Willkommen

auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



 Flame of the Abyss

Episode 23


Die Ankündigung


Als Haruto am Abend von seinem Routine-Jogging wieder heimkam, erwartete ihn eine ziemliche Überraschung. Dort, vor seiner Haustüre, saß niemand anderes als Toshiro. Tränen liefen ihm die Wangen hinab und als er bemerkte, dass sich Haruto der Tür näherte, blickte er auf, nur um direkt aufzuspringen und auf Haruto zuzulaufen.

Toshiro: Haruto! Es... Es tut mir so Leid!
Haruto: *sichtlich irritiert ist* Was... Toshiro?!
Toshiro: *sich an Haruto klammert* Ich hab das alles nicht gewollt. Haruto, bitte glaub mir. Ich wollte euch nicht verraten... Ich hatte keine andere Wahl *schluchzt*
Haruto: *schluckt* *sich kurz umblickt* *aber sonst niemanden auf der Straße sieht* Komm erst mal mit nach drinnen. Du kannst mir dann das alles erklären...

Gesagt, getan. Haruto schloss die Tür auf, stellte prompt fest, dass seine Eltern gerade nicht da waren. Er schnappte sich eine Flasche Apfelsaft und zwei Gläser und ging dann mit Toshiro hoch in sein Zimmer, schüttete ihnen Beiden etwas zu trinken ein. Sein eigenes Glas hatte er mit einem Zug leer getrunken. Toshiro saß einfach nur da und versuchte, aufzuhören, zu weinen. Haruto musterte ihn dabei eingehend.

