Kojima Rei: Reis Konzept war einfach: Mürrischer, rechthaberischer Einzelgänger, der sich genau das nahm, was er wollte. Zumindest was Shinji anging. Ansonsten sollte er einfach nur jemand sein, der sich schwer damit tat, Teil einer Gruppe zu sein. Das Konzept ging in sofern schief, dass er sich jetzt als Anführer der Wächter verdingt. Nun... das war zwar ungeplant, aber wirklich einen anderen Anführer für die Ringträger kann ich mir im Nachhinein auch nicht vorstellen.
Hino Shinji: Shinji war konzipiert als der etwas naive, optimistische Junge, der zwar in die Geschichte der Ringe eingeweiht war, aber trotzdem mehr in die Geschehnisse hinein stolpert. Ich denke, das Konzept habe ich recht gut rüber bringen können und auch jetzt noch behält er die Rolle des Optimisten, der alle anderen ermutigt, bei.
Toyama Haruto: Haruto sollte ursprünglich die Witzfigur vom Dienst sein. Große Klappe, nichts dahinter. Das wurde relativ schnell schon von mir abgeändert, sodass er schlichtweg ehrgeizig war, manchmal etwas auf dem Schlauch stand, aber doch auch sehr vernünftig und erwachsen sein konnte. Trotzdem war es stets schwer, seinen Charakter richtig in die Geschichte einzubringen, weshalb ich schlussendlich die Chance ergriff und ihn vorerst aus Niigata entfernt habe.
Nakatsukasa Toshiro: Toshiro sollte auf den ersten Anschein der kleine unschuldige Junge sein, der an der Rolle des Himmelsringes verzweifelt, später jedoch die Wandlung vollzieht, voll und ganz für sich und seine Überzeugungen einzustehen. Ursprünglich war seine Geschichte mit „Nightmare“ etwas anders geplant, aber letztlich hat mir doch alles bei seiner Entwicklung gut zugespielt, sodass er gleichermaßen noch etwas kindlich, aber gleichzeitig auch schon für sein Alter recht reif sein konnte.
Kanbara Anna: Vernünftig, ein wenig bestimmend und fürsorglich. Das war das Konzept für Anna. Ich denke, ich habe mich recht gut an genau dieses Konzept halten können. Ursprünglich hatte ich nicht gewollt, dass sie im späteren Verlauf doch so sehr in die Geschehnisse involviert wird, aber letztlich ließ sich das schlichtweg nicht vermeiden.
Kojima Ryo: Ryo hat die mit Abstand faszinierendste Wendung überhaupt genommen. Er war ursprünglich nur erschaffen worden, um den Streit in Epi 5 zu beenden, sollte danach ab und an amüsante Kommentare einbringen und das war's. Stattdessen wurd aus ihm Gründer und Anführer von „Nightmare“ und damit zwischenzeitlich ein Antagonist, nur um das später wieder zu ändern und ihn als eine Art Sündenbock für alles darzustellen. Ich bin selbst fasziniert von diesem Wandel bei ihm. Mittlerweile wäre FotA ohne ihn gar nicht mehr vorstellbar. Kaum zu glauben, dass er wirklich nur aus einer Spontaneität heraus entstanden ist.
Nakatsukasa Ayumi: Klein, süß und unschuldig. Ayumi sollte nichts weiter als eine nette Nebenrolle sein, die ab und an einmal auftaucht und das Bild vermittelt, dass nicht nur andauernd alles den Bach runtergeht. Ein Konzept, das sich bisher beibehalten hat, und das sich so schnell auch nicht ändern dürfte.
Cyrus Taylor: Cyrus war ursprünglich wie alle bei „Nightmare“ als reiner Antagonist gedacht. Laut, fluchend und rücksichtslos. Während sein Charakter in diesem Sinne beibehalten wurde, hat sich dafür mit der Änderung von ganz „Nightmare“ auch seine Rolle als Antagonist geändert. Jetzt ist er eine Support-Rolle, die zwar immer noch gern rumflucht, aber ihre aggressive Energie dafür einsetzt, den Wächtern zu helfen.
Kurai Sarara: Ich mag dieses Weib nicht. Ich hasse sie sogar abgrundtief. Und genau diese Abscheu sollte sie auch für die Leser verkörpern, also habe ich sie absichtlich unleidlich dargestellt. Sie ist das Klischee einer Frau, die nur auf guten Stand und Geld aus ist, versucht sich ihren Weg, wenn die normalen Methoden nicht gehen, durch Tränen freizuräumen. Tatsächlich steht hinter diesem Verhalten noch ein sehr tiefsinniger Grund, den ich aber nicht spoilern werde, der aber auch noch große Relevanz für den Plot hat (auch wenn sie dafür vergleichsweise wenig Screentime hat...)
