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auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



Flame of the Abyss

Episode 02


Überraschung!


Es war Montag. Und es war April. Aber trotz allem war das Wetter warm und die Sonne strahlte. Der Frühling schien in all seiner Pracht da zu sein und so fiel es den Schülern der Seijo-High nur umso schwerer, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, während draußen so herrlich der Himmel lachte. Insbesondere für die Wächter war mittlerweile ein gewisser Alltag wieder zurückgekehrt.
Es war etwas mehr als zwei, fast drei Wochen vergangen, seit sich sämtlicher Trubel um die Ringe gelegt hatte und nun herrschte ein idyllischer Frieden in Niigata. Für die Wächter war dieser Frieden Segen und Fluch zugleich. Sie hießen es willkommen, dass sie diese Ruhe genießen und einfach ein normales Leben führen konnten, doch gleichzeitig wussten sie, dass es noch lange nicht vorbei war. "Nightmare" war immer noch irgendwo da draußen und nur weil sie nichts von Ryo oder den Anderen hörten, hieß das nicht, dass sie nichts unternahmen. Noch immer schien es manchen der Ringträger, als seien die Kämpfe erst vergangenen Tages gewesen und die Spuren jener Kämpfe waren nur allzu deutlich zu sehen. Manche positiv, manche negativ.
Kazuo hatte Anna mittlerweile alles über die Ringe und die damit verbundenen Konflikte erzählt. Zwar stand Anna all dem ziemlich kritisch und vor allem besorgt gegenüber, doch sie akzeptierte es, dass ihr kleiner Bruder Teil des Ganzen war. Im Gegenteil, das alles hatte dafür gesorgt, dass sich die Beiden nach Jahren endlich einmal wirklich über alles ausgesprochen und einander anvertraut hatten. Mittlerweile stritten sie kaum noch, erzählten sich gegenseitig über ihre Tage und verbrachten auch mal den Abend gemeinsam vorm Fernseher. Für Kazuo eine wunderbare Entwicklung.
Was Haruto anging, so konnte er sich auch nur mäßig beklagen. Damian hatte ihm dabei geholfen gehabt, der Familie Nakatsukasa zu erklären, was mit Toshiro passiert war. Diese waren sichtlich bedrückt über die Entwicklung des Jungen gewesen, doch sie nahmen die Situation besser auf, als Haruto gedacht hätte. Ihrer Tochter Ayumi hatten sie schließlich erzählt, Toshiro wäre wieder zurück zum Hauptclan nach Tokio gezogen. Ayumi verstand zwar nicht ganz wieso, doch sie hakte nicht weiter nach. Für sie war es einfach eine genauso überraschende Wendung wie damals, als Toshiro von Tokio nach Niigata gezogen war. Allerdings fühlte sie sich ohne Toshiro oftmals allein, weshalb sie nahezu jeden Tag, den Haruto nicht im Boxclub verbrachte, diesen besuchen kam und mit ihm über Gott und die Welt quatschte.
Und wie stand es um Rei und Shinji? Nun...


Rei: *sitzt gelangweilt auf den Tribünen* *summt ein Lied vor sich hin*
Shinji: REI, pass auf!
Rei: Eh? *sieht einen Ball auf sich zurasen* *weicht diesem so gerade noch aus*
Shinji: *läuft zu Rei* Sorry, der Schlag ging etwas daneben^^"
Rei: Etwas? Wenn euch das in einem richtigen Spiel passiert, hab ich Bedenken um die Schulmeisterschaften... *grummelnd den Ball von der hinteren Sitzreihe fischt* Hier *ihn Shinji gibt*
Shinji: Danke^^ Und mach dir mal um die Meisterschaften keinen Kopf. Schließlich trainieren wir doch extra, damit so was nicht passiert *rennt wieder lachend aufs Spielfeld zurück*
Rei: *verdreht die Augen* *lächelt aber zufrieden* Das will ich doch mal hoffen...

Rei wohnte noch immer bei Shinji, kehrte nur alle paar Tage in sein Haus zurück, um Post zu holen, Briefe zu beantworten und den Anrufbeantworter abzuhören. Ansonsten bestanden seine Nachmittage aus Arbeit für das Schulkomitee, das Beiwohnen bei Shinjis Training oder das gemeinsame Aushelfen im Restaurant der Familie Hino. Und wenn es das nicht war, dann war es Training im Umgang mit den Tonfas und den Wetterflammen.
Tatsächlich hatten genau daraus Reis erste Tage nach den Kämpfen bestanden. Pures Training, besessen vom Gedanken, sich an Ryo zu rächen, bis Rei einmal schließlich im Unterricht zusammengebrochen war und Shinji ihm eine Strafpredigt über exzessives Training gehalten hatte. Seitdem hielt sich Rei zurück und hielt sich strikt an einen Nachmittagsplan, den Shinji in seiner Fürsorge für seinen Freund aufgestellt hatte.


