Willkommen

auf Flame of the Abyss! Dies ist eine Shonen-Ai & Action-Staffel. Begleitet unsere Helden dabei, wie sie versuchen, die Welt vor dem Chaos zu bewahren und sich doch dabei immer weiter in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstricken, ohne zu wissen, wer nun wirklich ihr Freund ist und wer ihr Feind...
Schaut euch doch in Ruhe um. Ich wünsche euch viel Spaß ^.^



 Flame of the Abyss

Episode 24


Die Zeremonie


Aden: *ins Zimmer gestürmt kommt* Wie geht es ihr? *besorgt fragt*

Ryo blickte auf, kniete gerade neben Mizukis Bett. Er hatte gerade sein Stethoskop abgenommen, runzelte leicht die Stirn. Anna stand daneben, wrung gerade ein feuchtes Tuch aus, um es auf Mizukis Stirn legen zu können. Besorgt wartete Aden eine Antwort ab, nahm dabei nur am Rande war, dass Robin ihm ins Zimmer gefolgt war.

Ryo: Um ehrlich zu sein, weiß ich es nicht. *schlicht sagt*
Aden: Was soll das heißen?
Ryo: Sie hatte keine Anzeichen einer Krankheit und ist einfach ohne Vorwarnung umgekippt. Ihr Puls ist etwas schneller als normal und sie hat eine leicht erhöhte Temperatur, aber ich kann keine Ursache dafür finden *sieht zu Robin* Du hattest keine Vision, oder?
Robin: *den Kopf schüttelt* Nein, nichts
Ryo: Dann bezweifle ich, dass es etwas mit Kodan zu tun hat. Umso mehr bereitet mir das Sorgen...
Aden: *die Fäuste ballt* Gibt es denn irgendetwas, was wir tun können?
Ryo: Ich fürchte, außer an ihrem Bett zu verharren und abzuwarten, gibt es nichts
Aden: Damn!
Robin: *nachdenklich zu Aden blickt*
Anna: Ryo-san, wie kannst du dir so sicher sein, dass es nicht doch etwas mit Kodan zu tun hat?
Ryo: Nun, es stimmt, dass Kodan sie ihr ganzes Leben lang in einer Illusion fest gehalten und stark beeinflusst hat, aber die Zeit im Koma hat nur bewiesen, dass Abstand diesen Einfluss geringer werden lässt. Sie hatte immerhin für sich entschieden, sich gegen Kodan zu stellen und Rei zu helfen. Ich bin davon überzeugt, dass sie mittlerweile so wenig Kontakt mit Kodan gehabt hat, dass sämtlicher Einfluss von ihm verschwunden sein dürfte.
Aden: Aber das ist nur eine Vermutung, richtig? Es könnte vielleicht doch sein
Robin: Nein
Aden: Eh?
Robin: Ich hab nur Visionen, wenn Kodan Schaden anrichtet. Als Mizuki-san beim letzten Mal zusammen gebrochen ist, hatte ich auch keine Vision. Ich denke, ich hätte etwas gesehen, wenn Mizuki in Gefahr schweben würde. Sich zu Sorgen, ist bloß Zeitverschwendung
Aden: *ihn sprachlos ansieht* Sie ist grundlos zusammen gebrochen. Das ist ein Grund zur Sorge!
Robin: Speak for yourself *nüchtern sagt*

Und damit wandte sich Robin einfach ab und verließ wieder den Raum. Aden blinzelte kurz verdutzt, realisierte nur langsam, was Robin gerade von sich gegeben hatte. Mit einem leisen "You didn't..." war er ihm prompt hinterher gestürmt.
Anna und Ryo sahen ihnen kurz noch nach.


Anna: Was war denn das gerade?
Ryo: Soweit ich es mitbekommen habe, haben die Zwei sich ziemlich in die Haare bekommen. Das geht schon seit ein paar Tagen so.
Anna: Oh, ich schätze, das erklärt, warum Robin-kun einmal bei uns war... Sollte man nicht versuchen, das Ganze zu schlichten?
Ryo: Damian sagte, dass es nur sehr schwer ist, Schlichter zu spielen, wenn Robin einmal eingeschnappt ist. Es ist wohl das Beste, wenn sie das untereinander regeln. Man muss nur aufpassen, dass es nicht eskaliert
Anna: Eskaliert?
Ryo: *sich aufrichtet* Einmal provoziert, besitzt Robin, nun, 'zerstörerische' Fähigkeiten. Darum sollte Vorsicht geboten werden
Anna: Und du lässt sie einfach so davon stürmen?
Ryo: *sieht zu Mizuki* Hab ich denn groß eine Wahl?

Aden war Robin weiter gefolgt, bis in den Garten, wo dieser schließlich genervt stehen blieb und den Schwarzhaarigen finster ansah.