Haruto: Also? Ich höre?
Toshiro: *atmet tief durch* Es ist... schwer zu erklären... Ich... Ich hatte nie vor, die Ringe zu verraten, meine Freunde zu verraten! Seit den Ringkämpfen verging kein Tag, an dem ich nicht unter Schuldgefühlen litt. Ich würde so viel darum geben, dass Fukano Mizuki nicht mehr im Koma liegt. Es gibt Momente, da denk ich mir, ich sollte derjenige sein, der da im Krankenhaus liegt. Ich hätte es verdient. Nicht sie... Ich hab versucht, mit allem irgendwie zurecht zu kommen, aber die Reue ist ununterbrochen da. Vor allem seit Sonntag... Das... Das war einfach zu viel! Ich... bin bei erstbester Gelegenheit abgehauen und jetzt bin ich hier und.... bitte, Haruto, verzeih mir!
Haruto: *stumm zugehört hat* *schließlich seufzt* Es hat ganz schön weh getan, dein Verrat... Ich wollt mir danach immer einreden, dass du ein Feind bist, dass ich dich hassen sollte, aber... geklappt hat das nie. Immer wenn ich Ayumi-chan gesehen habe, musste ich auch an dich denken. Du bist immer noch mein Freund, Toshiro, darum... schätze ich, werd ich dir irgendwie verzeihen können...
Toshiro: *erleichtert ausatmet* Danke, Haruto, vielen Dank!
Haruto: Aber das heißt nicht, dass die anderen Wächter es tun werden. Das ist dir hoffentlich bewusst.
Toshiro: *nickt* Natürlich... Darum bin ich ja als Erstes zu dir gekommen...
Haruto: Hmpf, klar, bei meiner Naivität ist das ja auch einfach...
Toshiro: Wenn du selbst weißt, dass du naiv bist, solltest du dann nicht was dagegen machen?
Haruto: Nee, ich mag mich, so wie ich bin.
Toshiro: *lächelt schief*
Haruto: *blickt Toshiro ernst an* Ich will aber trotzdem wissen, warum du das Ganze getan hast
Toshiro: *schluckt* Dacht ich mir... *wird leicht rot* *blickt verlegen zu Boden* Ich... bin in Ryo-san verliebt...
Haruto: Eh? Kojima Ryo?
Toshiro: *nickt* Ich kenn ihn schon seit Jahren und er war damals in Tokyo so ziemlich mein einziger Freund. Wegen ihm bin ich nach Niigata gekommen und... irgendwann war aus Freundschaft und Bewunderung einfach Liebe geworden...
Haruto: Aber.. der Kerl ist doch... an die zehn Jahre älter!
Toshiro: Es sind neun... Und genau darin lag meine Furcht. Er war so viel älter und für ihn war ich doch nur ein Kind... Ich hatte Angst, er würde mich irgendwann nicht mehr wollen und sich wen in seinem Alter suchen, und das wollt ich nicht. Ich... Ich wollte einfach in seiner Nähe sein und dafür war ich bereit, alles zu tun, was er verlangen würde... *schüttelt den Kopf* Ich bin so dumm gewesen! Dass ich auf ihn so herein gefallen war und all die schlimmen Dinge zugelassen habe...
Haruto: Toshiro... Du kannst nichts dafür. Der Bastard hat dich ausgenutzt. *legt ihm eine Hand auf die Schulter* Wir werden ihn schon noch kriegen und dann wird der Kerl kriegen, was er verdient hat. Und dann kannst du ihn endlich loslassen *aufmunternd lächelt*
Toshiro: *schluckt* *lächelt matt* Ja... Ich habe nicht vor, länger dabei zu helfen, wie Unschuldige sterben...
Haruto: *stockt* Unschuldige... sterben? *ihn ein Schauer durchfährt* Sag bloß, das Stadion war nicht alles...
Toshiro: Das Stadion war nur der Anfang, der Probelauf... *blickt zu Boden* Ryo-san plant etwas viel Größeres, viel Schlimmeres...
Haruto: Und... was wäre das?
Toshiro: Der Skyfall Tower... Der sagt dir was, oder?
Haruto: Klar. Das ist dieser riesige Hochhauskomplex, der nach dem Vorbild des Tokioter Beika Tower gebaut wurde. Mit Kino, Shoppingmeile, Restaurants, Büros und allem. Der Bau war doch ein mega großes Thema. Vor zwei Monaten wurde der Tower eröffnet und macht seit dem gutes... Geschäft... *seine Augen sich weiten*
Toshiro: Ja... „Nightmare“ will den Tower in die Luft jagen und mit ihm jeden, der zu dem Zeitpunkt dort sein wird. Sie wollen sich damit der Welt offenbaren und der „Red Streak“ offiziell den Krieg erklären.
Haruto: Das... ist ein Scherz...
Toshiro: Ich wünschte, es wäre einer! Aber Ryo-san meint es todernst. Anfangs hat er vielleicht noch Rücksicht genommen. Irgendwo hatte er wohl immer gehofft, dass sein Bruder vielleicht noch zu seiner Seite wechselt, aber das hat er mittlerweile aufgegeben. Er hat alle Skrupel verloren und ist vollkommen größenwahnsinnig geworden. Für seine Ziele ist er bereit, auch über etliche Leichen zu steigen!
Haruto: Das ist doch krank... *ballt die Fäuste* Wie... kann so jemand... nur so nett gewirkt haben?
Toshiro: Ich weiß es nicht...
Haruto: *schüttelt leicht den Kopf* Auf jeden Fall müssen wir die Leute warnen! Die Wächter... und die „Red Streak“. Wenn Damian und so davon erfahren, werden sie sicher irgendetwas tun können. Den Tower sperren oder so...
Toshiro: Meinst du?
Haruto: Irgendwas werden die schon machen! Auf jeden Fall schick ich jetzt eine Nachricht rum!
Toshiro: Danke, Haruto...
Haruto: *zu ihm schaut* *lächelt* Müsste ich nicht eher dir danken, dass du uns vorwarnst?
Toshiro: Nein... Nicht nach allem, was ich bereits an Fehlern getan habe... *steht auf* Ich lass dich mal die Nachricht schreiben und geh kurz in den Flur
Haruto: Eh?
Toshiro: Ich will Kanbara-senpai anrufen. Es gibt da etwas, was ich ihm persönlich noch unbedingt sagen muss
Haruto: *runzelt leicht die Stirn* Ehm, klar...
Toshiro: *nickt* *verlässt den Raum* *wählt auf seinem Handy Kazuos Nummer*

Kazuo lief gerade die Straße entlang, als sein Handy zu klingeln begann. Neugierig holte er es heraus und stockte prompt, als er die Nummer sah. Hastig glitt sein Blick über die Umgebung, doch er konnte nichts Verdächtiges sehen. Schließlich nahm er mit einem gewissen Grad an Vorsicht ab.

Kazuo: Nakatsukasa?
Toshiro: Kanbara-senpai...
Kazuo: Was willst du? Wieder eine deiner unsinnigen Warnungen?
Toshiro: Unsinnig?
Kazuo: Als du mich angerufen hattest, war Kamen schon längst bei meiner Schwester gewesen und von Damian verjagt worden. Wenn du hättest helfen wollen, hättest du früher anrufen sollen.
Toshiro: Ich ruf jetzt einen Tag vorher an, ist dir das früh genug?
Kazuo: Einen... Was ist los? *Stirn runzelt*
Toshiro: „Nightmare“ plant etwas verdammt Großes. Ich hab endlich eine Chance bekommen und bin abgehauen. Ich hab Haruto bereits alles gesagt, aber da gibt es noch etwas. Etwas, was ich ihm nicht sagen konnte, aber dir...
Kazuo: Ich kann mich nur vom letzten Mal wiederholen. Ich glaub dir nicht, wenn ich es nicht in deinem Gesicht lesen kann. Du kannst noch so viel am Telefon erzählen, aber ich werd dir kein Wort glauben, solang ich dir dabei nicht gegenüber stehe!
Toshiro: *seufzt leise* Das hatte ich befürchtet. Aber darum bin ich ja geflohen. Kanbara-senpai, wann können wir uns treffen?
Kazuo: Sag du es mir.
Toshiro: . . . Morgen früh? Kennst du die Anhöhe beim alten Maskenschrein?
Kazuo: Die, von der aus man auf die Innenstadt schauen kann?
Toshiro: Genau die. Morgen früh um neun Uhr. Wäre das möglich?
Kazuo: Ja, ich denke schon.
Toshiro: Vielen Dank, Kanbara-senpai! Wir sehen uns dann morgen!
Kazuo: Ja... bis morgen... *auflegt*