Kazuo: Und, wie macht sich unser Baseball-Team?
Rei: *aufschaut* Ah, Kanbara... *seufzt* Wenn sie die Zuschauer nicht gerade erschlagen, ganz gut.
Kazuo: *lacht leise* *setzt sich neben Rei* Dann dürften die kommenden Turniere ja kein Problem sein. Hab gehört, die Hauptmeisterschaft findet sogar im Stadtstadion statt?
Rei: *nickt* Niigata ist Gastgeber für die Landesmeisterschaft und bei so vielen Schulen bietet sich das Stadtstadion an
Kazuo: Wow~ dann kann Shinji mal in einem echten Stadion spielen. Er freut sich sicher enorm
Rei: Ja, das tut er...

Einige Momente lang schwiegen sie beide, beobachteten nur das Training, das auf dem Feld vonstatten ging. Dann aber schielte Rei zu Kazuo, musterte diesen. Der Blonde sah ein wenig müde aus. Shinji hatte schon davon erzählt. Kazuo schien mit manchen Dingen, die sich während der Ringkonflikte ereignet hatten, nicht ganz zu Recht zu kommen und das nagte an ihm. Insbesondere die ganze Angelegenheit mit Yoshioka Kuroe.

Rei: Ich hab gehört, bevor Yoshioka-kun verschwunden ist, hat er dir die Liebe gestanden.
Kazuo: *zuckt merklich zusammen* *wird leicht rot* W-Was? Woher...
Rei: Shinji hat es mir erzählt. *schaut leicht fragend* Aber er hat mir nicht erzählt, wie deine Antwort war
Kazuo: Ch-Che... *guckt leicht mürrisch weg* Da gab es keine... *grummelt*
Rei: *hebt die Augenbraue* Eh?
Kazuo: Guck nicht so, ich mein es genauso, wie ich es sage...

//Flashback...

Kuroe: Bitte, Kazuo-kun. Mir ist alles egal, aber bitte hasse mich nicht dafür, dass ich nicht von Anfang ehrlich war!
Kazuo: Und wieso sollte ich nicht? Damit du weiter deinen Kontakt zu uns Wächtern hast?
Kuroe: Wenn es nur das wäre… *seufzt* Kazuo-kun, nein… Kazuo! Ich habe mich in dich verliebt!

Kazuo stockte. Hatte er gerade richtig gehört? Kuroe hatte ihm die Liebe gestanden? Unweigerlich wurde Kazuo etwas rot. Er erinnerte sich zurück an den Kuss, den Kuroe ihm einst gegeben hatte. Also hatte tatsächlich mehr dahinter gestanden. Leicht verlegen hielt Kazuo sich die Hand vor den Mund, blickte zur Seite. Kuroe liebte ihn. Doch was für Kazuo viel mehr überraschend war, war, dass es ihn nicht sonderlich störte. Noch vor drei Wochen hatte er Shinji geliebt, war von ihm abgelehnt worden. Und nun stand Kuroe vor ihm und Shinji war egal. Aber Kazuo konnte sich einfach zu keiner Antwort durchringen. Ja, er mochte Kuroe, aber konnte er ihn auch lieben? Ihn, der ihm so vieles, ja im Grunde alles verheimlicht hatte? Der mit allem, was er eben noch gesagt hatte, geradezu danach schrie, dass nichts echt war? Kazuo wusste einfach nicht, was richtig und was falsch war. Weder bei Kuroe, noch bei sich selbst.

Kazuo: Kuroe, ich... Ich... *schluckt* *atmet einmal tief durch*
Kuroe: Du musst nicht darauf antworten, Kazuo. Ich wollte nur, dass du das weißt. Auch wenn vieles über mich gelogen war, diese Gefühle, die ich für dich hege, sind wahr! Bitte, vergiss das nur nicht, während ich fort bin.
Kazuo: *Stockt* Während du was?
Kuroe: *lächelt schief* Während ich weg bin. "Nightmare" ist nicht mehr in der Stadt und wir nehmen die Verfolgung auf. Yoshioka Kuroe hat seine Aufgabe erfüllt. Für mich gibt es nicht mehr länger einen Grund, in Niigata zu bleiben.
Kazuo: Nicht mehr länger einen Grund? *aufbraust* Du hast mir doch grade einen Grund genannt! Kuroe, du hast gerade gesagt, dass du mich liebst. Dann kannst du doch jetzt nicht einfach abhauen. Du kannst mich nicht einfach so mit vollendeten Tatsachen stehen lassen!
Kuroe: Ich fürchte, ich muss. Ich hab meine Befehle, Kazuo, und die muss ich einhalten. *umarmt Kazuo* Ich bin noch mal gekommen, um mein Versprechen einzulösen, aber jetzt muss ich gehen. *löst die Umarmung* Wir sehen uns schon noch wieder, Kazuo. Sobald ich wieder in Niigata bin, werde ich zu dir kommen. Warte einfach auf mich.
Kazuo: Kuroe... *schluckt*

//Flashback Ende...