Robin: Ich dachte, du wolltest dich um Mizuki-san sorgen?
Aden: Ich schätze, ich muss vorher noch mit dir reden
Robin: Ich habe meinen Standpunkt genannt. Versuch gar nicht erst, ihn zu ändern
Aden: Schätze, das hatte ich auch nicht vor
Robin: Und wieso bist du dann hier?
Aden: Um dir eine Frage zu stellen?
Robin: Ich höre
Aden: Wieso bist du auf einmal so ein verdammtes Arschloch geworden? *laut und wütend sagt*
Robin: *keine Miene verzieht* Bin ich das?
Aden: Bist du-...? Ja, verdammt! Seit dieser Scheiße mit der Vision bist du absolut unerträglich geworden! Du blockst ab, du keifst mich an, du interessiert dich für nichts mehr, du... verteilst einfach so irgendwelche Abfuhren!
Robin: Daran hängst du dich auf? Dass ich dich abgewiesen habe? Hätt ich etwa "Ja" sagen sollen, wo kein "Ja" ist?
Aden: Ich hab dich nicht einmal nach einer Antwort gefragt! Das war eine Sache, die ich nicht umsonst geheim gehalten habe. Ich kannte deine Antwort schon, aber deshalb musstest du sie mir nicht so ohne Weiteres entgegen werfen!
Robin: Wieso? Weil du auch lieber einen Moment abgewartet hättest, wo du dich hinterher irgendwem weinend in die Arme schmeißen kannst?
Aden: Sollte für dich ja dann kein Problem sein! Und trotzdem scheinst du dich gerade zu beschweren!
Robin: Ich beschwere mich überhaupt nicht. Ich finde es nur bescheuert, dass du mir immer hinterher rennst und augenscheinlich ach so sehr auf mich stehst, aber gleichzeitig klebst du an Mizuki-san, wo es nur geht und spielst dich als ihr goldener Ritter auf.
Aden: Also bist du eifersüchtig!
Robin: Nein, ich hab nur die Schnauze voll von deinen ganzen Lügengeschichten. Du willst mit allen immer gut Freund sein und dich mit jedem gut stellen und dafür machst du alles, was nötig ist. Bei Kojima gibst du den engagierten Ringträger, bei Damian den ehrgeizigen Agenten, für Mizuki-san bist du der fürsorgliche Held, der sie von Kojima ablenkt und bei mir tust du einfach so, als seist du die einzige Person, die sich wirklich um mich sorgen würde
Aden: Ich sorg mich wirklich um dich, verdammt! *wütend schreit* Glaubst du wirklich, ich würde mir all die Jahre den Hintern so aufreißen, wenn nicht was dahinter stecken würde?
Robin: Ja! Sonst würdest du bei mir nicht dieses dämliche Grinsen haben, sondern du selbst sein
Aden: Vielleicht ist dieses dämliche Grinsen mein selbst? Schon mal drüber nachgedacht, dass ich lieber so bin und mich darum geändert habe?
Robin: Das glaubst du dir doch selbst nicht. Der einzige Grund, dass du so drauf bist, ist doch, weil du so Damian besser gefällst.
Aden: Du...

Der Schlag traf Robin unvorbereitet und hart. Schmerz durchzog seine Wange, ließ seinen Kiefer pulsieren und sandte ihn geradewegs zu Boden. Er verzog das Gesicht, blickte finster zu Aden auf, welcher schnaufend und mit noch erhobener Faust über ihm stand. Seine Augen funkelten silbern, gefährlich.

Aden: Du sagst das, als sei ich eine Schlampe für Freundschaften, dabei kämst du doch vermutlich überhaupt nicht klar, wenn ich nicht so rücksichtsvoll wäre
Robin: *aufsteht* Als ob es anders wäre... *kontert*
Aden: Es ist anders!
Robin: Schwachsinn! Der einzige Grund, wieso du so auf mich fixiert bist, ist, weil du nicht daraf klar kommst, dass es jemanden gibt, der nicht auf dich reinfällt.
Aden: Das stimmt nicht!

Robin schnaubte abfällig. Er wollte etwas erwidern, doch bevor er dazu kam, durchzuckte ein Stechen seine Schläfen. Er schrie auf, hielt sich den Kopf mit den Händen, krümmte sich. Vor seinen Augen sah er eine Art Untergrund. Etliche lange Gänge, die schließlich in einem großen Saal endeten. In der Mitte dieses Saals stand ein einzelner Altar, auf dem Boden waren überall diverse Inschriften aufgezeichnet. Am Altar selbst stand Kodan, drehte sich gerade breit lächelnd zum Eingang um. Und an jenem stand niemand anderes als Kanbara!

