schien nicht so zu sein. Wie sonst hätte er in all der Zeit immerzu die Vorsicht seines Bruders in den Wind schlagen und sich so begierig in die Angelegenheit der Ringe stürzen können? Und genau das schien ihn in Ryos Augen auch zum perfekten Opfer für Finlay zu machen. Was auch immer dieser zu planen schien. Und umso mehr sorgte sich Ryo auch um das Wohlergehen des Jungen. Finlay Sullivan konnte man nicht trauen. Dessen war sich Ryo hundert Prozent sicher. Und auch wenn er bisher niemanden davon überzeugen konnte, er musste irgendwie versuchen, alle von dem Kerl fernzuhalten. Angefangen mit Miles, der noch in der höchsten Gefahr zu schweben schien.

So kam es, dass Ryo am nächsten Tag Miles nach dem Frühstück kurz abgefangen hatte, bevor dieser wieder in den Garten zu Finlay laufen konnte.


Ryo: Miles, wieso klebst du eigentlich so sehr an ihm?
Miles: *die Augen verengt* Wovon redest du?
Ryo: Du weißt genau, wovon ich rede.
Miles: Schön, dann weiß ich das. Aber ich weiß nicht, was dich das angeht?
Ryo: Ich will dich nur warnen, Miles. Soviel Zeit, wie du mit ihm verbringst, kannst du mir nicht sagen, dass du das nicht selbst sehen kannst. Etwas läuft gewaltig schief mit Sullivan.
Miles: Das ist doch nur dein Eindruck! *faucht* Du hast den Ringen doch schon von Anfang an misstraut. Und weißt du was? Ich glaube, du suchst einfach nur akribisch nach etwas, was an allem nicht in Ordnung sein könnte. Einfach nur, damit du sagen kannst, dass du Recht hattest
Ryo: *verständnislos schaut* Was? Wieso sollte ich das tun? Miles, ich mach mir einfach nur Sorgen!
Miles: Und deswegen machst du Finlay zu deinem Sündenbock?
Ryo: Ich mache niemanden zu meinem Sündenbock! Es ist einfach ein Fakt, dass mit ihm irgendetwas nicht in Ordnung ist. Die Macht der Ringe ist ihm wahrscheinlich längst zu Kopf gestiegen!
Miles: *schüttelt leicht den Kopf* Ich bin mir sicher, du irrst dich. Und würdest du dir auch nur etwas mehr Mühe geben, ihn besser kennen zu lernen, würdest du auch erkennen, dass er in Ordnung ist *sich abwendet und hastig davon läuft*
Ryo: *seufzt* Viel eher erkenne ich, dass er dich viel zu sehr um den Finger gewickelt hat, Miles... *murmelt*

Resigniert hatte Ryo Miles nachgesehen, sich dann doch abgewandt und stattdessen den Weg zu Gillian gefunden.

Ryo: Gillian, ich will mit dir reden
Gillian: *in seinem Zimmer am Teetisch saß* *nun aber aufschaut* Natürlich, immer doch *auf den Stuhl ihm gegenüber deutet*
Ryo: *einen Moment zögert* *sich dann aber doch setzt* Ich komm direkt auf den Punkt. Ich denke, Sullivan sollte nicht mehr länger hier bleiben
Gillian: *eine Augenbraue hebt* Das sind ziemlich harsche Worte von dir.
Ryo: *nichts dazu sagt*
Gillian: *seufzt* Nun, ich weiß, ihr Zwei hattet keine guten Start und er ist auch einmal recht ausfallend geworden, aber ich dachte, ihr wärt euch seitdem aus dem Weg gegangen. Ist irgendetwas vorgefallen, was deine Aussage begründet?
Ryo: Nicht direkt, aber ich befürchte, dass noch etwas vorfallen wird.
Gillian: Von deiner Seite aus?
Ryo: Nein, von seiner.
Gillian: Wie kommst du darauf?
Ryo: *einen Moment lang nach passenden Worten sucht* Ich habe ein Gespräch zwischen ihm und McMillain-dono mitbekommen und in dem Gespräch klang es so, als ob Sullivan sehr darauf versessen sei, die Ringe noch für eine bestimmte Zeit hier zu behalten. Als ob er noch irgendetwas damit vorhätte.
Gillian: *die Stirn runzelt* Ryo... Ich versteh irgendwo deine Sorge, aber das allein ist leider kein Grund, um Finlay fortzuschicken. Gerade Finlay. Du weißt, dass ohne ihn das alles hier gar nicht erst wäre. Er hat uns enorm viel in unserer Forschung geholfen. Wir können ihn dann nicht einfach ohne handfeste Beweise von hier verweisen. Zumal das sowieso voll und ganz Ians Entscheidung wäre. Das hier ist schließlich sein Haus.
Ryo: *enttäuscht die Schultern sacken lässt* Das habe ich befürchtet...
Gillian: *ihn matt anlächelt* Es tut mir Leid. Und es tut mir auch Leid, dir zu sagen, dass ich deinen Verdacht nicht so ganz teilen kann. Finlay ist schon seit mehreren Jahren ein guter Freund von Ian und mir. Und ich habe nie etwas an ihm auszusetzen gehabt. Er ist ein Forscher und sein Forschungsdrang ist es auch, der ihn voran treibt, zuweilen vielleicht etwas zu sehr, aber abgesehen davon ist er eigentlich ein sympathischer Kerl. Es ist schade, dass ihr zwei einen so schlechten Anfang hattet und du deswegen das Gute in ihm nicht sehen kannst
Ryo: *das Gesicht leicht verzieht* In meinen Augen ist nichts Gutes in ihm... *aufsteht* Danke, dass du mir trotz allem zugehört hast
Gillian: Ich wünschte, ich hätte mehr für dich tun können, als nur zuzuhören
Ryo: *schwach lächelt* Ich auch...