Kazuo blieb stehen und sah auf sein Handy hinab. Nakatsukasa war also geflohen? Und nun wollte er mit ihm persönlich reden? Wie dämlich war das denn bitte? Genau wie damals, als es darum ging, die Ringträger ausfindig zu machen, der Junge war einfach leichtsinnig und naiv. Ein Wunder, dass ihm bisher noch nichts passiert war.
Erneut klingelte sein Handy, aber diesmal war es nur eine neue Nachricht. Von Toyama. Hastig hatte Kazuo sie geöffnet und gelesen. Ihm lief es dabei eiskalt den Rücken runter. Ein Bombenattentat auf den Skyfall Tower? Dann hatte Nakatsukasa also wirklich mit Toyama gesprochen.
Kazuo schüttelte hastig den Kopf. An Morgen wollte er gerade keine Gedanken verschwenden, und so führte er seinen Weg fort, bog dabei auf einen kleinen Weg ein, der zu einem kleinen Wäldchen führte.

Die Nachricht, dass „Nightmare“ morgen den Skyfall Tower in die Luft jagen wollte, machte recht schnell die Runde. Rei und Shinji hatten mit Besorgnis das Ganze aufgenommen. Sie hatten gerade beim Abendessen gesessen und Shinji war ohne ein Wort aufgestanden und hatte sich ins Bad verzogen. Rei hatte ihm missmutig nachgesehen, sich dann aber auch vom Tisch verabschiedet und war zurück in Shinjis Zimmer gegangen, um prompt selbst eine Nachricht zu schreiben.

Damian hatte ebenfalls missmutig auf sein Handy geschaut. Er hatte gerade mit Anna gemeinsam das Abendessen gekocht. Nun steckte er das Handy weg, und schüttete prompt einen Tee auf. Er würde Anna sagen müssen, was morgen auf alle zukam, und mit Sicherheit würde es sie soweit aufwühlen, dass sie einen Tee garantiert gebrauchen konnte. Immerhin würde sich ihr kleiner Bruder vermutlich erneut in tödliche Gefahr begeben, und das obwohl Anna noch immer an dem Stadion-Vorfall zu nagen hatte...

Im Kojima-Anwesen derweil war die Stimmung prompt in pure Anspannung gegangen. Kurz nachdem die Nachricht angekommen war, war Robin mit einer Vision zusammengebrochen, hatte damit die Warnung nur noch einmal bestätigt. Die Vision hatte ihn dabei so sehr umgehauen, dass er erst einmal von Chloe und Aden ins Bett verfrachtet worden war, wo er unter heftigem Atmen und Schüttelfrost nun da lag. Aden war dabei neben ihm sitzen geblieben, hatte ihm ein feuchtes Tuch auf die Stirn gelegt und schaute, dass Robin wieder zur Ruhe kam.
Chloe hingegen hatte Zaira dabei geholfen, eine Warnung an sämtliche Behörden rauszugeben, damit man über den nahenden Anschlag gewarnt war, während sie herauszubekommen versuchte, woher genau Haruto davon erfahren hatte, doch Haruto schwieg sich zu Toshiros Sicherheit wegen darüber aus.
Langsam schritt Chloe zum Fenster und blickte hinaus in den blutroten Abendhimmel. Ihn überkam mit einem Mal eine unglaubliche Welle an Übelkeit. Und für einen Augenblick hatte er Kazuo vor Augen. Wie gern wollte er nun zu ihm. In seinem Kopf machte sich die schreckliche Vorstellung breit, Kazuo vielleicht nie mehr wiederzusehen, aber schnell vertrieb Chloe diese Gedanken wieder. Das war lächerlich. Sie würden sich morgen doch mit Sicherheit sehen. Und übermorgen und noch etliche Tage danach. Und doch blieb ein gewisser Nachgeschmack von diesem fürchterlichen Gedanken bestehen, da Kazuo schon seit heute Mittag nicht mehr ans Handy gegangen war...



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