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auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



Flame of the Abyss

Episode 04


Von Träumen und Geburtstagen


Rei: W-Wie? Ich verstehe nicht ganz...
Mizuki: Uhm... Weißt du, K-Kojima-kun... Wie erklär ich das jetzt?
Rei: *schielt kurz umher* Ich glaub, ich hab Zeit, also...
Mizuki: *schweigt einen Moment* Dann... begleite mich doch ein wenig...

Mit hochrotem Kopf stand Mizuki auf und ging an Rei vorbei den Gang entlang. Sie führte ihn diverse Gänge entlang und mehr zögernd erklärte sie, wie dieses Schloss aufgebaut war und wo welche wichtigen Räume waren. Am Ende standen sie im großen Ballsaal des Schlosses.

Rei: Das ist ja alles schön und gut, Mizuki-san, aber es erklärt nicht wirklich, was dieser Ort zu bedeuten hat. Du sagtest, das sei kein Traum, aber was ist es dann?
Mizuki: Das ist... mein Bewusstsein...
Rei: Eh? *hebt eine Augenbraue*
Mizuki: Es ist... ähm... so, dass... Ich habe diese besondere Fähigkeit, wo ich mit meinem Bewusstsein eine Traumwelt erschaffen kann und dann kann ich mich selbst in dieser Welt bewegen. Und dieses Schloss hier ist diese Traumwelt und naja... Aber da alles von mir erschaffen ist, ist es wohl auch irgendwo mein Bewusstsein selbst...
Rei: Du meinst... Ich bin in deinem Kopf?
Mizuki: Sozusagen...
Rei: Wow... Das... ist unglaublich. Aber wie bin ich hierher gekommen?
Mizuki: *zuckt mit den Schultern* Ich habe keine Ahnung. Eigentlich war Masashi der Einzige, der bis jetzt hierher konnte. Es überrascht mich selbst, dass du auch hierher kannst...
Rei: Aber... eigentlich liegst du noch... im...
Mizuki: Koma, ja *etwas bedrückt zu Boden schaut* Ich weiß auch noch nicht, wie ich wieder aufwachen kann... Aber wenn neben Masashi auch noch du hierher kannst, dann hab ich ja nicht ganz den Anschluss zur Außenwelt verloren.
Rei: Das stimmt. *lächelt leicht* Wie geht es dir denn?
Mizuki: *wird leicht rot* So weit ganz gut. Wirklich an etwas fehlen tut es mir ja nicht hier und mit jedem Tag, den mein Körper heilt, geht es mir auch immer besser.
Rei: *mustert Mizuki* Und wieso hattest du vorhin geweint?

Mizuki stockte, sah kurz leicht überrascht Rei an. Im selben Moment spürte Rei ein kurzes Beben. Hatte er Mizuki etwa so außer Konzept gebracht? Nein, dass glaubte er nicht, den als sich das Mädchen wieder gefasst hatte, war erneut ein Beben da.

Mizuki: Ich habe Angst, Kojima-kun. Ich fürchte mich und bin so verunsichert. Und damit kann ich nicht umgehen.

Wieder ein Beben, doch diesmal hörte es nicht mehr auf. Alles um ihn wurde verschwommen. Rei versuchte sich, nur auf Mizuki zu konzentrieren.

Rei: Mizuki-san! Wovor hast du Angst?

Doch eine Antwort hörte er nicht mehr, denn alles verschwand in einem Wirbel aus blauen und silbernen Farben. Rei zuckte zusammen und als er die Augen wieder öffnete, sah er geradewegs in Shinjis Gesicht.