Neugierig hatte sich Kazuo umgeblickt. Nagaya hatte ihn noch bis zum Eingang des Gebäudes begleitet, ihm dann aber einfach einen Zettel mit einer kurzen Wegbeschreibung in die Hand gedrückt und war selbst gegangen. Von da an war Kazuo den Anweisungen des Zettels gefolgt, immer tiefer in das Netz aus Lagerräumen. Schnell hatte Kazuo bemerkt, dass dieses Gebäude erst vor kurzem umgebaut worden war. Wahrscheinlich, um es verwirrender zu gestalten und sich ihrem Plan anzupassen. Neugierig war Kazuo immer weiter gegangen, bis er schließlich an seinem Ziel ankam: Einem großen Saal. An den Decken konnte man noch erkennen, dass das einst mehrere Räume gewesen sein mussten, die zu einem einzigen eingerissen worden waren. An den Seiten standen kleine Schalen mit bunten Flammen in sich. Der Boden war voll von Inschriften und Zeichnungen, wie man sie sonst nur aus okkulten Büchern kannte. Und in der Mitte als Blickfänger war ein Altar mit einer großen Schale. Und dort stand er, Kodan, hatte bis gerade noch auf den Altar geblickt, doch nun wandte er sich zur Seite, erblickte Kazuo und beinahe sofort breitete sich auf seinem Gesicht ein Lächeln aus. Freudig kam er auf Kazuo zu, der ebenfalls begann, den Abstand zu verringern, bis sie sich trafen und Kazuo in eine innige Umarmung gezogen wurde.


Kodan: Kazuo, du bist wirklich gekommen
Kazuo: *lehnt sich in die Umarmung* Das hatte ich doch gesagt...
Kodan: Ich weiß... Aber etwas zu Sagen und etwas wirklich zu tun sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Ich hatte Angst, du würdest Anna nicht zurück lassen können
Kazuo: *sieht zu ihm hoch* Ich hätte keine andere Wahl gehabt... Chloe hat das Telefonat mitbekommen. Er hat von uns erfahren...
Kodan: Ich verstehe... Hast du ihn aufgescheucht, so wie ich es gesagt habe?
Kazuo: *nickt* Ich hab den Zettel auf dem Schreibtisch liegen lassen und bin abgehauen. Dein... Untergebener hat mich abgeholt. Er sagte, Chloe sei bereits zum Kojima-Anwesen gelaufen
Kodan: Du meinst sicher Nagaya. Er ist nicht nur mein Untergebener... *streicht Kazuo sanft über die Wange* Wenn alles klappt, dann wird er ab heute auch deiner sein...
Kazuo: Meiner? *überrascht sagt* Du meinst, ich...
Kodan: Es ist unser Plan, Kazuo, wir Zwei sind die Ringträger. Von dem Moment an, da ich dich das erste Mal gesehen habe, war für mich vollkommen klar, dass es am Ende nur ein "Uns" geben kann. Wir Zwei werden zusammen alles vollbringen. Wie sollte das funktionieren, wenn wir zwischen uns einen Unterschied machen?
Kazuo: *rot wird* Ich denke nicht, dass ich das Zeug hätte, das zu vollbringen, was du kannst
Kodan: Ich bin davon überzeugt, dass du es hast. Du musst nur daran glauben. Heute, Kazuo, wird sich alles ändern. Wir werden den ersten Schritt in die richtige Richtung machen und niemand wird uns aufhalten können

Sanft verschloss Kodan ihre Lippen miteinander, gab Kazuo einen kurzen, wenn auch liebevollen Kuss, ehe er sich von Kazuo löste und wieder zum Altar schritt. Kazuo folgte ihm mit roten Wangen, bickte selbst auf die Schale.

Kazuo: Das wird es sein?
Kodan: Es ist provisorisch. Wir müssen die Chance, die uns gegeben ist, nutzen für die Einleitung. Das große Finale wird zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden.
Kazuo: Ich schätze, nicht hier, oder?
Kodan: Nein. Der Ort hier ist nicht dafür geschaffen. Aber es ist generell schwer, in Japan einen passenden Ort zu finden
Kazuo: Ach ja?
Kodan: Die Macht der Ringe entspringt mitunter alten keltischen Ritualen. Ein Ort keltischen Ursprungs wäre eigentlich am besten geeignet, aber das ist in Japan wohl etwas schwerer zu arrangieren
Kazuo: Verstehe...
Kodan: Aber genug der Vorrede. Die "Red Streak" hat bereits ein kleines Team losgeschickt. Wir sollten daher keine Zeit verschwenden
Kazuo: Eh? Woher weißt du das so genau?
Kodan: *lächelt* Ich bin gut informiert. Ich weiß auch, dass Kojima Rei und Hino Shinji dabei sind. Das macht zwei weitere Ringe.
Kazuo: Aber Aden Smith nicht...
Kodan: Ob Absicht oder nicht, aber er hält damit effektiv seinen Ring von uns fern.
Kazuo: Schaffen wir es mit nur sechs Ringen?
Kodan: Davon gehe ich aus