Damian McMillain: Damian... Genau wie die anderen Mitglieder von „Nightmare“ sollte er eigentlich einer der Bösen bleiben. Lustigerweise hatte ich mit dem Gedanken gespielt, ihn zum Anführer zu ernennen. Dinge, die sich später änderten, als ich beschloss, einen freundlichen Spion bei „Nightmare“ zu haben. Das wurde dann er. Ursprünglich sollte er auch wesentlich sadistischer sein und mit seiner Peitsche wirklich ein wenig an den entsprechenden Fetisch erinnern. Am Ende hätte es mich aber gewurmt, einen der Guten so... „fragwürdig“ zu halten, also wurde er um einiges rechtschaffener.
Zaira Salvaggi: Zaira war von Anfang an als heißblütig, ja fast schon aggressiv geplant. Ein kurzer Geduldsfaden, extrem bestimmend und zu stolz, um Wiederworte zu dulden. Ich hab mein Bestes versucht, mich genau an dieses Konzept zu halten. Vermutlich liegt es daran, dass ich solche Leute nicht ausstehen kann, dass es mir umso schwerer fiel, Zaira zu schreiben. Obwohl ich sie anfangs nicht leiden konnte, muss ich zugeben, dass ich sie gegen Ende ihrer Zeit doch irgendwo ins Herz geschlossen habe. Vermutlich war ihr Tod trotzdem ein Segen für die Teamarbeit.
Chloe Spencer: Chloe sollte von Anfang an ein Spion sein, auch wenn ich noch nicht sicher war, für welche Partei. Gleichzeitig sollte er etwas langsam, auf dem Schlauch stehend wirken. Jemand, der nicht wirklich gern sprach und nicht mit Menschen auskam. Als er in s2 wiederkam, war er auf einmal wesentlich lebhafter und ehrgeiziger. Also musste ich das alte Konzept aus s1 als Teil seiner Maskerade erklären. Dass er aber auf einmal so einen Charakterwechsel hatte, das war von mir keineswegs geplant gewesen *drop*
Robin Spencer: Robin von Anfang s2 und Robin Ende s3 wirken im Nachhinein für mich wie zwei verschiedene Personen. Ursprünglich sollte er desinteressiert, emotionslos wirken. Die einzigen Gefühle auf seiner Mimik sollten Freude (und teils Erregung) sein, wenn er verletzt wurde. Ein totaler Masochist eben. Dann gab ich ihm seine Fähigkeiten und er wurde zu gut, um verletzt zu werden. Das Maso fiel weg. Und je öfter er auftauchte und relevanter wurde, umso mehr fiel auch seine Maske der kalten Gefühle. Noch bin ich mir allerdings nicht sicher, ob das so gut ist...
Aden Smith: Aden sollte anfangs der trottelige Schusselkopf sein, der kaum Japanisch konnte und auch nicht sehr vertrauenswürdig wirkte. Im Laufe der Zeit (und mit dem Ausdenken seiner Vergangenheit) wandelte sich dieses Konzept immer mehr und er wurde zu dem klugen und geheimnisvollen Agenten, der scheinbar von mehr Geheimnissen umgeben war als Ryo. (Geheimnisse, die alle auch noch aufgeklärt werden). Ich glaub, worauf ich am meisten stolz bei ihm bin, ist die unterschwellige Verbesserung seines Japanisch, das von Mal zu Mal besser und auch detaillierter wurde. Ist euch das aufgefallen?
Rosetta Wilson: Tatsächlich bestand Rosettas Konzept nur daraus, dass sie der weibliche Ersatz für Zaira wurde. Ich habe lange darüber gerätselt, wie ihr Charakter sein sollte und was ich von ihrer Rolle überhaupt erwarte. Das macht sie tatsächlich zu der Rolle, die man wohl am ehesten als „reiner Lückenfüller“ betiteln könnte. Sie kann zwar kämpfen und ist in dem Sinne recht nützlich, aber ansonsten hat sie bisher tatsächlich keinerlei Relevanz für den Plot. Vielleicht find ich ja noch eine gute Gelegenheit für sie, sich zu beweisen.
Kamen Daisuke: Daisuke hat bei mir viele Wandel durchzogen. Von Anfang an böse, sollte er doch insgeheim gut sein, nur um doch wieder auf Vollzeitfeind umgeändert zu werden und das auch wieder zu verwerfen... Daisuke ist wie ein zweischneidiges Schwert. Niemand weiß, auf wessen Seite er wirklich steht, was hinter seinen Handlungen steckt. Eine Eigenschaft, für die ich ihn sehr feiere und ich hoffe, ich werde diese Seite von ihm noch ein wenig öfter zeigen können.
Wyatt Murphy: Wyatt war für mich auch erst ein Vollzeitböser. Von Ryo angeheuert sollte er eine Figur sein, die immer nur für den kämpft, der am besten zahlt. Ein Söldner, der Spaß am Leid seiner Opfer hatte und dabei stets dumme Sprüche riss. Mehr Tiefe hat sein Charakter erst erhalten, als ich Zaira erschaffen habe. Mit ihr und ihrer gemeinsamen Vergangenheit gab manches von seiner Seite aus gleich mehr Sinn. Dass er einer derjenigen war, der recht früh in der Serie gestorben ist, war dabei auch etwas, was direkt mitgeplant worden war.