Gegen Abend fand sich Ryo im Garten wieder. Anfangs hatte er noch mit seinem Schwert geübt, nun aber saß er einfach auf einer der Parkbänke, starrte gedankenverloren in den Himmel.

Finlay: *langsam hinzu kommt* Findest du das eigentlich witzig? *nüchtern fragt*
Ryo: *zu ihm schaut* Finde ich was witzig?
Finlay: Allen zu erzählen, dass mir nicht zu trauen ist
Ryo: *zuckt mit den Schultern* Soweit ich weiß, hab ich es nicht allen erzählt...
Finlay: Du hast es Gillian erzählt, was gleichbedeutend damit ist, es auch Ian zu erzählen. Und ich schätze, deine kleine Freundin hat es sicher auch ihrem anderen asiatischen Freund gesteckt. Würde nur noch unsere russische Dame fehlen. *die Augen verengt* Weil Miles hast du es ja auch gesagt
Ryo: Lass mich raten, er ist direkt danach zu dir gerannt und hat mich verpetzt
Finlay: *lächelt kurz humorlos* Natürlich. Du glaubst doch nicht, dass er das nicht tun würde
Ryo: So, wie er schon darauf abgerichtet ist, dir zu folgen? Mitnichten.
Finlay: Abgerichtet? *knurrt* Wag es nicht, so von ihm zu reden!
Ryo: Ach nein? Sag bloß, das was da zwischen euch zu laufen scheint, ist echt
Finlay: *die Fäuste ballt* Selbstverständlich ist es das! *schnaubt* Ich hätt mir ja eigentlich denken können, dass jemand wie du kein Verständnis für so was hat
Ryo: Für zwei Männer, die einander lieben? Nein, nicht wirklich. Aber was mich mehr daran stört, ist, dass du Miles doch nur was vorspielst. Du stellst dich ihm als perfekter Freund vor, damit aller Verdacht von seitens McMillain und Gillian von dir abfällt und du in Ruhe dein Ding drehen kannst!
Finlay: Du...

Mit einem Mal hatte Finlay die Faust erhoben und zugeschlagen. Ryo direkt im Gesicht getroffen. Ryos Kopf flog zur Seite, er selbst taumelte, blieb jedoch aufrecht stehen. Finster blickte er zu Finlay zurück, auf den Lippen jedoch ein leichtes Grinsen.

Ryo: He, dir fehlt es an Gegenargumenten, also greifst du auf rohe Gewalt zurück? Nicht gerade die feine englische Art, oder?
Finlay: Wir wissen doch beide, dass du sowieso keinem Wort von mir glauben schenken würdest
Ryo: Oh, ich würde dir glauben schenken, wenn du endlich zugeben würdest, dass du alle hier nach Strich und Faden belügst!
Finlay: *amüsiert schnauft* Als ob
Ryo: Dachte ich mir.
Finlay: Oh, aber eine Sache wäre da, die du mir ruhig glauben kannst. Mit dem einen Schlag war es das nicht gewesen. Ich steh überhaupt nicht darauf, wenn jemand sich zwischen mich und Miles stellen will. Und da ich bezweifle, dass du das verstehen wirst...
Ryo: Oho, ist das eine Herausforderung?
Finlay: *mit den Fingern knackst* Vielleicht?
Ryo: Dann lass dir gesagt sein, dass ich kein leichter Gegner bin
Finlay: Ebenso.

Einen Moment lang passierte nichts. Dann gingen beide aufeinander los.

Saya: *den Pfad zum Anwesen entlang geht* Ich muss zugeben, ich kann mich daran gewöhnen
Yu: *neben ihr spaziert* Woran?
Saya: Unsere regelmäßigen Waldverabredungen. Und diese Spaziergänge. Das alles macht einfach sehr viel Spaß
Yu: *sie anlächelt* Es freut mich, dass meine Gesellschaft so angenehm ist
Saya: *das Lächeln erwidert* Auf jeden Fall
Yu: Nun, es wäre gelogen, würde ich sagen, dass ich keinen Gefallen an unserer Zweisamkeit hätte

Saya lächelte nur zur Antwort. Für ein paar Meter hüllten sich die Beiden in Schweigen, betraten so das Grundstück des Anwesens, spazierten etwas am Gebäude entlang, um noch einen Abstecher in den Garten zu machen.