Shinji: Rei! Ist alles in Ordnung?
Rei: *hält sich den Kopf* Alles bestens... Hast du mich geweckt?
Shinji: Ja... Du hast so unruhig geschlafen... und gemurmelt. Ich dachte, du hattest einen Alptraum.
Rei: *richtet sich langsam auf* Nein... keinen Alptraum... Ich... hab Mizuki-san getroffen.,,
Shinji: Eh? Mizuki-san?
Rei: *nickt* Es ist kaum zu glauben, aber ich konnte irgendwie in ihr Bewusstsein. So ganz versteh ich es aber auch nicht...
Shinji: In ihr Bewusstsein?
Rei: Es ist schwer zu erklären. Ich war irgendwie in einem riesigen Schloss und da war Mizuki-san und sie erklärte mir, dass das irgendwie ihre Fähigkeit ist... Eine Traumwelt schaffen, in der sie lebt, solange sie nicht bei Bewusstsein ist...
Shinji: *blickt zweifelnd drein* Und... du konntest auch in diese Welt?
Rei: *zuckt mit den Schultern* Keine Ahnung, wie, aber ja. Fukano Masashi kann auch in diese Welt.
Shinji: Das klingt echt irre...
Rei: Brauchst du mir nicht sagen, aber es ist ziemlich praktisch.
Shinji: Praktisch?
Rei: Das bedeutet, wir können mit ihr Kontakt aufnehmen. Sie kann zwar nicht kämpfen, aber wir haben immer noch unsere Blitzwächterin.
Shinji: Stimmt! Das ist wirklich praktisch *aufsteht*
Rei: *blinzelt verwundert* Du stehst auf?
Shinji: *nickt* Es ist die normale Zeit für mein Morgentraining.
Rei: Schon?
Shinji: Willst du dich wieder hinlegen? Die Sonne geht gerade erst auf.
Rei: Hm, nee~ Wenn ich schon einmal wach bin, kann ich auch direkt aufstehen.

Gemeinsam standen Rei und Shinji auf. Sie zogen sich an und machten sich gemeinsam auf ins Familiendojo, wo Shinji mit dem Schwert trainierte und Rei mit den Tonfas. Für beide schien es trotz Reis merkwürdiger Nacht ein normaler Morgen zu sein. Niemand ahnte, dass es in einem Vorort in Niigata ganz anders aussah.
Laut hallte die Stimme eines Mannes durch ein kleines Haus. Hätte man gelauscht, hätte man gehört, dass es sich bei dem Geschrei um Hilferufe handelte. Doch es war früh. Niemand in der Nachbarschaft war wach oder in seiner Müdigkeit aufnahmefähig. Und so bekam auch niemand mit, wie das Geschrei abrupt verstummte und ein geheimnisvoller Mann, der in seiner Vollkommenheit an diesem Ort fehl am Platze aussah, das Haus verließ und einfach verschwan.
Keine halbe Stunde später kam ein Junge vor ebenjenem Haus zum Stehen. Einige Momente lang betrachtete er die Haustüre, sang dabei leise ein kleines Lied.


???: Es war hier der Tod, geflossen ist Blut. Alles ist rot und nichts ist mehr gut...

Der Junge ging zur Haustür. Schnell war diese mit einem Dietrich geöffnet. Langsam schritt er durch den Eingangsbereich, ging einmal in jeden Raum. Alle waren normal. In der Küche stand das Frühstück bereit. Noch nicht angefangen. Der Weg des Jungen führte ihn zum Schluss ins Wohnzimmer und hier fand er, was er bereits erwartet hatte: Im Zimmer verteilt lagen die Leichen der Familie. Nahe dem Sofa lag ein kleines Kind. Beinahe direkt neben der Zimmertür die Mutter und ziemlich zentral im Zimmer, auf dem Teetisch, lag der leblose Körper eines Mannes. Der Leichenstarre nach waren die Morde noch nicht lange her. Als der Junge alles untersucht hatte, nahm er sein Handy und wählte eine Nummer.

Frauenstimme: Robin? Wie ist die Lage?
Robin: Ich bin zu spät. Anscheinend ist er kurz vor mir verschwunden.
Stimme: Kurz vorher? Wie kann das sein? Deine Vorahnungen waren bis jetzt doch immer früh genug, um handeln zu können.
Robin: Diesmal nicht. Entweder meine Vorahnung kam zu spät oder er ist schneller als jeder Andere, den wir zuvor gejagt haben.
Stimme: *knurrt* Irgendwelche Hinweise?
Robin: Keine
Stimme: Zeugen?
Robin: Keine
Stimme: Verdammt! Aber auch nicht zu ändern. Robin, komm wieder zurück.
Robin: Verstanden.