Rei: *stumm Kazuo zugehört hatte* Und dann ist er einfach gegangen?
Kazuo: *nickt* Jep, einfach gegangen und seitdem hab ich nichts mehr gehört. Nicht von ihm, nicht von Damian oder sonst wem. Gar nichts. Als hätte es ihn nie gegeben. Verdammt, ich hab sogar seinen echten Namen gegoogelt und es kam nichts dabei raus!
Rei: Uff... *lehnt sich leicht zurück* Und was wirst du tun, wenn er wieder kommt?
Kazuo: Eh?
Rei: Na, er sagte doch, er kommt zurück und diese "Red Streak" wird uns Wächter mit Sicherheit nicht einfach hier vergessen. Er wird zurückkommen, und wenn es soweit ist, was wirst du dann machen?
Kazuo: Was ich dann...? *wird leicht rot* Keine Ahnung. Vermutlich ihm den Schlag in die Fresse verpassen, den der Mistkerl verdient hat.
Rei: *verdreht die Augen* Und damit beweisen, was für ein Klotz du bist. *schnaubt* Also, sonst noch was?
Kazuo: *zuckt mit den Schultern* Weiß nicht... Klar, er wird vielleicht bis dahin eine Antwort haben wollen, aber ich hab halt immer noch keine Ahnung. Über Shinji bin ich hinweg, das ist mir bewusst, aber... ich bin mir nicht sicher, ob ich schon bereit bin für was Neues. Vor allem mit ihm... Ich mein...
Rei: Er hat dir eine ganze Menge verschwiegen und dich an der Nase herumgeführt.
Kazuo: Ja... uu
Rei: *seufzt leise* Weißt du, alles in sich reinschlucken, macht es nicht besser. Wenn du jemandem zum Reden brauchst, dann... naja, du... *wird selbst etwas verlegen* Dukannstjederzeitzumir, ja?
Kazuo: *schaut sichtlich überrascht zu Rei* Im Ernst?
Rei: *etwas Unverständliches murmelt* Ja... Du bist zwar immer noch nervtötend, aber wir sind nun einmal beide Wächter und dann sollten wir einander auch vertrauen können. In allem, oder?
Kazuo: *lächelt leicht* Das stimmt... Danke, Kojima...
Rei: Schon gut <<
Kazuo: Übrigens... *reicht Rei einen Beutel* Anna hat gestern einen Berg von Keksen gebacken und die hier sollte ich euch vorbeibringen. Sie schmecken sogar ausnahmsweise mal.
Rei: Ehm, danke?
Kazuo: Keine Ursache *steht auf* Ich bin dann mal wieder.
Rei: Wolltest du nicht noch warten, bis Shinjis Training vorbei ist?
Kazuo: Hm? Nee, ich wollt eigentlich nur die Kekse vorbeibringen *grinst* Man sieht sich~

Und damit verließ Kazuo wieder die Tribüne, machte sich auf den Heimweg. Verlegen strich er sich dabei mit der Hand durch die Haare. Wie zum Henker ist aus einem einfachen Keks-Lieferservice eine Beziehungsberatung geworden? Kazuo seufzte. Ihn überraschte es, dass Rei so freundlich war. Vermutlich lag es daran, dass Kazuo mittlerweile nicht mehr so sehr an Shinji klammerte. Sie waren zwar immer noch Freunde, die sich zum Zocken verabredeten, aber sie hingen nicht mehr tagtäglich aufeinander. Schien, als hätte Rei dadurch auch gelernt, Kazuo mit weniger Eifersucht zu betrachten. Kazuo grinste. Oder aus dem Rothaarigen war mittlerweile der Anführer geworden, zu dem die Anderen ihn alle gewählt hatten.

Als Kazuo schließlich an seinem Zuhause ankam, geriet er ins Stocken. Eine Person mit nur allzu vertrautem Profil stand vor seiner Haustüre und wartete. Als Kazuo näher kam, bemerkte sie die Schritte und drehte sich zu ihm. Freudig wurde er angegrinst. Und das von niemand anderem als... Kuroe? Kazuo blickte irritiert drein. War das wirklich Kuroe? Er sah anders aus. Nun, nicht sonderlich, aber aus den ehemals lila gefärbten Haaren waren blonde geworden und auch die lila Kontaktlinsen fehlten. Stattdessen strahlten ihn zwei blaue Augen an.


Chloe: Kazuo, es freut mich, dich wieder zu sehen.
Kazuo: K-Kuroe? Bist du das wirklich?
Chloe: *grinst* Jep, ich bin es wirklich. Stell dir vor, Kazuo: Ich bin zurück!



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