Kodan hob seine Hand, zog die drei Himmelsringe, die seine Finger zierten, ab und legte sie in die Altarschale. Danach zog er einen zeremoniellen Dolch hervor, schnitt sich selbst damit in die Handfläche, ließ etwas von seinem Blut auf die Ringe tropfen, murmelte dabei ein paar Inkantationen. Kazuo stand ihm gegenüber, beobachtete das Ganze. Er blinzelte überrascht, als Kodan seine Hand nach ihm ausstreckte, ihn dabei bittend anlächelte. Kazuo schluckte. Er spürte, wie ihm die Knie weich wurden und Nervosität ihn frösteln ließ. Er war sich nicht sicher, was diese ganze Zeremonie bezwecken sollte, geschweige denn, wie sie ablief. Aber es hinderte ihn nicht daran, mit leicht zittriger Bewegung seinen Arm zu heben und sein Handgelenk sanft von Kodan umfassen zu lassen. Er sah, wie der Ältere die Klinge an seine Haut ansetzte, und mit einer schnellen Bewegung hatte das Messer ihm einen tiefen Schnitt verpasst, ließ das Blut fließen. Kazuo zog zischend die Luft ein, kniff die Lippen zusammen, doch er sagte nichts, während er dabei zusah, wie die rote Flüssigkeit immer weiter floss, die Ringe benetzte und die Schale langsam zu füllen begann, während Kodan weiter seine Formeln sprach. Es war wesentlich mehr Blut von ihm, als Kodan hergegeben hatte und der ganze Prozess dauerte auch länger. Schließlich sah Kazuo, wie die Ringe zu leuchten begannen. Das gesammelte Blut begann zu schimmern und mit einem Mal fing es Feuer. Kazuo schrie auf, wollte vor Schreck zurück springen, doch noch immer hielt Kodan seine Hand, zwang ihn damit, an Ort und Stelle zu bleiben. Das Feuer züngelte unter ihren Händen, erreichte sie nicht, doch ließ sie die Wärme spüren. Es wechselte immer und immer wieder die Farben und Kazuo war sich sicher, dass das kein normales Feuer war, sondern vermutlich Wetterflammen. Und dann verfärbte sich das Feuer schwarz. Kazuos Augen weiteten sich. Er hatte noch nie schwarzes Feuer gesehen, aber er war sofort eingenommen, fasziniert von diesem Anblick.
Auf einmal schienen sich die Flammen mit dem Blut, das noch immer aus seiner Hand tropfte, zu verbinden, zogen eine brennende Linie, die den Schnitt und das Fleisch darum dunkel färbte. Kazuo schrie auf, er zuckte und wandte sich, doch Kodans Griff blieb unnachgiebig. Kazuo spürte, wie die Hitze sich ausbreitete, nach und nach jede Faser seines Körpers erfüllte. Alles um ihn drehte sich. Und dann war es vorbei. Kazuo schnappte nach Luft. Die Flammen waren erloschen. Die Ringe lagen in der Schale, leuchteten nicht mehr.


Kazuo: Was... ist gerade passiert? *atemlos fragt*
Kodan: Die Ringe sollen verunreinigt werden. Sie müssen von Schatten erfüllt werden, damit unser Plan funktioniert
Kazuo: Und ich...
Kodan: Um die Ringe zu stürzen, muss zuerst der Träger stürzen *den Sturmring nimmt* Ich bin mir sicher, es war hart für dich, aber alles wird in Ordnung sein. Von jetzt an wird alles gut *steckt ihm den Ring an den Finger*
Kazuo: Was bedeutet es... zu stürzen?
Kodan: Deine Ansichten von manchen Dingen werden sich ein wenig verändern. Das Ganze wird über dramatisiert...
Kazuo: *nickt schwach* Und nun...?
Kodan: Ruh dich aus. Wenn die Ringträger kommen, werden wir ihre Ringe mit unseren Schatten infizieren. Sie werden ahnungslos in unsere Falle laufen, und wir werden nichts tun müssen, als abzuwarten
Kazuo: *schluckt* Okay... Mir ist schwindelig
Kodan: Das ist normal *um den Altar geht* Es sah nicht nach viel aus, aber deinem Körper wurde eine Menge abverlangt. Lass dich einfach fallen, Kazuo. Ich werde auf dich aufpassen.

Abermals nickte Kazuo, dann schloss er die Augen und sackte zusammen, geradewegs in Kodans Arme. Dann kam nur noch Schwärze.



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