Am Nachmittag desselben Tages betraten Rei und Shinji gemeinsam das Krankenhaus. Sie waren seit den Ringkämpfen nicht mehr hier gewesen. Mizuki lag jedoch nach wie vor im selben Zimmer wie damals. Sehr zur Überraschung der Jungs war niemand sonst da. Kazuo hatte einmal erzählt, dass Masashi immer hier zu finden sei, da er nicht von der Seite seiner Schwester wich, doch er war nicht da. Lediglich ein Stuhl in einer Ecke des Zimmers erinnerte daran, dass hier ab und an wohl Besuch war.
Rei ging langsam zum Krankenbett. Mizuki lag da, in Bandagen gehüllt, eine Atemmaske auf dem Mund. Diverse Drähte und Schläuche waren an ihr befestigt, führten zu Maschinen, die alles detailliert aufzeichneten. Die Augen des Mädchens waren geschlossen. Wernn die Maschinen nicht wären, sie hätte ausgesehen, als wäre sie nur am Schlafen.


Rei: Hey, Mizuki-san... *leise sagt*
Mizuki: *sich nicht rührt*
Shinji: *auch näher tritt* Wir... ähm... wir haben Blumen mitgebracht. *diese in eine Vase auf der Fensterbank stellt*
Rei: *Mizuki mustert* Wir wollten sehen, wie es di geht. Letzte Nacht war wirklich verrückt. Aber es war wirklich kein Traum, oder?
Mizuki: . . .
Rei: *schluckt* Ich hoffe, wir sprechen uns noch einmal wieder, Mizuki-san. Wir, ehm, wir stören dann auch nicht weiter...
Shinji: Gute Besserung, Mizuki-san...

Damit verließen die Beiden auch wieder das Krankenhaus, machten sich auf den Heimweg. Doch insgeheim blieb für Rei eine Frage offen. Wenn Masashi nicht bei Mizuki war, wo war er dann?
Die Antwort darauf nannte sich eine kleine heruntergekommene Hütte inmitten eines kleinen Wäldchens. Masashi hatte sich zurückgezogen ins kleine Versteck, das seine Schwester und er einst für sich beansprucht hatten. Die leicht durchlöcherten Vorhänge waren vor den scheibenlosen Fenstern zugezogen, ließen nur so wenig Licht wie nur möglich rein. Und in diesem Dämmerlicht schritt Masashi auf und ab. Sein Blick fiel immer wieder auf den Schreibtisch, der an einer der Wände aufgestellt war. Er war überladen mit diversen Zetteln und Unterlagen. Masashi ging immer wieder hin, nahm sich welche davon, ließ den Blick drüber schweifen, nur um das Papier wieder auf den Tisch zu klatschen, lauthals zu fluchen. In seiner Wut trat er sogar gegen den Tisch, verzog dann aber vor Schmerz das Gesicht, bereute diesen Schachzug. Dann knurrte er leise, schnappte sich die Flasche Wodka, die ebenfalls da stand und trank einige tiefe Schlucke, ließ den Alkohol durch seinen Rachen brennen. Als die Flasche leer war, warf er sie achtlos gegen die nächst beste Wand, ließ sie dort einfach zerklirren. Die Scherben waren ihm egal. Alles war ihm in diesem Moment egal. Langsam griff er mit der Hand zu seinem linken Auge, das sich doch so von all den Augen unterschied, in die er je geblickt hatte.


Masashi: Es ist... einfach noch nicht genug... Warum nur reicht es noch nicht...?

Von all den Fluchereien wussten die Wächter nichts. Sie folgten ihrem normalen Alltag. Dabei saß Haruto in seinem Zimmer, schrieb gerade verschiedene Dinge auf einen Zettel. Dann schnappte er sich sein Handy und fing an, eine Nachricht an alle zu verschicken. Ein breites Lächeln zierte seine Lippen. Munter summte er ein kleines Lied, ehe er gespannt auf Antworten wartete. Morgen feierte er seinen achtzehnten Geburtstag und dafür wollte er alle einladen. Tatsächlich erhielt er innerhalb der kommenden halben Stunde von allen eine Antwort und Haruto machte sich gut gelaunt auf den Weg zum Supermarkt, um Getränke und Knabbereien zu besorgen.
Am nächsten Abend hatte sich dann auch wie versprochen die kleine Gruppe bestehend aus Rei, Shinji und Kazuo bei Haruto getroffen. Ayumi war auch da, begrüßte munter die Jungs. Die Gäste gratulierten Haruto erst einmal, gaben ihm selbstgeschriebene Gratulationskarten und Süßigkeiten. Haruto bedankte sich. Sie lachten und scherzten zusammen und es war eine gemütliche Runde. Als Harutos Mutter allerdings Ayumi in die Küche bat, um beim Kochen zu helfen, nutzte Rei direkt die Chance.