Imawari Akira: Manchmal sitze ich hier und frage mich, warum es diesen Charakter überhaupt gab. Außer Mizuki ins Koma zu hauen und ab und an mal einen dummen Spruch zu reißen, hat Akira nichts vollbracht (mitunter ein Grund, warum ich ihn so einfach umbringen konnte). Dann fällt mir ein, dass der Plot von s1 ursprünglich hätte anders verlaufen sollen und dann hätte seine Rolle auch viel mehr Relevanz gehabt. So kam sein Potenzial allerdings nie zur Geltung und er ist einer der unbedeutenden NPCs geworden.
Nagaya Taro: Nagaya. Arrogant, Bestimmend, Chef von allem. Zumindest wenn Kodan nicht da ist. In s3 wollte ich erstmals darauf eingehen, dass hinter Kodan mehr als nur eine Person steckt und dass all die Organisation eine weitere fähige Führerrolle brauchte. Genau die sollte Nagaya darstellen. Dabei ist er mir ein wenig arroganter geworden, als ursprünglich geplant, aber sei es drum, es passt zu ihm.
Fusasaki Haruka: Der Technikfreak, der vermutlich im Leben nicht von seinem Stuhl aufstehen wird und der nur selten etwas von sich aus sagt. Aber wenn er was sagt, dann sind es Beleidigungen und schlechte Witze. Fusasakis Charakter ist nicht gerade sehr kompliziert und seine einzige Funktion ist alles, was auch nur ansatzweise mit Technik zu tun hat. Ein Konzept, bei dem man nicht viel falsch machen kann.
Makoto: Uff, wieviel gäbe es zu Makoto zu sagen und wie wenig davon kann ich wirklich sagen? Makoto wird noch eine große Rolle spielen, auch wenn sie bisher nur in zwei Szenen vorkam. Leider zeigten sich in diesen zwei Szenen nicht sehr viele Züge ihres Charakters oder ihrer Funktion. Nun, um nicht zu spoilern, sag ich wohl lieber nichts zu ihr^^“
Hino Saya: Saya sollte aufbrausend und stürmisch werden. Eine gute-Laune-Natur mit sehr viel Abenteuerlust, aber auch sehr reif und seinem Sinn für Gerechtigkeit. Nun, im Nachhinein denke ich, ist sie mir ein bisschen zu naiv geworden, aber dennoch finde ich, sie hat ihren Job als anfängliche Sturmwächterin gut gemacht.
Kojima Ryo: Unser werter Mr. Misstrauisch. Misstrauen sollte von Anfang an sein größter Charakterzug werden. Das denke ich habe ich gut hinbekommen. Sein zweitgrößter Charakterzug sollte sein Beschützerkomplex gegenüber Saya sein. Das fürchte ich, war leider ein wenig in den Schatten gerückt gen Ende, aber irgendwie auch nicht verwunderlich, bedenkt man seine Obsession mit Finlay. Lustigerweise war er anfangs nur als Sidecharacter gedacht und nicht als der Mainprotagonist...
Ian McMillain: Usprünglich sollte Ian eine Art Ruhepol für alle werden. Ein Anführer, der auch wusste, wie man ein Anführer ist und doch ordentlich seine Begeisterung für die Forschung der Steine zeigt. Je mehr ich allerdings die Ereignisse niedergeschrieben hatte, desto eher ist er als Charakter untätig in den hintergrund gewandert, was ich doch sehr bedauere, weil er eigentlich mehr Potential gehabt hatte.
Gillian McAlister: Humorvoll und ein guter Vermittler bei Streitsituation. Das war mein Plan für Gillian. Beides sind Dinge, die in den Episoden aufgetaucht und auch gut sichtlich geworden sind. Dennoch habe ich das Gefühl, Gillian nicht genug Anerkennung entgegen gebracht zu haben. Lustigerweise wollte ich ihn ursprünglich beruflich zu einem Arzt machen und damit zum Hauptmediziner der Gruppe, bevor ich diese Rolle doch Yu zugewiesen hatte.
Yu Wan: Yu ist ein Charakter, der mir tatsächlich etwas Leid tut. Extrem ruhig und höflich, aber auch sehr aufmerksam und aufgeschlossen hätt ich mir mehr Auftritte für ihn gewünscht. Vor allem mehr plotrelevante. Leider beschränkt sich fast alles an ihm nur auf die Beziehung mit Saya. Ein bedauerliches Versagen meinerseits.
Zero: Zero war anfangs schwer zu schreiben. Gefühlslos, Pokerface, unberechenbar in Misstrauen und Kampfeslust. Ursprünglich sollte sie wie eine Mischung aus Zaira und Rei vom Anfang s1 werden. Tatsächlich hat sie sich dann aber doch gut davon distanziert und ist etwas ganz eigenes geworden, dass ich sehr mag. Ich werde sie tatsächlich ein wenig vermissen, zu schreiben.