Saya: Ich hätte nie gedacht, dass ich mal soviel Zeit allein mit einem anderen Mann außer Ryo verbringen würde...
Yu: Ich hätte anfangs auch nicht gedacht, dass Ryo mir soviel Gelegenheit dazu geben würde.
Saya: *kichert* Ja, so wie er immer in meiner Nähe war...
Yu: *nickt* Aber in den letzten Tagen hat das sehr stark nachgelassen, wenn ich das richtig sehe
Saya: *seufzt* Ja. Er ist mittlerweile wieder vollkommen darauf versteift, dass irgendetwas an all dem nicht stimmt und irgendwas noch schief gehen wird. Er und sein ganzer Pessimismus...
Yu: *die Stirn runzelt* Hm... hat sein Verdacht zufällig etwas mit Mr. Finlay zu tun?
Saya: Ja, sehr viel sogar. Wie kommst du darauf?
Yu: *nach vorne deutet* Weil die beiden sich zu streiten scheinen.

Saya folgte Yus Blick, nur um laut zu fluchen. Tatsächlich konnte sie nicht weit entfernt Finlay und Ryo sehen, wie sie sich gegenseitig mit ihren Fäusten schlugen, darauf erpicht, den jeweils anderen zu Fall zu bringen, während sie sich allerlei Beleidigungen an den Kopf warfen. Sofort war Saya losgelaufen, dicht gefolgt von Yu. Und kaum dass sie bei den beiden angekommen waren, hatte sie auch schon Ryo am Arm gegriffen und ihn von Finlay weggezerrt. Yu hatte sich dabei vorsichtshalber genau zwischen die beiden Jungs gestellt, um zu verhindern, dass Finlay doch nochmal nachsetzte.

Saya: Was verdammt noch mal, macht ihr da?
Ryo: Siehst du doch. Wir prügeln uns *atemlos antwortet*
Saya: Wieso?!
Finlay: *nach Luft schnappt* Der Mistkerl versucht mir meine Beziehung mit Miles zu ruinieren!
Ryo: Ich hab nur versucht, ihn vor dir zu warnen!
Finlay: Grundlos!
Ryo: Lügner!
Finlay: *versucht, wieder auf Ryo zu zustürmen*
Yu: *Finlay an den Schultern packt und zurück hält* Immer mit der Ruhe! Es bringt niemanden etwas, sich die Schädel einzuschlagen
Ryo: Oh, ich bin mir sicher, es würde bei ihm eine Menge Probleme lösen *nuschelt*
Saya: Ryo!
Ryo: *mürrisch zur Seite schaut*
Yu: *den Kopf schüttelt* Versuchen wir einfach alle, tief durchzuatmen und wieder zur Ruhe zu kommen. Es lässt sich sicher über alles in Ruhe reden
Finlay: *einen abfälligen Laut macht* Reden führt hier zu gar nichts *sich von Yu löst* Sei froh, dass deine Freundin aufgetaucht ist. Sonst wärst du nicht so glimpflich davon gekommen
Ryo: Ja klar. Red dir das nur weiter ein!

Finlay schenkte Ryo noch einen letzten finsteren Blick, dann stapfte er einfach von dannen. Ryo sah ihm noch kurz nach, wurde aber direkt von Saya abgelenkt, die sich sofort daran gemacht hatte, Ryo zurecht zu weisen. Yu stand einfach daneben, die Stirn leicht in Sorge gerunzelt. Ein paar Minuten hörte er sich das Ganze noch an, bevor er doch beschloss einzugreifen. Sanft legte er eine Hand auf Sayas Schulter, bat sie um Ruhe und erklärte ihr, dass es keinen Zweck hatte, über Vergangenes zu reden. Saya hatte ihn nur missmutig angeschaut, dann aber doch genickt und Ryo von seiner Standpredigt befreit. Besagte Standpredigt war beim Schwarzhaarigen nur auf taube Ohren gestoßen. Finlay hatte sich viel zu leicht provozieren lassen. Das war nur bei Leuten der Fall, die sich in die Enge getrieben fühlten. Ja, für ihn stand nun endgültig fest, dass er Recht hatte. Finlay plante etwas. Und er würde noch herausfinden, was!

7. Juli 1808
Saya will gar nicht mehr zurück nach Japan. Ich habe schon überlegt, ob ich einen Brief an unsere Familien schicke, in welchem ich mich dafür entschuldige, dass wir einfach davon gelaufen sind. Aber ich fürchte, sie würden nach uns suchen kommen, wenn sie erfahren, wo wir sind und das kann ich nicht verantworten. Dafür fürchte ich zu sehr, dass etwas noch schief gehen wird. Und was, wenn ich Saya verliere, und dann ihr Vater hier auftaucht? Nein, niemand darf wissen, wo wir sind oder was wir hier machen. Nicht, ehe ich nicht rausbekommen habe, was wirklich im Kopf von diesem Kerl vor sich geht. Etwas stimmt da doch nicht. Aber ich kann nicht sagen, ob es an den Ringen liegt oder ob wir ihm nicht einfach nur mit den Ringen perfekt in die Hände gespielt haben... Warum nur bemerkt niemand außer mir, dass etwas an der Sache faul ist?



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