Rei: Achtzehn, hm? Heißt das, deine Flammen sind auch erwacht?
Haruto: *nickt* Ich war die ganze Nacht so unruhig, dass ich kaum schlafen konnte. Und dann war es auf einmal, als hätte mich eine Woge von Kraft überkommen. Ich dachte, ich könnte alles schaffen. Ich hab sogar meine Flammen rufen können. *lacht leicht verlegen* Bin aber bald danach dann doch vor Erschöpfung eingeschlafen...
Kazuo: Also wie bei Kojima damals. Flammen ja, aber damit kämpfen wird schwer.
Haruto: *nickt* Ja
Rei: Aber das ist kein so großes Problem. Das Wichtigste ist es, die Flammen zu trainieren. Wenn wir mit ihnen kämpfen können, haben wir sicher eine bessere Chance gegen "Nightmare"
Kazuo: Wie ist das eigentlich... Kamen und Chloe zum Beispiel hatten mit ihren Flammen eine spezielle Fähigkeit. Gilt das für alle?
Rei: *nickt* Im Grunde ja. Aber man muss schon ziemlich gut mit den Flammen umgehen können, um die besonderen Gaben der Flammen zu erwecken und zu nutzen. Ich denke, für Toyama-kun und mich ist's noch lange hin, bis wir fähig sind, unsere Flammen dafür zu nutzen.
Shinji: Ich wär ja schon froh, überhaupt Flammen zu haben, die ich trainieren könnte...
Haruto: Tja, dafür wirst du wohl entweder warten müssen, bis du auch achtzehn wirst oder du bist auch einmal so wütend, dass sie schon vorher erwachen...
Shinji: *seufzt* Ja, schon klar...

Das Gespräch fand ein abruptes Ende, als Ayumi zurückkam und verkündete, dass das Essen fertig war. Munter aßen sie zusammen und quatschten nebenbei. Ein Ende fand das alles nicht allzu lang nach dem Essen. Die Jungs verabschiedeten sich wieder und zurück blieb Haruto nur noch mit Ayumi. Das Mädchen half ihm noch ein wenig beim Aufräumen, auch wenn die meiste Zeit dabei Schweigen herrschte. Dann aber meldete sich Ayumi zu Wort.

Ayumi: Uhm, Haruto-kun?
Haruto: *grad den Müll weggeworfen* Ja?
Ayumi: Hattest du einen schönen Tag?
Haruto: *grinst breit* Auf jeden Fall. Der Abend hat eine Menge Spaß gemacht.
Ayumi: Das ist schön... *verlegen zur Seite schaut* Uhm... Haruto-kun... Ich... hatte dir noch gar kein Geschenk gegeben...
Haruto: Ayumi-chan, ich sagte doch, du musst mir nichts schenken. Es hat mich schon genug gefreut, dass du vorbei gekommen bist.
Ayumi: Ja, aber ich komm doch fast täglich vorbei. Und es ist dein Achtzehnter. Da dachte ich, dass ich dir eigentlich was Besonderes schenken sollte...
Haruto: *auf Ayumi zugeht* Du musst dir wirklich nicht so einen Kopf machen, Ayumi-chan. Ich sag es immer wieder, es ist schon verdammt schön, dass du Zeit mit mir verbringst.
Ayumi: Ja, schon, aber trotzdem... *wird rot* Haruto-kun... Schließ bitte deine Augen...

Haruto blinzelte verwirrt, nickte dann aber und schloss die Lider. Einen Moment lang geschah nichts. Dann hatte sich Ayumi auf die Zehenspitzen gestellt und sanft ihre Lippen auf Harutos gelegt. So verharrte sie einige Augenblicke, ehe sie sich wieder löste.

Ayumi: Herzlichen Glückwunsch, Haruto-kun...

Und damit lief Ayumi hochrot aus dem Zimmer, ließ einen nicht weniger roten Haruto zurück, der langsam zu Boden sank und das Gesicht in den Händen vergrub, bevor er leise einen Laut des Glücksgefühls hervorbrachte. Das war mit Abstand der beste Geburtstag, den er je gehabt hatte.



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